Wüst in Polen: Erster Besuch im KZ Auschwitz-Birkenau
Gegen das VergessenWüst besucht erstmals das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz

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NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) möchte die Beziehungen zwischen NRW und Schlesien auf gesellschaftlicher Ebene stärken. (Archivbild)
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist am Dienstag und Mittwoch (19./20. Mai) unterwegs nach Polen. Aber das ist kein normaler Trip: Sein erster Besuch im früheren deutschen Todeslager Auschwitz-Birkenau steht im Fokus – ein klares Zeichen gegen das Vergessen und für das Gedenken.
Die zweitägige Tour in die Partnerregion Schlesien hat ein klares Ziel: die deutsch-polnische Freundschaft zu festigen. Diese Partnerschaft zwischen NRW und Schlesien besteht seit über 25 Jahren. In den Unterhaltungen wird es hauptsächlich um die Stärke Europas, den Schutz wichtiger Anlagen und das Gesundheitswesen gehen.
Wüsts Premiere in Auschwitz
Der wohl bewegendste Moment der Tour ist für Mittwoch geplant. Dann betritt Wüst zum allerersten Mal die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Diese Visite ist dem Gedenken an die Shoah-Opfer gewidmet. Gleichzeitig unterstreicht sie den Einsatz der NRW-Regierung im Kampf gegen Judenhass und für eine lebendige Erinnerungskultur.
Dieses frühere Konzentrations- und Todeslager der Nationalsozialisten im damals von Deutschland okkupierten Polen gilt als globales Mahnmal für den Holocaust. In Auschwitz wurden wenigstens 1,1 Millionen Häftlinge, überwiegend jüdischen Glaubens, umgebracht. Ihr Tod war die Folge von Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten oder den grausamen Zuständen im Lager.
Am 27. Januar 1945 befreiten Truppen der Roten Armee das Lager. Sie stießen unter den Gefangenen auf lediglich rund 7.000 Überlebende. Die Nazis und ihre Komplizen brachten während des Holocausts insgesamt etwa sechs Millionen Juden um.
Einsatz gegen Judenhass als Herzenssache
Eigentlich war Wüsts Polen-Besuch schon für November 2024 geplant. Dieser Termin wurde aber spontan gestrichen, weil die Ampel-Koalition im Bund zerbrach. Jetzt, ein Jahr bevor in NRW gewählt wird, wird die Visite nachgeholt.
Für Wüst ist der Einsatz gegen Judenhass eine absolute Priorität. Ein Ziel ist, dass jeder Schüler und jede Schülerin in NRW im Laufe der Schulzeit einen Ort des Gedenkens an die NS-Opfer besucht. Nach dem brutalen Terror-Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 präsentierte die Landesregierung von NRW einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Antisemitismus.
Die Verbindung von NRW und Schlesien vertiefen
Wüst reist nicht allein. Ihn begleitet eine Gruppe von Leuten aus Politik, Forschung, Kultur und Gesellschaft. Mit dem neuen Projekt „Botschafterinnen und Botschafter NRW–Schlesien“ soll der Draht zwischen den beiden Industrie-Regionen auf menschlicher Ebene noch enger werden.
Auf dem Programm stehen auch Unterhaltungen mit Politikern aus der Woiwodschaft Schlesien. Außerdem gibt es Treffen zu den Themen Cyber-Abwehr und europäische Kooperation. Ein Fokus liegt auf dem regionalen Weimarer Dreieck, das NRW, Schlesien und die französische Region Hauts-de-France verbindet, um die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene zu fördern.
Die ganze Tour steht auch im Schatten des russischen Krieges gegen die Ukraine. Das macht eine starke deutsch-polnische Achse noch entscheidender. Polen grenzt direkt an die Ukraine, und NRW hat eine lange, enge Verbindung zu dem Land: Hier bei uns leben ungefähr 800.000 Menschen, die polnische Vorfahren haben. (dpa/red)
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