Preußen-Krimi: Er sollte Gold machen, wurde mit Glas reich
Der Elon Musk des BarockStar-Autor Illies über Alchimist, der mit Glas statt Gold reich wurde

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Ein bevorzugtes Genre von Florian Illies: die unterhaltsam-tiefgründige Biografie.
Aufstieg und Fall eines Genies: Kölner Verlag enthüllt Preußen-Krimi um Alchimist und seine geheime Insel Er sollte Gold machen, doch wurde mit Glas steinreich – und stürzte tief. Bestseller-Autor Florian Illies erzählt die unglaubliche, wahre Geschichte eines Alchimisten, die ein Kölner Verlag jetzt als großes Ding herausbringt.
Florian Illies (55) ist ein echtes Multitalent in der deutschen Kulturszene. Er gibt die „Zeit“ heraus, war als Auktionator tätig und leitete für eine kurze Zeit den Rowohlt Verlag. Seit fast 30 Jahren verfasst er Bestseller. Werke wie „Generation Golf“ oder „1913“ erzielen Verkaufszahlen im Hunderttausender-Bereich. Er gilt als einer der gefragtesten Schriftsteller unserer Tage.
Wenn Illies ein neues Werk präsentiert, horcht die Literaturszene auf. Sein neuestes Buch, „Träume aus Feuer“, ist ein derart großes Ereignis, dass dafür ein völlig neuer Verlag ins Leben gerufen wurde. Der Pfaueninsel Verlag ist Teil des Kölner Konzerns Bastei Lübbe und soll den Markt für anspruchsvolle Literatur erobern.
Die Insel der Könige – und des Vergessens
Die Präsentation des Buches fand stilecht auf der Pfaueninsel in der Berliner Havel statt. Was heute ein Ausflugsziel ist, war über Jahrhunderte der geheime Zufluchtsort für Preußens Könige. Sie errichteten dort Liebesnester, empfingen Mätressen und hielten wilde Tiere wie Löwen und Kängurus. 1795 kamen auch die namensgebenden Pfauen hinzu. Doch die Preußen verloren das Interesse, und die Insel wurde vergessen.

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Florian Illies erzählt in «Träume aus Feuer» die Geschichte des Alchimisten Johannes Kunckel – vom Aufstieg am Hof bis zum jähen Sturz.
Ein ganz ähnliches Schicksal traf auch den wohl schillerndsten Bewohner der Insel: Johannes Kunckel (1635-1703). Florian Illies widmet sich der Lebensgeschichte dieses Alchimisten und frühen Wissenschaftlers in „Träume aus Feuer“ auf 120 fesselnden Seiten.
Es ist die Story vom Aufstieg und Fall eines barocken Start-up-Gründers. An seinen Hof wurde Kunckel vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) geholt. Dort sollte er eigentlich Gold produzieren, doch diese Mission scheiterte.
Ein Alchimist, der am Gold scheitert – und mit Glas reich wird
Kunckel erschuf stattdessen etwas Anderes: Er fertigte Glas in strahlendem Rubinrot und Kobaltblau. Der Kurfürst besserte mit dem Erlös aus diesem Luxusgut seine klammen Finanzen auf und bezahlte damit seinen pompösen Lebenswandel. Kunckel selbst kam innerhalb von nur zwei Jahren zu einem enormen Reichtum.
Als Dankeschön überschüttete der Fürst ihn mit Präsenten, allen voran die Insel, die damals Pfauenwerder hieß. Dort errichtete Kunckel ein Labor und eine Glashütte. Aber der rasche Erfolg rief Neider auf den Plan. Am Hof, wo jeder um die Zuneigung des Herrschers rang, wurden Intrigen gegen ihn gesponnen. Nach dem Ableben seines Förderers im Jahr 1688 war Kunckels Glückssträhne vorbei.
Seine Arbeitsstätten wurden niedergebrannt, und er musste sämtliche Geschenke retournieren – eine typisch deutsche Bestrafung, so Illies. Das Werk schließt mit diesem Desaster und klammert das Happy End aus: Kunckel gelang später am schwedischen Königshof ein Neuanfang.

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Statt Gold entsteht Rubinrot: Illies’ neues Buch zeigt, wie Kunckels Glas Preußens Kassen füllte.
Barockes Silicon Valley: Eine erstaunlich aktuelle Pointe
Die damalige Auseinandersetzung hat verblüffend moderne Züge. „Schon vor dem Tesla aus der Fabrik in Grünheide kam aus Brandenburg ein Luxusprodukt für die Welt - Kunckels rubinrotes Glas“, sagt Illies. Kunckel als eine Art Elon Musk des Barock? Der Große Kurfürst als Trump-Figur? Für Illies ist der Vergleich passend. Schließlich glänze im Weißen Haus auch alles golden, ganz wie einst in den Palästen.
Für Illies ist sein Buch auch eine „Parabel für die Kraft des Träumens: Dass das, wovon wir träumen, nicht gelingt, aber am Ende gelingt etwas anderes. Der Kurfürst träumt vom Gold und bekommt Glas. Aber das ist so wertvoll, dass es ihn ebenso reich werden lässt.“ Die Einnahmen aus dem Glashandel und die Aufnahme der in Frankreich verfolgten Hugenotten schufen die Basis für ein prosperierendes Brandenburg.
Der Schriftsteller selbst sieht das Buch als Fortführung seiner bisherigen Arbeit. „Mich fasziniert, in die Vergangenheit hineinzuspringen und meine Leserinnen und Leser mitzunehmen und ihnen dann Vergangenheit als Gegenwart zu erzählen.“ Er möchte damit aufzeigen, dass die Leute oft nicht bemerkten, dass sie mitten in einer Wendezeit steckten. Auch deshalb ist „Träume aus Feuer“ von einer Relevanz, die man vielleicht nicht erwartet hätte. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
