Fall Nawalny bei „Anne Will” Theorie von Linke-Politikerin sorgt für Entsetzen

Berlin – Der Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny schlägt weiter Wellen und der Ton zwischen Deutschland und Russland wird rauer.

Der Anschlag könnte nämlich Folgen für Nord Stream 2 haben. Das Pipeline-Projekt soll Erdgas von Russland nach Deutschland bringen.

Und während noch die Verantwortlichen für die Vergiftung mit dem Nervengift Nowitschok gesucht werden, sorgt die Linke-Außenexpertin Sevim Dagdelen mit ihren Aussagen im TV für Empörung.

Nawalny-Anschlag: Ändert Deutschland jetzt seine Russland-Politik?

Der Giftanschlag auf Nawalny war am Sonntagabend (ARD, 21.45 Uhr) Thema in der Polit-Sendung „Anne Will“. Darüber wurde auch heiß diskutiert, denn in der Runde waren sich die Gäste nicht immer einig.

Die Bundesregierung hat Russland zwar mit harten Worten zur Aufklärung der Vergiftung Nawalnys aufgefordert, eine Verknüpfung des Falls mit dem deutsch-russischen Gasprojekt bislang aber vermieden.

Anstatt Antworten zu liefern, bestreitet Russland in den Giftanschlag verwickelt zu sein. Dabei glauben viele, dass der Kreml dahintersteckt. 

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, fordert als Konsequenz einen Stopp des Pipeline-Projekts. Mit Putin müsse man in einer Sprache sprechen, die er verstehe. „Die Sprache, die er versteht, ist die Sprache des Geldes, des Gases und der Macht. Und Nord Stream ist alles zusammen“, sagte er in der ARD-Sendung „Anne Will“.

„Anne Will“: Sevim Dagdelen nimmt Moskau im Fall Alexej Nawalny in Schutz

Sevim Dagdelen sieht es völlig anders und nimmt Moskau sogar in Schutz: Sie warnte in dem ARD-Talk mit einem Stopp des Projekts, würde sich Deutschland „ins eigene Knie“ schießen.

Schließlich seien in den Neunzigerjahren auch Proben des Gifts in die Hände des Bundesnachrichtendienstes (BND) gelangt. Deswegen könne man jetzt nicht über die Herkunft des Giftes spekulieren.

Auch wäre dies eine direkte Wahlkampfhilfe für US-Präsident Donald Trump, der Nord Stream 2 unbedingt verhindern will.

„Was mich maßlos ärgert, ist Ihr Versuch, hier Verwirrspiele zu spielen. Es ist empörend, dass Sie unsäglichen Verschwörungstheorien Vorschub leisten“, schaltete sich Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, empört ein.

Und auch Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, konterte zurück: „Man sollte sich nicht dümmer stellen, als man ist. Nawalny ist bei einem Flug über Sibirien zusammengebrochen. Wo sollte bei diesem Ablauf ein westlicher Geheimdienst das Gift zugeführt haben?“ (dpa/cf)

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