Putin wirkt nervös, fürchtet ein Attentat oder einen Putschversuch – der europäische Geheimdienst enthüllt nun neue dramatische Sicherheitsmaßnahmen.
Angst vor Attentat und UmsturzPutin wirkt nervös – er hat allen Grund dazu

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Der russische Präsident Wladimir Putin (hier auf einem Archivbild während eines Interviews mit dem Staatsfernsehen) soll laut Medienberichten stärker überwacht werden.
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Ein Bericht eines europäischen Geheimdienstes, der dem unabhängigen russischen Investigativmedium iStories sowie CNN und der „Financial Times“ vorliegt, zeichnet ein alarmierendes Bild von Wladimir Putins (73) aktuellem Zustand.
Der russische Präsident soll seit Anfang März 2026 in wachsender Angst vor einem Attentat oder einem Staatsstreich aus den Reihen der russischen Elite leben. Russlands Geheimdienst FSO (Föderaler Dienst zur Bewachung) hat die Sicherheitsmaßnahmen rund um Putin laut dem Bericht massiv ausgeweitet.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für Putin
Konkret soll Putin demnach mehrere Wochen am Stück in modernisierten Bunkern verbringen, darunter einer Anlage in der Region Krasnodar. Die Liste der Orte, die Putin regelmäßig aufsucht, wurde laut Bericht drastisch verkürzt: Weder er noch seine Familie sollen in die Residenzen in der Moskauer Umgebung oder nach Waldai reisen. Im Jahr 2026 hat Putin noch keinen einzigen Militärstützpunkt besucht, obwohl solche Besuche im Vorjahr noch regelmäßig stattfanden.
Auch das Personal in Putins unmittelbarem Umfeld steht unter verschärfter Beobachtung. In den Wohnhäusern von Mitarbeitern aus seinem engsten Kreis wurden Überwachungssysteme installiert. Köche, Leibwächter und Fotografen dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen und werden in der Präsidialverwaltung zweifach kontrolliert. Sämtliche Mitarbeiter in Putins Nähe dürfen nur noch Telefone ohne Internetzugang verwenden.
Der FSO führt umfangreiche Kontrollen mit Hundestaffeln durch, ist entlang der Moskwa positioniert, um mögliche Drohnenangriffe abzuwehren, und schaltet in bestimmten Stadtteilen Moskaus periodisch Kommunikationsnetze ab. Zudem soll der FSO laut dem Bericht auf Grundlage eines geheimen Präsidialedikts sämtliche Medienauftritte Putins kontrollieren und koordinieren.
Attentat auf Generalleutnant Fanil Sarvarov war der Auslöser
Den Auslöser für die verschärften Maßnahmen lieferte das Attentat auf Generalleutnant Fanil Sarwarow (Leiter der Abteilung für Einsatzausbildung des russischen Generalstabs), dessen Auto im Dezember 2025 auf einem Parkplatz vor seinem Haus in Moskau in die Luft gesprengt wurde.
Drei Tage nach dem Mord berief Putin am 25. Dezember eine Sicherheitsberatung ein, bei der die Anwesenden sich gegenseitig die Schuld für Versäumnisse im Sicherheitssystem zuwiesen. Putin rief dann alle zur Ruhe auf und forderte innerhalb einer Woche konkrete Lösungen. Im Anschluss an das Treffen entschied er gemeinsam mit FSO-Direktor Dmitri Kochnew, den erweiterten Schutz auf zehn hochrangige Generäle auszuweiten, darunter drei stellvertretende Generalstabschefs.

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Putin neben Verteidigungsminister Sergei Schoigu (rechts, Archivbild).
Putin ist laut europäischen Geheimdiensten seit Anfang März besorgt über das Durchsickern sensibler Informationen und das Risiko einer Verschwörung oder eines Putschversuchs. Konkret befürchtet er den Einsatz von Drohnen bei einem möglichen Attentat durch Mitglieder der russischen politischen Elite.
Brisant: Der ehemalige Verteidigungsminister Sergei Schoigu, seit Mai 2024 Sekretär des Sicherheitsrates, werde „mit der Gefahr eines Staatsstreichs in Verbindung gebracht“, heißt es, da er nach wie vor erheblichen Einfluss innerhalb der militärischen Führungsspitze habe. Er gelte als „potenzieller destabilisierender Faktor“. Anfang März wurde Schoigus ehemaliger erster Stellvertreter, Ruslan Tsalikow, in Moskau unter dem Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Veruntreuung und Bestechung verhaftet. Auch Schoigu selbst könne noch ins Visier strafrechtlicher Ermittlungen geraten. (mg)
