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„Ich habe Angst“Heftige Szenen in europäischer Hauptstadt – Anwohner in Panik

Proteste in Belfast

Copyright: Pa/PA Wire/dpa

In Belfast kam es am Dienstagabend zu rassistischen Ausschreitungen.

Aktualisiert:

Ausgebrannte Autos, eingeschlagene Fensterscheiben: In Belfast tobt nach einem Messerangriff ein gewaltbereiter Mob.

Flammen und Hass in Belfast! Während der Nacht auf Mittwoch (10. Juni 2026) wurde die nordirische Hauptstadt von rassistisch angetriebenen Unruhen erschüttert. Fahrzeuge und Gebäude gingen in Flammen auf, was die Anwohner in Furcht und Panik versetzte.

Der Funke, der das Feuer entzündete, war eine brutale Messerattacke am Abend zuvor, die einen Mann mit schweren Verletzungen zurückließ. Angeklagt wegen versuchten Mordes ist ein aus dem Sudan stammender Geflüchteter. Appelle zur Mäßigung von Politikern und der Polizei blieben wirkungslos und die Situation geriet außer Kontrolle.

Hass-Parolen und brennende Häuser

Überwiegend junge, männliche Krawallmacher bahnten sich ihren Weg durch die Straßen, steckten dabei mehrere Autos in Brand und legten Feuer in Wohnhäusern. Aus den lichterloh brennenden Gebäuden mussten Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Ziele waren auch Geschäfte, wie etwa ein türkischer Friseursalon, die beschädigt wurden. An die Front eines Imbisses schmierten die Täter eine islamfeindliche Parole. Berichten zufolge skandierten sie wiederholt „Ausländer raus!“. Zwei Polizisten wurden nach offiziellen Angaben verletzt.

Die Eskalation in Belfast ruft düstere Assoziationen hervor. Erst vor Kurzem ereigneten sich in Großbritannien nach der Tötung des Studenten Henry Nowak vergleichbare Ausschreitungen. Damit wächst die Befürchtung vor einem weiteren Sommer der Unruhen.

Demonstration nach Messerangriff in Belfast

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Auch ein Bus wurde von den Randalierern in Brand gesetzt.

Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Gewalt aufs Schärfste. „Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel“, postete er auf der Plattform X. Man habe Menschen wegen ihrer Abstammung attackiert, „und das werde ich nicht tolerieren“.

Von „widerwärtiger Feigheit“ sprach auch die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill. Sie beklagte, dass vermummte Angreifer Familien aus ihren Wohnungen gejagt hätten.

„Ich frage mich, ob ich der Nächste bin“

Ein Video der Attacke vom Montag verbreitete sich viral in den sozialen Netzwerken, obwohl die Polizei eindringlich vor der Teilung gewarnt hatte. Darin ist zu sehen, wie ein Täter auf einem blutüberströmten Mann kniet und mit einem Messer zusticht. Erst nach einiger Zeit schreiten mehrere Personen ein, um den Angreifer vom Opfer wegzuziehen.

Am Morgen danach war das Chaos auf Belfasts Straßen greifbar. Die Furcht ist bei vielen Menschen geblieben. Ein seit 2013 in der Stadt lebender Mann mit Migrationsgeschichte erzählte gegenüber der Nachrichtenagentur PA, seine drei Kinder hätten während der Ausschreitungen „große Angst“ gehabt. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Ich habe Angst. Wenn ich das sehe, frage ich mich, ob ich der Nächste bin.“

Nach Krawallen in Belfast

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Am Morgen nach den Ausschreitungen zeigt sich ein Bild der Verwüstung.

Ein anderer Anwohner stand fassungslos vor den Überresten seines Heims. „Es ist zerstört, von oben bis unten komplett zerstört“, sagte er verzweifelt. „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“

Jon Boutcher, der Polizeichef Nordirlands, bezeichnete die Krawallmacher gegenüber der BBC als „hirnlose Idioten, die damit nur ihre eigene Zukunft ruinieren“. Er schilderte zudem dramatische Rettungseinsätze: „Letzte Nacht haben wir so viele Familien gerettet“, zu denen auch ein Säugling im Alter von zwei Monaten zählte.

Soziale Medien als Brandbeschleuniger

Rechtsextremismus und rassistische Gewalt sind in Großbritannien leider kein neues Problem. Eine entscheidende Rolle kommt dabei oft den sozialen Medien zu. Die Labour-Abgeordnete Anna Turley erklärte bei Times Radio, es existieren „böswillige Akteure, die oft viele, viele Kilometer entfernt sitzen. Es ist für sie ein Leichtes, diese Dinge anzufachen“.

Einer, der die Stimmung anheizte: US-Milliardär Elon Musk. Im Vorfeld teilte er etliche Posts zu der Messerattacke und forderte zur Teilnahme an den Demonstrationen auf. Daraufhin mahnte die Justizministerin von Nordirland, Naomi Long, alle Agitatoren im Netz, sie sollten sich „von ihren Tastaturen fernhalten“.

Krawalle im Sommer 2024

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2024 kam es in etlichen Städten zu Unruhen. (Archivbild)

Erst in der vergangenen Woche gab es in Southampton Krawalle, die vom bekannten Rechtsextremisten Tommy Robinson angeführt wurden. Auslöser war der tödliche Messerangriff auf den Studenten Henry Nowak. Robinson hatte auch bei den Unruhen 2024 eine zentrale Funktion, als nach der Ermordung von drei Mädchen das falsche Gerücht gestreut wurde, ein muslimischer Asylbewerber sei der Täter. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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