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Die Waffen schweigen nichtOster-Waffenruhe abgelaufen, Selenskyj-Vorschlag gescheitert

Wladimir Putin

Copyright: Sergei Karpukhin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kremlchef Putin hatte verfügt, dass für 32 Stunden die Waffen bis Mitternacht Ortszeit am Sonntag schweigen sollen. (Archivbild)

Der kurze Frieden zu Ostern ist Geschichte. Nun fliegen zwischen den Kriegsparteien wieder die Vorwürfe.

Osterfrieden gescheitert! Jetzt spricht der Kreml Klartext gegenüber Kiew. Der Wunsch nach einer kurzen Verschnaufpause im Konflikt hat sich zerschlagen. Die von Russland für das orthodoxe Osterfest ausgerufene Feuerpause endete um Mitternacht (23 Uhr MESZ). Und wie so oft zuvor werfen sich Kiew und Moskau nun gegenseitig vor, sich nicht an die Abmachung gehalten zu haben.

Zwar berichteten beide Kriegsparteien von neuen Attacken, diese fielen aber geringer aus als üblich. Aus Kiew hieß es vom Generalstab, dass russische Raketen- und Gleitbomben ausblieben, was weniger Tote und Schäden zur Folge hatte. Im Gegenzug registrierte Moskau keine ukrainischen Attacken auf die für den Krieg so wichtige Öl-Infrastruktur. Eine 32-stündige Unterbrechung der Kämpfe war von Kreml-Boss Wladimir Putin befohlen worden, um den orthodoxen Gläubigen ein friedliches Osterfest zu ermöglichen.

Gefangenenaustausch kurz vor dem Fest

Einen raren Augenblick der Mitmenschlichkeit gab es direkt vor den Festtagen: Die Streitkräfte Russlands und der Ukraine ließen hunderte Gefangene frei. Auf jeder Seite durften 175 Soldaten sowie 7 Zivilpersonen heimkehren. Beide Staaten gaben bekannt, dass solche Austauschaktionen weitergehen sollen.

Aber dann folgte eine erschütternde Anschuldigung aus der Ukraine: Die dortige Armee wirft Russland vor, am Sonntag eigene Kriegsgefangene an der Frontlinie mit bewaffneten Drohnen attackiert und dabei verwundet zu haben. Laut der Nachrichtenagentur „dpa“ meldet, ließen sich diese Informationen nicht von unabhängiger Seite bestätigen.

Ukraine-Krieg - Gefangenenaustausch

Copyright: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Russland und die Ukraine tauschten erneut Gefangene aus.

Lage an der Front eskaliert erneut

An der Frontlinie ist die Situation weiterhin extrem angespannt. Insgesamt 2.299 Verstöße gegen die Feuerpause zählte der ukrainische Generalstab, wozu 479 Artillerieschläge und circa 1.800 Attacken mit kleinen Drohnen gehörten. Für Sonntag wurden 55 Kampfhandlungen nach russischen Vorstößen verzeichnet. Nach einer 18-stündigen Unterbrechung meldete auch die ukrainische Luftwaffe eine neue russische Drohnenattacke in der Region Sumy. In der Gegend um Charkiw gab es zwei Verletzte, als eine Drohne ein Lebensmittelgeschäft traf.

Umgekehrt beschuldigte das Verteidigungsministerium in Moskau die Ukraine, trotz der Osterruhe gezielt angegriffen zu haben. Man habe ukrainisches Feuer auf Stellungen bei Pokrowsk sowie in der Region Dnipropetrowsk registriert. „Alle Attacken wurden abgewehrt“, verlautete es aus Moskau. In der südlich gelegenen russischen Oblast Belgorod soll eine Person durch eine ukrainische Drohne verletzt worden sein.

Selenskyjs Friedens-Vorstoß ohne Chance

Ein Versuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die kurze Feuerpause in einen beständigen Waffenstillstand umzuwandeln, blieb erfolglos. Im russischen Staats-TV stellte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow unmissverständlich fest: Die Kampfhandlungen gehen weiter, falls Kiew nicht auf die russischen Friedensvorgaben eingeht. Russland verlangt die Abtretung von Territorien in der Donezk-Region, eine Forderung, die von der Ukraine strikt zurückgewiesen wird. (red)

Seit mehr als vier Jahren wehrt sich die Ukraine mit Unterstützung aus dem Westen gegen die russische Invasion.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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