Genialer Musik-Clip! So witzig schießt Böhmermann gegen Bendzko, Giesinger und Co.

Köln – Jan Böhmermann und seine Kollegen vom „Neo Magazin Royale“ haben sich mal wieder selbst übertroffen.

Mit einem aufwendigen Videoclip zu einem selbst komponierten Pop-Song kritisiert Böhmermann die deutsche Musikindustrie. Tim Bendzko, Max Giesinger und Co. bekommen dabei mächtig ihr Fett weg.

Billige Sprüche am laufenden Band

Denn wie in den erschreckend inhaltsleeren Liedern vieler aktuell erfolgreicher deutscher Popmusiker bedient auch Böhmermann sich in seinem Song an billigen Kalendersprüchen und Glückskeksweisheiten. So beginnt die Parodie mit den Versen: „Was du hast, können viele haben. Aber was du bist, kann keiner sein.“

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Passagen wie diese ziehen sich regelmäßig durch die heutigen deutschen Chart-Hits, die wie liedgewordene Instagram-Profile anmuten. Wen bei solchen Heile-Welt-Sprüchen nicht spontan ein Würgereiz heimsucht, der klatscht auch bei jeder Fluglandung.

Böhmermann macht in dem vierminütigen Clip, was er am besten kann: Er nimmt aktuelle Trends der Generation Facebook mit feinem Gespür auf und zieht selbige ins Lächerliche.

In seiner Sendung wirft er deutschen Popmusikern vor, sie würden „Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe vorgaukeln, Millionen erreichen und verdienen und dabei immer schön unpolitisch und abwaschbar bleiben.“

„Heute ein König“

Diese Musiker würden den Fans das Gefühl vermitteln, wenn sie diese Musik hören, täten sie etwas Gutes. In Wirklichkeit aber handele es sich um „Bio-Musik aus industrieller Käfighaltung“, so Böhmermann.

Neben dem „Heile-Welt-Getue“ kritisierte Böhmermann aber auch die Schleichwerbung in Musikvideos und zeigte unter anderem ein Musikvideo von „Glasperlenspiel“, in dem ein Staubsauger der Firma AEG benutzt wird.

Auch auf diesen Missstand geht der Moderator in dem Musikclip ein, indem er berühmte Werbeslogans wie „Heute ein König“ (König Pilsener) oder „Das Schwarze mit der blonden Seele“ (Köstritzer Schwarzbier) in seine Verse einbaut.

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Unsäglich kitschige Bilder wie dieses durchziehen den Böhmermann-Clip und sämtliche Instagram-Timelines.

Böhmermann erinnert an Lajoie

Im Refrain greift Böhmermann auf ein bewährtes „Oh oh eh oh oh“ zurück, wie es viele Popmusiker machen – in der Hoffnung, dass die Masse beim nächsten Sommermärchen eifrig mitgrölt.

Das Lied erinnert an die vielen Parodien, mit denen der kanadische Comedian Jon Lajoie in den vergangenen Jahren zum Star wurde. Mit Stücken wie „Radio Friendly Song“ oder „Pop Song“ rechnet Lajoie pointiert und unbarmherzig mit der amerikanischen Musikindustrie ab.

Optisch garniert Böhmermann das Video mit Motiven, die auf keinem gut sortierten Instagram-Profil fehlen dürfen: lachende Menschen am Strand, lachende Freunde auf dem Weg zur nächsten Party, lachende Frauen in unnatürlichsten Situationen.

„Menschen Leben Tanzen Welt“

Alle lachen, alle sind so unbeschwert, und alle fühlen: „Menschen Leben Tanzen Welt“ - so der Titel des Lieds. Ein Titel, der genauso nichtssagend und pseudo-emotionalisierend ist wie der Song, mit dem Böhmermann die deutsche Popmusik vorführt.

Wie am Ende des Clips erklärt wird, entschieden fünf Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo, in welcher Reihenfolge die einzelnen Sprüche und Slogans im Lied angeordnet werden sollen. Böhmermann hat ein Ziel: „Dass nächstes Jahr beim Echo 2018 der wichtigste Preis der deutschen Musikindustrie an fünf Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo verliehen wird.“

Immerhin: Der Song schaffte es am Donnerstag auf Platz 5 der deutschen iTunes-Charts.

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