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Phantasialand-Superfan mit DrohungKult-Attraktion muss bleiben – „sonst laufe ich Amok!“

Super-Fan Andreas Sartorius im Phantasialand.

Copyright: Andreas Sartorius

Super-Fan Andreas Sartorius im Phantasialand.

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Für einen Mann aus Jülich ist das Phantasialand mehr als nur ein Park. Andreas Sartorius lebt für diesen Ort seit über 45 Jahren. Aber eine Sache darf niemals angetastet werden.

Fragt man Andreas Sartorius nach seinem allerersten Besuch im Phantasialand, muss der 50-Jährige einen Moment nachdenken. „1978 oder 79“, antwortet er schließlich. „Da war ich drei oder vier Jahre alt.“ Sein Großvater setzte ihn damals während der Ferien am Park ab und sammelte ihn am Abend wieder ein. Seit diesem Erlebnis ist der Lkw-Fahrer aus Jülich jedes einzelne Jahr zurückgekehrt. Ohne eine einzige Ausnahme.

Nur 35 Minuten Fahrtzeit liegen zwischen ihm und Brühl. Für einen Menschen, der den Park so sehr verehrt wie Sartorius, ist das ein Katzensprung. Ein Besuch im Sommer und einer im Winter sind fest eingeplant. Doch in der warmen Jahreszeit werden es durchschnittlich eher drei Trips. „Bei den günstigen Eintrittspreisen ist das ja total easy“, erklärt er lachend.

Phantasialand: Eine Liebe, die seit Jahrzehnten brennt

Im Jahr 1979 sah das Phantasialand noch ganz anders aus. Sartorius schwelgt in Erinnerungen an Fahrgeschäfte, die heute nur noch Legende sind: die Hollywood-Tour, die Gondelbahn 1001 Nacht, das Schloss Schreckenstein und die Piratenfahrt mit den Wikinger-Booten. „Ich bin da echt zweigeteilt. Zum einen vermisse ich Attraktionen wie die Hollywood-Tour, weil ich eh so ein Film-Freak bin.“

Die Stilllegung anderer Fahrgeschäfte – wie das Galaxy oder der Codac-Tower, auch bekannt als Condor, welcher nun in Italien zu finden ist – konnte er hingegen gut verstehen. „Das fand ich auch nicht so schlimm.“

Für Sartorius gibt es jedoch eine Attraktion, die heilig ist: die Geister-Rikscha. „Wenn die irgendwann mal an die Geister-Rikscha gehen, dann laufe ich Amok.“ Dabei lacht er, aber es klingt ernst. „Da gibt es ja wirklich jedes Jahr Gerüchte. Aber machen wir uns nichts vor, die ist schon alt. Aber sie ist halt auch Kult.“ Er hat es sogar vollbracht, zweieinhalb Stunden ununterbrochen in der Rikscha zu verbringen, ohne einmal auszusteigen. „Einfach immer weiter im Kreis.“

Seine große Hoffnung ist: „Ich hoffe, dass die nicht abgerissen, sondern einfach modernisiert wird. Das wär schon ganz cool.“

Andreas Sartorius mit seiner Frau Kathrin im Phantasialand.

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Andreas Sartorius mit seiner Frau Kathrin im Phantasialand.

Dass seine Frau Kathrin die Leidenschaft teilt, ist kein Zufall – oder doch? „Das war aber Zufall. Wir haben uns ganz normal kennengelernt.“ Ihr erstes offizielles Date fand jedoch im Phantasialand statt. Das Paar ist seit 2013 liiert, kommt jedes Jahr in den Park, nächtigt manchmal im Hotel und hat dort sogar schon ins neue Jahr gefeiert. „Meine Frau ist auch Feuer und Flamme.“

Und was passiert, wenn Sartorius wieder in die Geister-Rikscha steigt? „Da verdreht meine Frau dann immer die Augen.“

Das Geheimnis des Phantasialand: „Du bist in einer anderen Welt“

Was aber macht das Phantasialand für Sartorius so einzigartig im Vergleich zu Efteling, dem Heidepark oder dem Movie Park, die er alle schon gesehen hat? (Einzig der Europapark steht noch aus.) Seine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: die Immersion.

„Du gehst da rein und bist einfach in einer anderen Welt. Das ist so beeindruckend – jedes Mal! Ich gehe da rein und denke jedes Mal: Wie machen die das?“

Eine Achterbahn aufzustellen, das könne laut Sartorius jeder Freizeitpark. „Aber diese ganze Dekoration und die ganze Immersion da drumherum zu bauen – dafür muss man Ideen haben, die richtigen Leute, und man muss auch Bock drauf haben.“ Als Beweis führt er den Themenbereich Klugheim an: „Das war der erste Bereich, bei dem die Theming-Kosten teurer waren als die Achterbahn selbst. Da muss man als Parkbetreiber eine Vision haben.“

Seine drei liebsten Themenwelten sind Mexico, Klugheim und Rookburgh. Die Musik aus Mexico ist sogar sein Klingel- und Weckton auf dem Smartphone. „Die Musik von Chiapas“, verrät er lachend. (jv)

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