Nach Wahl-Klatsche: Starmer kämpft und gibt düstere Prognose.
„Sehr gefährliche Gegner“Nach Wahl-Klatsche warnt Premier Starmer vor Rechtspopulisten

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Keir Starmers Rede war mit Spannung erwartet worden.
Keir Starmer kämpft um sein politisches Überleben. Nach der Wahl-Klatsche für seine Labour-Partei schlägt der britische Premier zurück – mit einer Brandrede voller Emotionen und einer unheilvollen Prophezeiung für Großbritannien.
Festhalten am Posten, das ist die Devise von Keir Starmer (63). Der britische Regierungschef möchte unbedingt weitermachen. In einer Rede, auf die alle gewartet hatten, gestand er die Schuld für die katastrophale Wahlniederlage seiner Labour-Partei am letzten Donnerstag ein. Gleichzeitig versprach er, ab sofort einen neuen Kurs einzuschlagen.
Der Gegenwind für Starmer kam in der letzten Zeit nicht nur von den Rechtspopulisten der Reform UK oder den Konservativen. Auch in seiner eigenen Partei und bei den Wählern wuchs der Unmut. Zahlreiche Unterstützer, die ihn im Sommer 2024 noch zum Triumph getragen hatten, kehrten ihm den Rücken. Starmer zeigte sich aber kämpferisch: „Ich weiß, dass ich meine Zweifler habe, und ich weiß, dass ich ihnen das Gegenteil beweisen muss - und das werde ich“. Er stehe für falsche Entscheidungen gerade, aber ebenso für die Aufgabe, „den Wandel umzusetzen, für den wir gewählt wurden - und ich werde das liefern.“
Starmer verteidigt seine Politik: „Bei den großen politischen Entscheidungen lagen wir richtig“
Dennoch pochte der Regierungschef darauf, bei den entscheidenden Weichenstellungen richtig gehandelt zu haben. „Natürlich haben wir, wie jede Regierung, Fehler gemacht, aber bei den großen politischen Entscheidungen lagen wir richtig“, bekräftigte er. Er führte als Beleg an, dass man sich aus den amerikanisch-israelischen Attacken im Iran-Konflikt herausgehalten habe. Außerdem verwies er auf Fortschritte beim kaputten Gesundheitssystem NHS und fallende Zuwanderungszahlen.
Gleichzeitig gestand Starmer aber auch zu: „Das reicht nicht aus.“ Die Veränderungen kämen für die Menschen in Großbritannien, die die aktuelle Lage leid seien, schlicht zu langsam voran.
Unheilvolle Prognose: Starmer warnt vor „sehr gefährlichen Gegnern“
Anschließend fand der Premier klare Worte und zeichnete ein finsteres Szenario für den Fall, dass seine Labour-Partei die Macht abgeben muss. Er alarmierte: „Wir stehen nicht nur vor gefährlichen Zeiten, sondern auch vor gefährlichen Gegnern - sehr gefährlichen Gegnern“.
Falls seine Partei den Umschwung nicht packt, würde das Land „einen sehr dunklen“ Pfad beschreiten. Speziell sprach Starmer eine Warnung bezüglich der Rechtspopulisten aus und verwies auf eine geplante Demonstration von Rechten am kommenden Samstag im Herzen von London. Es stehe nicht weniger auf dem Spiel als „die Seele der Nation“. Sein Appell an die eigene Partei war unmissverständlich: „Wir können nicht gewinnen, indem wir eine schwächere Version von Reform oder den Grünen sind. Wir können nur gewinnen, indem wir eine stärkere Version von Labour sind.“
Reform UK mit Nigel Farage als großer Sieger
Labour musste bei den Wahlen zu Regional- und Landesparlamenten in England sowie Wales und Schottland am letzten Donnerstag herbe Verluste hinnehmen. Der klare Gewinner war die rechtspopulistische Reform UK, angeführt vom Brexit-Wortführer Nigel Farage. Sie sicherte sich auf Anhieb über 1.400 Mandate in lokalen Vertretungen. Zwar steht die nächste Wahl zum britischen Parlament erst für 2029 an, doch dieses Resultat schwächt den Regierungschef innenpolitisch massiv. (dpa/red)
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