Leere Kassen: DGB will Millionäre zur Kasse bitten.
Steuer-Hammer für ReicheDGB will Vermögensteuer und eine Abgabe für Superreiche

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Mehr Steuern statt mehr Schampus: So wünscht es sich der DGB für die Reichen hierzulande.
Die Staatskassen sind leer, doch die Zahl der Superreichen wächst und wächst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat jetzt einen radikalen Plan: Millionäre sollen zur Kasse gebeten werden, um den Staat zu retten. Es geht um die Reaktivierung der Vermögensteuer.
Angesichts der angespannten Haushaltslage fordert der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), dass die wohlhabendsten Bürger des Landes einen größeren Beitrag für die Allgemeinheit leisten. „Statt für die Breite der arbeitenden Menschen den Rotstift anzusetzen und sozialstaatliche Errungenschaften in Frage zu stellen, muss die Bundesregierung endlich die Nutznießer der ungleichen Verteilung in die Pflicht nehmen“, äußerte sich der stellvertretende DGB-Vorsitzende, Stefan Körzell, gegenüber dem RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland). Ein frisches Konzept des Gewerkschaftsbundes sieht vor, jeden Euro zu besteuern, der ein Nettovermögen oberhalb von einer Million Euro übersteigt. Für Ehepaare soll die Grenze bei zwei Millionen liegen.
In Deutschland wird diese Abgabe seit 1997 nicht mehr eingezogen. Anlass war eine Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht. Die Richter monierten eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes, da Immobilien anders bewertet wurden als beispielsweise Geldvermögen oder Aktien. Die Steuer selbst wurde also nicht für verfassungswidrig erklärt, jedoch wäre eine Überarbeitung erforderlich gewesen. Ihre Wiederbelebung ist ebenfalls ein Anliegen der SPD, was sich im Koalitionsvertrag aufgrund des Vetos der Union jedoch nicht wiederfindet.
Abgabe für das „oberste Promille“
Zusätzlich soll es gemäß den Vorstellungen des DGB eine gesonderte Abgabe auf Vermögen für die extrem Reichen geben. Körzell bezeichnet diese Gruppe als das „oberste Promille“ der Gesellschaft. „Diese Abgabe sollte zehn Prozent auf alle privaten Nettovermögen ab zehn Millionen Euro betragen und über zwanzig Jahre abgetragen werden können“, so der DGB-Vize.
Körzell machte deutlich, dass die immer größeren Finanzlöcher beim Bund, den Ländern sowie Gemeinden zentrale Säulen der Sozialpolitik bedrohen. Zugleich, so seine Kritik, steige die Menge der Superreichen und ihr Besitz immer rasanter in eine historische Dimension.
Immer mehr Superreiche auch in Deutschland
Die Fakten untermauern das: Auch in der Bundesrepublik existieren vermehrt sogenannte Superreiche, welche über 100 Millionen Dollar (etwa 86 Mio. Euro) ihr Eigen nennen. Ihre Anzahl stieg in Deutschland gemäß einem letzte Woche publizierten Bericht von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group im Jahr 2025 um circa 1.100 auf ungefähr 5.000 an. Gemeinsam verfügen sie über einen Anteil von mehr als einem Viertel am gesamten Finanzvermögen hierzulande.
Überraschende Unterstützung für eine solche Abgabe auf Vermögen kam kürzlich aus der CDU. Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister (CDU), sprach sich ebenfalls dafür aus. Personen mit erheblich mehr finanziellen Mitteln müssten im Sinne des Solidaritätsprinzips einen Anteil beisteuern, sobald eine Reform der Steuern anstehe. (dpa/red)
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