Die Polizei auf Malle ist am Limit. Fiese Porno-Fakes fluten das Netz, Ermittler schlagen Alarm.
Digitale Welle überrollt Mallorca!Chef-Ermittler schlägt wegen Porno-Fakes Alarm

Copyright: IMAGO / Steinach
Justitia-Figur und Computertastatur.
Künstlich erstellte Porno-Clips, die als Deepfakes bekannt sind, sorgen für riesigen Gesprächsstoff, besonders seit der Causa um Collien Fernandes. Die TV-Persönlichkeit reichte im Dezember bei einem Gericht in Palma eine Anzeige ein. In Deutschland wird noch über strengere Regeln debattiert, während Spanien bereits gehandelt hat – die Situation vor Ort ist jedoch erschreckend.
Ein Top-Ermittler der balearischen Nationalpolizei redet jetzt Klartext. „In den vergangenen Jahren hat uns eine digitale Welle überrollt. Wir müssen schwimmen, um nicht zu ertrinken“, so die dramatischen Worte von Francisco Javier Fernández Rodríguez, dem Leiter der Abteilung für Cyberkriminalität. Die Kriminalität im Internet sei allein in den letzten fünf Jahren um ganze 20 Prozent in die Höhe geschnellt. Zwar würden mehr Taten gemeldet, die nicht erfasste Zahl sei aber „enorm“. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
„Wir sind nicht genug“
Obwohl sein Team personell verstärkt, die Ausrüstung modernisiert und die Belegschaft fortgebildet wird, bleibt die Situation extrem angespannt. „Wir tun viel und sind viele. Trotzdem sind wir nicht genug“, sagt Fernández. Künstliche Intelligenz sei hierbei ein zweischneidiges Schwert. Einerseits unterstützt sie die Ermittlungsarbeit, andererseits verursacht sie immer neue Delikte.
Trotz der heiklen Situation empfiehlt der Experte allen, die von Deepfakes betroffen sind, unbedingt eine Anzeige aufzugeben. Im Internet sei es zwar oft komplizierter, die Verantwortlichen zu überführen als bei physischer Gewalt, aber: „Es gibt immer Spuren, auch digital.“ Entscheidend sei, dass Betroffene keinerlei Inhalte oder Dateien entfernen, sondern alles sichern und sofort die Polizei kontaktieren. Sein unmissverständlicher Aufruf: „Auf keinen Fall auf Erpressungen einlassen“.
Schutz der Betroffenen steht an erster Stelle
Sobald eine Meldung eingeht, folgen die Dienststellen einem festen Ablauf. Bei Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt wird die Spezialeinheit für den Schutz von Familien und Frauen (UFAM) hinzugezogen. Die Statistik ist schockierend: „Knapp 90 Prozent der Opfer von manipuliertem Bildmaterial sind weiblich“, erläutert Fernández. Seine Einheit kooperiert intensiv mit der UFAM.
„Der Opferschutz steht immer im Vordergrund“, unterstreicht der Beamte. Über den „Canal Prioritario“ der spanischen Datenschutzagentur wird als Erstes die weitere Verteilung der Aufnahmen im Netz gestoppt. Laut Fernández klappt das in der Regel „gut und schnell“, weil sich die Kooperation mit den Anbietern in den vergangenen Jahren erheblich verbessert habe.
Die Verantwortlichen anhand ihrer digitalen Spuren zu finden, ist aber ein echtes Rennen gegen die Uhr. Abhängig von der verwendeten Verschlüsselung kann es schnell gehen oder eine Ewigkeit dauern. Einige Fälle werden nie aufgeklärt. Die Täter stammen manchmal aus dem allernächsten Umfeld, es können aber auch lose Bekannte oder sogar wildfremde Menschen sein. Einen absoluten Schutz davor gibt es nicht. „Jeder sollte genau reflektieren, wem er welche digitalen Daten schickt“, mahnt Fernández. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

