Telekom-Chef Höttges kapituliert im Streit mit US-Riesen
Von Politik im Stich gelassenTelekom-Chef gibt Kampf um Netzkosten gegen US-Konzerne auf

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Telekom-Chef Tim Höttges geht auf Kuschelkurs zu US-Technologieriesen.
Ein jahrelanger Streit findet ein abruptes Ende. Die Deutsche Telekom wollte US-Riesen wie Google und Netflix an den Netzkosten beteiligen. Doch nun die Kehrtwende: Konzernchef Tim Höttges hisst die weiße Flagge und schlägt einen völlig neuen Weg ein.
In Bonn erklärte Höttges: „Ich möchte mit den großen Konzernen natürlich meinen Frieden haben“. Die EU sehe zwar, dass etwas getan werden müsse, aber es fehle an konkreten Gesetzen oder echter Unterstützung. „Bevor ich mich politisch verkämpfe, werde ich dann Partnerschaften suchen mit den großen Partnern.“
Aus für die „Fair Share“-Forderung
Über Jahre hinweg war die Position klar: Führende europäische Telekom-Unternehmen, mit der Telekom an der Spitze, forderten eine gerechte Beteiligung („Fair Share“) von den amerikanischen Tech-Giganten. Die Begründung: Ihre datenhungrigen Angebote belasten die Netze in Europa enorm, ohne einen Cent dafür zu bezahlen. Die Konzerne aus den USA konterten: Ihre Services erst erzeugen den Bedarf an leistungsfähigem Internet, was wiederum den Netzbetreibern zugutekommt.

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Zum Internetriesen Meta gehören Instagram, WhatsApp und Facebook.
Zwar fanden die Netzbetreiber bei Politikern in Deutschland und Europa Gehör, doch eine direkte Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten wollten weder die EU-Kommission noch die deutsche Regierung eingehen. Dieser Mangel an politischem Beistand nötigt Höttges jetzt widerwillig dazu, seine Forderung fallen zu lassen.
Höttges kapituliert: „Keine politische Unterstützung“
Der Manager stellt klar: „Die Deutsche Telekom hat eigentlich diese Fair-Share-Debatte aufgegeben“. Er fügte hinzu: „Wir schaffen hier keinen Fortschritt und wir kriegen auch keine politische Unterstützung für das Thema. Deswegen suche ich momentan die Nähe zu den großen Internetkonzernen in Amerika, dass wir hier zu einem partnerschaftlichen Austausch der Datenverkehre kommen.“ Es sei noch unklar, auf welche Weise die anfallenden Ausgaben ausgeglichen werden könnten.
Was die ganze Sache so bizarr macht: Die Telekom hatte erst im Februar vor Gericht einen bedeutenden Erfolg gefeiert. Meta, der Mutterkonzern von Facebook, muss nach einem Urteil circa 30 Millionen Euro für die Datenübertragung in einem festgelegten Zeitraum überweisen. Obwohl man das Verfahren für sich entschieden habe und mit dem Geldeingang rechne, wolle er nun trotzdem Ruhe, so Höttges. (dpa/red)
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