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ESC-Eklat in MoldauFernsehchef tritt nach Protesten gegen Jury-Entscheidung zurück

Die rumänische Sängerin Alexandra Capitanescu bekam von der moldauischen Jury nur drei Punkte - ein Skandal aus Sicht vieler Moldauer.   (Bild: EBU/Sarah Louise Bennett)

Copyright: EBU/Sarah Louise Bennett

Die rumänische Sängerin Alexandra Capitanescu bekam von der moldauischen Jury nur drei Punkte - ein Skandal aus Sicht vieler Moldauer. (Bild: EBU/Sarah Louise Bennett)

In Moldau empörten sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer gegen die Punktevergabe der Jury beim Eurovision Song Contest am Samstag. Nun hat der Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seinen Posten aufgegeben.

Der Eurovision Song Contest hat in Moldau für einen ausgemachten TV-Eklat gesorgt. Nach Empörung vieler Zuschauer in den sozialen Medien über die magere Punktevergabe der offiziellen moldauischen Jury für die Beiträge aus Rumänien (Sängerin: Alexandra Capitanescu) und der Ukraine (Leléka) ist der Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nun zurückgetreten.

„Wir haben uns von der Jury-Entscheidung distanziert, aber es bleibt unsere Verantwortung, in erster Linie meine Verantwortung als Leiter dieser Institution“, sagte Vlad Turcanu, Generaldirektor des moldauischen Rundfunks und Fernsehens, laut „Spiegel“ auf einer Pressekonferenz. „Das war meine Entscheidung“, fügte er hinzu.

Eklatante Unterschiede zwischen Jury- und Publikums-Voting

Der öffentlich-rechtlichen Sender Teleradio-Moldova (TRM) hatte am Samstag beim Finale des ESC die Entscheidung der moldauischen Jury bekannt gegeben. Deren Punktevergabe unterschied sich deutlich vom Voting der Zuschauerinnen und Zuschauer. Während das Publikum den Beiträgen aus Rumänien (12 Punkte) und der Ukraine (zehn Punkte) die meisten Punkte gab, stimmte die Jury zugunsten von Polen und Israel.

Demnach bekam die polnische Sängerin Alicja von der moldauischen Jury zwölf Punkte und Noam Bettan aus Israel zehn. Die Leistung von Capitanescus aus Rumänien war ihr dagegen nur drei Punkte wert. Die Ethno-Jazzband Leléka um die ukrainische Sängerin Viktoria Leléka ging sogar komplett leer aus.

So schnitten Rumänien und die Ukraine beim ESC ab

Die Empörung der Moldauer gründet vor allem auf der traditionell engen Beziehung ihres Landes mit den Nachbarländern Rumänien und Ukraine. Mit Rumänien teilt Moldau dieselbe Sprache, und wie die Ukraine befindet sich das Land in einem Konfliktfeld zwischen russischem Einfluss und europäischer Orientierung.

Die Sympathien der Moldauerinnen und Moldauer für beide Länder spiegelt sich auch in der Stellungnahme des Generaldirektors von TRM wider: „Unsere Haltung gegenüber der Ukraine besteht nicht aus null Punkten, und unsere Gefühle für Rumänien können nur Liebe sein“, erklärte Turcanu.

Den diesjährigen ESC gewann der Beitrag aus Bulgarien, Sängerin Dara erhielt sowohl von der Jury als auch von den Zuschauern die meisten Punkte. Der israelische Sänger Noam Bettan belegte Rang zwei. Die Rumänin Capitanescu freute sich über den dritten Platz, Leléka erreichte Position neun. Enttäuschend schnitt dagegen Sarah Engels für Deutschland ab. Sie kam mit ihrem Wettbewerbssong „Fire“ nur auf Platz 23 - von 25. (tsch)

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