Maskenpflicht, Isolation Diese Corona-Regeln gelten ab September in NRW

Bei ARD-Talk Sahra Wagenknecht wirft RKI gravierende Fehler vor

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Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht war am Sonntag zu Gast bei „Anne Will“.

Berlin – Woche für Woche haben Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen Zulauf. Dabei wurden die Bestimmungen in weiten Teilen zurückgefahren. Ob die Beschränkungen verhältnismäßig sind, darüber diskutierte Anne Will am Sonntagabend im ARD.

Zu Gast unter anderem SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57). Er zeichnete in dem TV-Talk ein bitteres Bild der Corona-Krise. Die Präventivmedizin kenne keine Helden, erklärte Lauterbach in sarkastischem Tonfall.

Karl Lauterbach mit bitterer Corona-Analyse bei „Anne Will“

„Haben wir Erfolg, dann heißt es Fehlalarm, es sei viel zu viel gemacht worden, sei alles gar nicht so schlimm gewesen. Wenn wir aber keinen Erfolg haben, dann sind wir erst recht die Buhmänner, weil es dann heißt, wir hätten nichts hinbekommen. Somit kann man sich aussuchen, wie man scheitert“, lautet Lauterbachs bittere Corona-Analyse.

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Dass es jetzt zu Demonstrationen kommt, vor diesem Hintergrund, den der SPD-Politiker schildert, kein Wunder. Es sei eine Art Pandemie-Paradox, dass die Entscheidungsträger in solch einer Krise immer beschuldigt werden, das Falsche getan zu haben.

Es gebe nur zwei Wege, die im Nachhinein beide verteufelt werden. „Indem man die Pandemie tatsächlich in den Griff bekommt, dann heißt es Fehlalarm, wir haben die Wirtschaft runtergefahren. Oder man schafft das gleiche nicht, dann gilt man als Stümper, weil es so viele Tote gegeben hat.“

Egal, was man mache, man sei immer der Verlierer. Lauterbach ist sich aber sicher, dass die Epidemiologen und die Politiker, die ihren wissenschaftlichen Ergebnissen und Empfehlungen folgen, das Richtige tun.

„Anne Will“: Sahra Wagenknecht schießt gegen Robert Koch-Institut

Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (50) widerspricht. Es sei ein nicht geringer Teil der Bevölkerung, der nicht unbedingt mit den Maßnahmen, wohl aber mit der Art des Managements dieser Krise sehr unzufrieden sei. Und dafür gebe es auch „allen Grund“, ist Wagenknecht überzeugt.

Die Maßnahmen hätten besser kommuniziert werden müssen, ist sich die Linken-Politikerin sicher. Sie habe die Dringlichkeit zu präventivem Handeln eher aus den Bildern aus den Nachbarländern wie Italien entnommen und nicht aus den Erklärungen der Experten.

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„Ich fand viele öffentliche Auftritte äußerst widersprüchlich, auch des RKI“, sagt Wagenknecht bei „Anne Will“. Da habe sie sich schon „mehr Professionalität“ gewünscht, gerade in einer so elementaren Frage, wo es um solch einschneidenden Beschränkungen geht.

„Und jetzt nehmen wir die Beschränkungen in teilweise einer widersprüchlichen Form zurück“, so Wagenknecht weiter. „Also ich kann niemandem erklären, dass Fitnessstudios öffnen und Kitas noch zu sind.“

Dagegen richtete sich laut Wagenknecht nun auch der Unmut in der Bevölkerung, nicht gegen die Maßnahmen an sich, denn für die gab es gebe es auch weiter eine große Mehrheit. Zu Recht, das zeigte ja schon ein Blick auf die Zahlen in anderen Ländern, wie viele Tote es da gegeben hat.

Investigativ-Reporter: Gleiche Akteure heute wie damals bei Flüchtlingskrise

Investigativ-Reporter Olaf Sundermeyer (47), ebenfalls zu Gast am Sonntagabend bei „Anne Will“ hat das Demonstrationsgeschehen in den vergangenen Wochen genau unter die Lupe genommen, war selbst bei vielen Protesten vor Ort.

Seine Beobachtungen decken sich mit dem Empfinden vieler Menschen: „Der Zeitpunkt, in dem die Lockerungen tatsächlich in Kraft getreten sind, ist genau derjenige gewesen, in dem dieses Demonstrationsgeschehen zugenommen hat.“ Insbesondere in Berlin, Stuttgart, München und Frankfurt habe sich eine „ziemliche Dynamik“ entwickelt.

Sundermeyer legt allerdings nahe, dass die Protestbewegung unterwandert und künstlich angeheizt wird und nicht die Stimmung der breiten Bevölkerung widerspiegelt. Auffällig sei, dass teilweise dieselben Akteure bei den Corona-Demos zu beobachten seien, die auch beim Höhepunkt der Flüchtlingskrise gesehen wurden und damals versucht hatten, gegen die Flüchtlingspolitik zu agitieren.

„Auf der Straße haben wir Politikaktivisten aus verschiedenen Lagern, die versuchen, eine Protestkulisse aufzubauen in Deutschland, die medial verstärkt sehr viel mehr vermittelt, als tatsächlich die Stimmung in der Bevölkerung ist“, erklärt Sundermeyer. (jv)

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