Jude Law als Putin: Dieser Film ist keine Abrechnung – oder doch?
Putin kommt ins KinoJude Law spielt den Kreml-Chef – doch der Film enttäuscht

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Jude Law (l) und Paul Dano in einer Szene des Films.
Sichtlich unwohl fühlt sich der britische Schauspiel-Star Jude Law in der Haut des russischen Präsidenten. Der neue Kinostreifen «Der Magier im Kreml» startet nach seiner Weltpremiere in Venedig am 9. April in den deutschen Lichtspielhäusern. Er beleuchtet, wie der einstige Geheimdienst-Chef zur mächtigsten Person in Russland aufstieg. Angekündigt als Politthriller, zeichnet Regisseur Olivier Assayas laut dpa aber eher ein stellenweise unterhaltsames Porträt der russischen Machtzirkel. Das wirft einige Fragen auf, auf die der Film auch Antworten liefert.
Chaos in Moskau: Wie Putin an die Macht kam
Der Film springt in die 1990er Jahre nach Moskau. Nach dem Ende der Sowjetunion herrscht pures Chaos. Präsident Boris Jelzin ist dem Alkohol verfallen, die Kontrolle entgleitet ihm zusehends. In dieser heiklen Lage sieht der Milliardär Boris Beresowski den einzigen Ausweg in Wladimir Putin. Der damalige Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB wird erst zum Ministerpräsidenten und dann zu Jelzins Nachfolger gemacht.
Die Schlüsselfigur des Films ist Wadim Baranow, ein Mann, der als «Magier» und Strippenzieher Putin entscheidend beim Aufstieg und der Festigung seiner Macht hilft. Die Figur ist an Wladislaw Surkow angelehnt, lange ein Berater Putins und eine schillernde Persönlichkeit im politischen Spiel. Im Film wird Baranow, gespielt von Paul Dano, jedoch als ein Intellektueller ohne Rückgrat dargestellt, dem alles «Magische» fehlt.
Jude Laws Putin: Grimmig, menschlich und etwas steif
Und wie schlägt sich Jude Law als Putin? Seine Darstellung wirkt etwas steif. Als bekannt wurde, dass ein westlicher Top-Schauspieler Putin darstellt, sorgte das in Moskau für eine gewisse Vorfreude. Law blickt als Präsident meist finster, verleiht ihm aber auch menschliche Momente – etwa beim Wasserski oder auf einer Party am Schwarzen Meer. Der Schauspieler selbst betonte, der Zweck der Rolle sei es nicht, «mit Dreck zu werfen, sondern einfach eine Geschichte zu erzählen». Es ist die Story eines Putin, der Russland wieder auf die Beine stellt und es mit dem Krieg in Tschetschenien vor dem Zerfall rettet. Gedreht wurde der Film übrigens im benachbarten EU-Land Lettland.

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Jahrleang galt Wladislaw Surkow als einer der wichtigsten Berater von Kremlchef Wladimir Putin (l). (Archivbild)
Fakten-Check: Wie viel Wahrheit steckt im Film?
Regisseur Assayas orientiert sich größtenteils an historischen Fakten – wie dem Untergang des Atom-U-Boots «Kursk», bei dem Putin keine gute Figur abgab. Er nutzt aber auch abgedroschene Russland-Klischees und erfundene Elemente, besonders in der Schlussszene. Diese wirkt, als solle sie ein zu positives Bild des Präsidenten absichtlich zerstören.
Aus juristischen Gründen musste Assayas zudem wichtige Namen abändern. Nicht nur Surkow, Putins einstiger Fädenzieher, heißt anders; auch der frühere Öl-Oligarch Michail Chodorkowski erscheint als Dmitri Sidorow. Putin lässt Sidorow verhaften, weil dieser sich ihm widersetzt – eine klare Botschaft an die Oligarchen. Im echten Leben zählt Chodorkowski nach langer Lagerhaft heute aus dem Exil zu den wichtigsten Finanziers der Opposition gegen Putin.

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Jude Law vor der Premiere des Films in Venedig. (Archivbild)
Hommage oder Kritik? Was der Film wirklich will
Assayas begegnet Russland und Putin mit Ernsthaftigkeit und Respekt. Der Präsident, der seit über 25 Jahren das Land regiert und 2022 den Angriffskrieg auf die Ukraine startete, kommt insgesamt vergleichsweise glimpflich davon. Das ist kein Vergleich zu dem Film «Putin. Krieg wird kommen» von Patryk Vega, der den Kremlchef als blutrünstiges Monster zeigte.
Putin als Filmheld ist aber kein Novum. Schon 2008 gab es mit «Ein Kuss – nicht für die Presse» eine klare Hommage an seine Zeit als KGB-Offizier in Dresden.

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Paul Dano und Jude Law vor der Pressekonferenz zum Film in Venedig. (Archivbild)
Was würde der Kreml dazu sagen?
Putins Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich vor der Weltpremiere gelassen. Es sei „gesetzmäßig“, dass ein so bedeutender Politiker wie Putin im Film auftauche. Er lobte seinen Chef sogar: «Putin ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Staatschefs der Welt, ein Weltführer, dessen Einfluss auf das Weltgeschehen kaum zu überschätzen ist». Neue Fakten liefert das Leinwand-Epos allerdings nicht.
Putin selbst redet oft abfällig über westliche Produktionen und will „traditionelle Werte“ sehen. Kürzlich ordnete er an, ausländische Filme durch Quoten zu begrenzen, während russische Produktionen länger laufen sollen – obwohl Berichte besagen, dass die meisten davon an den Kinokassen floppen.
Reaktionen aus Russland: Wird der Film dort gezeigt?
In russische Kinos wird es der Film wohl nicht schaffen, allein schon wegen der erfundenen Schlussszene. Wegen der Sanktionen laufen ohnehin kaum noch westliche Filme dort. Die Russen greifen aber auf Piraten-Websites im Internet zurück, um verbotene Streifen zu sehen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

