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Putin lenkt plötzlich einZum orthodoxen Osterfest soll es eine Waffenruhe geben

Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj

Copyright: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa/dpa

Knapp eineinhalb Tage sollen die Waffen ruhen, hieß es aus dem Kreml. Kiew hatte zuletzt mehrfach eine Oster-Waffenruhe vorgeschlagen. (Archivbild)

Waffenruhe zu Ostern! Ein Hoffnungsschimmer für die Ukraine.

Ein Funken Hoffnung im brutalen Krieg: Für das orthodoxe Osterfest am Wochenende wurde eine kurze Waffenruhe angekündigt. Kreml-Chef Wladimir Putin ordnete eine Feuerpause an, die von Samstagnachmittag über den kompletten Sonntag gelten soll, wie der Kreml bekannt gab.

Auch aus Kiew kam eine Bestätigung des Plans. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in den sozialen Medien: „Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln.“ Orthodoxe Christen in der Ukraine sowie in Russland begehen Ostern an diesem Wochenende.

Hoffnung auf Frieden, aber auch große Zweifel

Dem Verteidigungsminister Andrej Beloussow und dem Chef des Generalstabs Waleri Gerassimow wurde befohlen, die Kampfhandlungen für die Dauer der Waffenruhe komplett einzustellen, so die Mitteilung aus dem Kreml. Die eigenen Einheiten sollen jedoch in Bereitschaft bleiben, um auf eventuelle Provokationen antworten zu können, wurde hinzugefügt.

Selenskyj betonte, die Bevölkerung benötige ein Osterfest frei von Gefahren und einen wirklichen Impuls für den Frieden. Russland habe die Möglichkeit, nach den Feiertagen von weiteren Attacken abzusehen. Seit über vier Jahren wehrt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. In dieser Zeit gab es bereits mehrfache Anläufe für zeitlich limitierte Feuerpausen. Wie die dpa berichtet, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gegenseitigen Vorwürfen von Verstößen.

Austausch von Gefallenen kurz vor der Waffenruhe

Während Kiew in einer Feuerpause einen Fortschritt zum Kriegsende erblickt, besteht Moskau auf der vorherigen Klärung von Konfliktpunkten. Vor kurzem trafen sich Delegationen aus der Ukraine und Russland in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in der Schweiz zu direkten Verhandlungen. Diese Zusammenkünfte, bei denen die USA als Mediator fungierten, führten jedoch zu keinem Ergebnis. Anschließend erfolgte aber ein Austausch von Hunderten von Kriegsgefangenen zwischen den Konfliktparteien.

Die grausame Wirklichkeit des Konflikts wurde unmittelbar vor den Ankündigungen aus Moskau und Kiew zu einer Oster-Feuerpause erneut deutlich. Am Donnerstag kam es erneut zum Austausch der Leichen von Soldaten. Ein Detail, das Gänsehaut macht: Kiew erhielt die Leichname von 1.000 Soldaten, Moskau jene von 41, wie der Abgeordnete Schamsail Saralijew dem russischen Nachrichtenportal «rbc.ru» mitteilte.

Kreml geht brutal gegen Kritiker vor

Zeitgleich zum Angriffskrieg geht der Kreml im eigenen Land weiterhin massiv gegen kritische Stimmen vor. Am Donnerstag erklärte das Oberste Gericht die Menschenrechtsorganisation Memorial für extremistisch und sprach ein Verbot aus. Gegründet wurde sie einst vom russischen Dissidenten Andrej Sacharow, der 1975 den Friedensnobelpreis erhielt. Memorial selbst wurde 2022 gemeinsam mit Preisträgern aus der Ukraine und Belarus mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Friedensnobelpreis

Copyright: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Die mit dem Friedensnobelpreis geehrte Menschenrechtsorganisation Memorial ist in Russland verboten worden. (Archivbild)

Ebenfalls am Donnerstag führten vermummte Sicherheitskräfte eine Razzia in der Redaktion des kritischen Mediums «Nowaja Gaseta» in Moskau durch. Die Journalisten berichteten auf Telegram, die Razzia habe 13 Stunden angedauert. Dabei wurden technische Geräte sowie Dokumente beschlagnahmt. Ein Journalist von der «Nowaja Gaseta» wurde für 48 Stunden in Gewahrsam genommen. Berichten nach soll auch seine private Wohnung durchsucht worden sein. Die «Nowaja Gaseta», gegründet 1993 in Moskau, wurde teilweise mit Geldern des ehemaligen sowjetischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Michael Gorbatschow finanziert. Ihr langjähriger Chefredakteur, Dmitri Muratow, erhielt die Auszeichnung selbst im Jahr 2021. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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