Nach der Pannen-Auszählung zum Olympia-Entscheid greift der Kölner OB durch: Er gesteht Fehler ein, entschuldigt sich bei den Helfern und legt als kleines Dankeschön 25 Euro obendrauf.
Chaos-Nacht in KölnOB Burmester entschuldigt sich nach Pannen-Auszählung

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Oberbürgermeister Torsten Burmester bei seinem Besuch im Auszählzentrum am Sonntagnachmittag.
Eine Nachtschicht, die es in sich hatte! Für 1000 Freiwillige in Köln wurde die Auszählung der Stimmen für den Olympia-Ratsbürgerentscheid zu einem echten Kraftakt bis 3 Uhr morgens.
Am Mittwoch landete dann Post von Oberbürgermeister Torsten Burmester in ihren Briefkästen. Die Botschaft: Eine Entschuldigung für die chaotischen Zustände, das Eingeständnis von Planungsfehlern und ein Bonus von 25 Euro auf das „Erfrischungsgeld“.
OB Burmester zollt Helfern Respekt: „Außerordentlicher Einsatz“
Es war eine Premiere für die Domstadt – und die ging gründlich daneben. Der allererste Ratsbürgerentscheid in Köln wurde als reine Briefwahl abgehalten. Knapp unter 40 Prozent der etwa 812.000 Wahlberechtigten beteiligten sich. Für die Zähl-Crews im Hans-Böckler-Berufskolleg in Deutz bedeutete das einen riesigen Stapel von 322.327 Stimmzetteln.
Der Startschuss für die Auszählung fiel aber erst um 18 Uhr, so schreibt es die städtische Satzung vor. Obwohl das Kommunalwahlgesetz NRW eine Änderung für einen früheren Beginn erlaubt hätte, passierte nichts. Die blamable Konsequenz: Während 16 andere NRW-Kommunen ihre Resultate längst gemeldet hatten, wurde in Köln noch immer gezählt. Erst um 3 Uhr in der Nacht zum Montag gab die Stadt das Ergebnis bekannt: 57,4 Prozent Zustimmung für die Olympia-Pläne.
In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, wendet sich der Kölner OB direkt an die erschöpften Helferinnen und Helfer. Er beginnt mit den Worten: „Ich danke Ihnen herzlich für Ihren außerordentlichen Einsatz bei der Auszählung zum Ratsbürgerentscheid zu Olympia.“
Er drückte auch sein Bedauern aus: „dass die hohe Belastung und die Arbeit bis weit nach Mitternacht Ihnen viel abverlangt haben“. Burmester würdigte die Leistung der Freiwilligen: „Sie haben unter anspruchsvollen Bedingungen Hervorragendes für die Demokratie geleistet und dafür gebührt Ihnen mein ausdrücklicher Dank und meine höchste Anerkennung.“
Die hohe Wahlbeteiligung sei zwar erfreulich und „ein starkes Zeichen für das demokratische Engagement unserer Stadt“, wird in dem Brief weiter ausgeführt. Doch Burmester macht auch klar: „Zugleich ist mir bewusst, dass der damit verbundene Aufwand der Auszählung insbesondere von Ihnen getragen wurde. Dafür möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen.“
Als Erklärung für das Debakel führte Burmester an, dass es der erste Ratsbürgerentscheid dieser Art war. Der Verwaltung hätten deshalb umfangreiche Erfahrungswerte gefehlt, „was zu Planungsfehlern geführt hat“. Erschwerend kam hinzu, dass die üblichen Auszählorte wie die Messehallen nicht zur Verfügung standen. „Diese Umstände haben die Bedingungen am Abstimmungsabend zusätzlich erschwert“, so der OB in seinem Schreiben.
25 Euro extra als kleines Trostpflaster
Burmester räumt weiter ein, dass die ursprünglich versprochene Entschädigung dem Aufwand nicht gerecht wurde. „dass das für Ihren Einsatz ursprünglich ausgelobte Erfrischungsgeld diesen besonderen Anforderungen rückblickend nicht gerecht wird“. Deshalb habe er die Anweisung gegeben, den Betrag – für alle Helfer gleich – „um 25 Euro zu erhöhen und die Auszahlung zeitnah zu veranlassen“. Dies sei aber natürlich „nur ein kleiner zusätzlicher Dank für Ihren arbeitsintensiven Einsatz an diesem Sonntag“.
Üblicherweise ist das Erfrischungsgeld für Wahlhelfer gestaffelt: 60 Euro gibt es für Beisitzer, 70 Euro für stellvertretende Schriftführer und 80 Euro für Abstimmungsvorsteher und Schriftführer. Die Abstimmungsvorsteher und Schriftführer sowie ihre Stellvertreter erhielten außerdem 30 Euro Aufwandsentschädigung für eine obligatorische Online-Schulung.
Lehren aus dem Chaos für die Zukunft
In seinem Brief sichert Burmester den Wahlhelfern zu, die Vorkommnisse vom Sonntag mit dem Wahlamt „sorgfältig aufarbeiten und in die Vorbereitung künftiger Wahlen und Abstimmungen einfließen lassen“ zu wollen. Bei der nächsten Landtagswahl am 25. April 2027 werde die Stadt Köln wieder auf ihre bewährten Strukturen setzen, wozu auch die Nutzung der Kölnmesse als Briefwahlzentrum gehört. Dann werde man auch wieder die normale Anzahl an Wahlvorständen einsetzen. Der Platzmangel im Berufskolleg hatte zu einer Reduzierung der Teams geführt. Das Ergebnis: Jedes sieben- bis achtköpfige Team musste sich durch bis zu 3000 Stimmzettel kämpfen.
Besonders pikant: Im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung noch stolz verkündet, wie schnell die 1000 benötigten Helfer gefunden waren – es hatten sich sogar mehr als doppelt so viele Freiwillige gemeldet. Seinen Brief beendet Burmester daher mit einem Appell: „Trotz der herausfordernden Erfahrungen am vergangenen Sonntag würde ich mich sehr freuen, wenn wir auch künftig wieder auf Sie und Ihre Unterstützung als erfahrene Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zählen können.“ (red)
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