Nach Wahl-Debakel: Eigene Minister fordern Starmers Kopf
Aufstand gegen StarmerNach Wahl-Klatsche fordern über 70 Abgeordnete seinen Abgang

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Bei seiner Krisenrede am Montag zeigte sich der britische Premier noch kämpferisch.
Aufruhr in London: Eigene Ministerinnen fordern Starmers Kopf – stürzt der Premier jetzt? Die Luft für Keir Starmer wird immer dünner. Nach dem Wahl-Debakel für seine Labour-Partei soll der britische Premier nun sogar von zwei seiner wichtigsten Ministerinnen zum Rücktritt gedrängt worden sein. In Westminster braut sich ein politisches Unwetter zusammen.
Nach den katastrophalen Ergebnissen bei den Wahlen auf kommunaler und regionaler Ebene gerät der britische Premierminister Keir Starmer massiv in Bedrängnis. Wie diverse britische Medienhäuser melden, sollen ausgerechnet Innenministerin Shabana Mahmood und Außenministerin Yvette Cooper ihm nahegelegt haben, einen Plan für seinen Abgang zu präsentieren.
Für heute ist eine turnusmäßige Sitzung des Kabinetts geplant, die dieses Mal jedoch enorme Sprengkraft birgt. Laut Meldungen von Sky, der BBC und dem „Guardian“ prüft Starmer seine nächsten Schritte. Ein Minister äußerte gegenüber dem „Guardian“, im Kabinett gebe es aktuell „unterschiedliche Ansichten darüber, wie es weitergehen soll und was im besten Interesse von Partei und Land ist“.
Die Labour-Partei erlitt letzte Woche bei den Wahlen in England einen Verlust von über 1.400 Sitzen in den Gemeinderäten. In der einstigen Labour-Bastion Wales stürzte die Partei sogar auf den dritten Rang ab, noch nach der Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru und Reform UK.
Rebellion in den eigenen Reihen: Abgeordnete fordern Starmers Abgang
Starmer selbst zeigte sich am Montag in seiner mit großer Spannung verfolgten Krisenansprache noch kampfeslustig und schloss einen Rückzug kategorisch aus. Dennoch wurden die Forderungen nach seinem Abgang im Tagesverlauf immer lauter, ungeachtet mancher positiver Reaktionen auf seine Rede.

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Dem britischen Premier werden etliche Fehlentscheidungen vorgeworfen.
Laut Berichten von Sky und der BBC entzogen über 70 der etwa 400 Labour-Parlamentarier, viele davon aus den hinteren Reihen, dem unter Druck stehenden Premier am Montag öffentlich ihr Vertrauen. Darüber hinaus reichten am Abend mehrere parlamentarische Helfer seiner Minister ihren Rücktritt ein und verlangten ebenfalls, dass Starmer seinen Posten aufgibt.
Den Anfang machten am Montagabend Joe Morris, ein Assistent von Gesundheitsminister Wes Streeting, und Tom Rutland aus dem Umweltministerium. Ihnen schlossen sich kurz darauf Naushabah Khan vom Cabinet Office und Melanie Ward aus dem Stab des stellvertretenden Regierungschefs David Lammy an. Alle hatten den Posten eines Parliamentary Private Secretary (PPS) inne, eine Art Assistenzfunktion. Laut der Webseite des Parlaments gelten sie als die „Augen und Ohren“ ihrer Minister im Unterhaus und der unbezahlte Posten ist oft ein Karrieresprungbrett.
Starmer bleibt stur: „Werde meine Zweifler überzeugen“
Aufforderungen zu einem Amtsverzicht hatte Starmer schon mehrfach eine Absage erteilt. Er sei sich bewusst, dass es Skeptiker gebe, die er von sich überzeugen müsse – „und das werde ich“, erklärte er am Montag während seiner Ansprache. Im Anschluss an seine Rede erhielt der Premierminister aber auch Unterstützung aus seiner Partei.

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Wie geht es weiter in Großbritanniens Politik? (Archivbild)
Gleichzeitig malte Starmer ein düsteres Szenario und warnte vor politischen Kontrahenten, speziell vor den Rechtspopulisten von Reform UK, die als die klaren Gewinner der Wahlen gelten. Sollte seine Partei scheitern, würde das Land „einen sehr dunklen“ Pfad beschreiten, so seine Worte.
Der Premier stand schon im Vorfeld der Wahlen wegen Rücktrittsforderungen in der Kritik. Leere Kassen, schwaches Wachstum und hohe Lebenshaltungskosten machten ihm schwer zu schaffen, zusätzlich zu misslungenen Reformen und Affären. Zahlreiche Wähler, die dem Labour-Chef 2024 zu seinem grandiosen Sieg verholfen hatten, kehrten ihm den Rücken. Er übernehme die Verantwortung, erklärte Starmer am Montag. „Aber ich trage auch die Verantwortung, den Wandel umzusetzen, für den wir gewählt wurden - und ich werde das liefern.“ (dpa/red)
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