Der Fall Janette Bongart geht weiter. Keine Einigung, kein Urteil – aber ein Datum, das alles entscheiden könnte.
„Finde diesen Fall zutiefst erschütternd“Wohnungsdrama bei Köln: Janette muss weiter zittern

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Rollstuhlfahrerin Janette Bongart soll aus ihrer Wohnung geklagt werden.

Janette Bongart (55) sitzt im Rollstuhl, ist auf ihre barrierefreie Wohnung angewiesen – und soll trotzdem raus.
Direkt über ihr schlafen Phantasialand-Touristen. Jetzt hat das Amtsgericht Brühl den Fall verhandelt. Das Ergebnis: keine gütliche Einigung. Der Kampf um ihr Zuhause geht weiter.
Wohnungsdrama in Brühl: Erstmal keine Einigung
Im Gerichtssaal war am Freitag (27. Juni) schnell klar: Eine Lösung im Gütlichen wird es nicht geben. Vermieter und Mieterin konnten sich nicht einigen. Für Janette Bongart, die schwer an Multipler Sklerose erkrankt ist und teilweise gefüttert werden muss, bedeutet das: weiter warten, weiter bangen.
Nun gibt es zwei mögliche Ausgänge: Entweder weist das Gericht die Klage ab – oder es ordnet ein unabhängiges Gutachten an. Dieses soll dann klären, wie es um Janettes Gesundheitszustand steht und ob ein Auszug überhaupt zumutbar wäre. Den Verkündungstermin hat das Gericht auf Donnerstag (23. Juli) festgesetzt.
Rund 30 Unterstützerinnen und Unterstützer hatten sich vor dem Amtsgericht versammelt. Unter ihnen: Wohnungsaktivist Kalle Gerigk, der die Absurdität des Falls in klare Worte fasst:
„Ich finde diesen Fall zutiefst erschütternd und skandalös. Es macht mich fassungslos, dass eine schwerstbehinderte Frau mit Multipler Sklerose um ihr barrierefreies Zuhause kämpfen muss, während die Wohnung über ihr an Phantasialand-Touristen vermietet wird. Wenn Profit über Menschlichkeit siegt, ist etwas Grundlegendes verloren. Ein Zuhause ist kein Geschäftsmodell, sondern ein Menschenrecht.“
Auch Mesun Al-Ustuani war vor Ort und machte deutlich, warum sie gekommen war: „Ich bin hier, weil Menschen, die schon so viel Leid ertragen müssen, nicht auch noch ihr Zuhause verlieren dürfen. Und weil Vermieter, denen dieses Leid egal ist, nicht einfach tun dürfen, was sie wollen.“
Janette Bongart hatte bereits zuvor betont: „Wenn ich mein Zuhause verliere, verliere ich nicht nur meine Wohnung, sondern den einzigen Ort, an dem ich mich trotz meiner schweren Behinderung sicher fühle.“
Eine Stellungnahme der Vermieterseite gibt es bisher nicht.
