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Masken-Skandal auf MallorcaEine WhatsApp bringt Ex-Ministerpräsidentin in Bedrängnis

Francina Armengol spricht am Rednerpult

Copyright: IMAGO / ZUMA Press Wire

Francina Armengol spricht am Rednerpult.

Eine Nachricht, ein Geschäft in Millionenhöhe, gefälschte Ware.

Am Morgen des 25. April 2020, um exakt 6.23 Uhr, erhält Francina Armengol eine WhatsApp. Ein gewisser Koldo García stellt sich vor, mitten im Corona-Lockdown. Er gibt an, der engste Mitarbeiter des mächtigen spanischen Verkehrsministers José Luis Ábalos zu sein. In dieser wirren Phase der Pandemie erscheint die Kontaktaufnahme für die damalige balearische Ministerpräsidentin Armengol wie eine Erlösung. Aus heutiger Sicht war es der Beginn einer gewaltigen Affäre.

Genau diese Mitteilung ist heute der Kern eines riesigen Verfahrens wegen Korruption, das vor Spaniens Oberstem Gerichtshof läuft. Auf der Anklagebank sitzen García, sein Vorgesetzter Ábalos sowie der Geschäftsmann Víctor de Aldama. Die Anschuldigungen sind heftig: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Unterschlagung. Der Plan soll gewesen sein: García verschaffte dem Unternehmer de Aldama mit dem Okay von Ábalos staatliche Aufträge, auch für medizinisches Material, und kassierte dafür hohe Summen. Armengol ist involviert, da die drei Männer anscheinend auch auf den Balearen abkassiert haben. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Das Geschäft: Ein Vermögen für wertlose Masken

Im Anschluss an die erste WhatsApp-Nachricht überschlagen sich die Ereignisse. Die Nachricht wird von Armengol an die zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet. Deren Leiter, Manuel Palomino, kontaktiert García um 12.43 Uhr mit den Worten: „Mir wurde dein Kontakt gegeben, um Zugang zu 1 Million FFP2-Masken zu 2,50 Euro zu bekommen.“ Nicht einmal 14 Tage danach, am 8. Mai 2020, ordert die Regierung der Balearen bei de Aldamas Unternehmen tatsächlich 1,4 Millionen Masken. Der Preis: 3,7 Millionen Euro.

Die böse Überraschung lässt aber nicht lange auf sich warten: Als die Lieferung ankommt, wird klar, dass die Produkte wertlos sind. Anstelle der zugesagten FFP2-Masken kamen anscheinend Plagiate an. Die unbrauchbaren Schutzmasken lagern bis zum heutigen Tag in einem Depot. Armengol versichert, die Sendung sei pünktlich beanstandet worden. Ein explosives Detail der Untersuchung: Diese Beanstandung geschah erst im Frühling 2023 – unmittelbar vor einer Wahl, deren Verlust für Armengol absehbar war.

Ungereimtheiten und konspirative Treffen

Die Situation für Francina Armengol, mittlerweile zur Präsidentin des spanischen Parlaments befördert, spitzt sich zu. Sie verheddert sich in Ungereimtheiten. Anfänglich leugnet sie jede Bekanntschaft mit dem Geschäftsmann de Aldama. Dann räumt sie ein, ihn bei einer Zusammenkunft erblickt zu haben – allerdings war de Aldama laut offiziellen Unterlagen bei diesem Treffen nicht zugegen.

Aktuelle Ermittlungsdaten bringen Armengol zusätzlich in Bedrängnis. Die Kommunikation mit Koldo García scheint weitaus enger gewesen zu sein, als sie es darstellte. García arrangierte sogar eine konspirative Zusammenkunft des Unternehmers mit der Ministerpräsidentin. Er organisierte, dass de Aldama mit seinem Fahrzeug geradewegs in die Parkgarage des Amtssitzes einfahren konnte. In einer Mitteilung an Armengol bat er inständig: „Wenn du mit diesen Leuten eine Stunde zu Mittag isst, werde ich dich für immer lieben“.

Bisher liegen keine Indizien vor, die belegen, dass Francina Armengol eine Straftat begangen oder sich selbst bereichert hätte. Ihre öffentliche Kommunikation ist jedoch eine Katastrophe. Sie war gezwungen, ihre Darstellungen mehrfach zu revidieren. Der späte Reklamationszeitpunkt bezüglich der mangelhaften Masken lässt ihre Beteiligung in einem äußerst negativen Licht erscheinen. Ihr Ansehen in der Politik hat massiv gelitten, und ein Comeback in die Politik der Balearen wirkt zunehmend unwahrscheinlich. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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