Janette Bongart sitzt im Rollstuhl, muss gefüttert werden – und soll trotzdem ihre barrierefreie Wohnung räumen. Direkt über ihr: Feriengäste des Phantasialands.
Rollstuhlfahrerin soll rausWohnungsdrama bei Köln – „Es zerreißt mir das Herz“

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Rollstuhlfahrerin Janette Bongart soll aus ihrer Wohnung geklagt werden.

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Es ist ein Fall, der einem den Atem verschlägt. Janette Bongart lebt seit vielen Jahren im Erdgeschoss eines Zweifamilienhauses in Brühl. Die 55-Jährige leidet seit 1993 an Multipler Sklerose, ist auf einen Rollstuhl angewiesen und braucht Hilfe bei jedem Handgriff.
Jetzt soll sie ihre Wohnung räumen – per Eigenbedarfskündigung.
Prozess und Demo in Brühl – Rollstuhlfahrerin Janette Bongart soll ihre Wohnung verlassen
Dabei ist es nicht so, dass das Haus leerstünde. Im Obergeschoss, direkt über Janette Bongart, wird seit Anfang 2024 eine Ferienwohnung vermietet. Auf Buchungsplattformen ist die Wohnung zu finden. Sie bietet Platz für vier Personen und ist direkt an Phantasialand-Besucher gerichtet.
„Es zerreißt mir das Herz, dass ich ausgerechnet jetzt noch einmal um mein Zuhause kämpfen muss“, sagt Bongart. „Wenn ich mein Zuhause verliere, verliere ich nicht nur meine Wohnung, ich verliere den einzigen Ort, an dem ich mich trotz meiner schweren Behinderung sicher fühle.“
Am Freitag (26. Juni), wird am Amtsgericht Brühl über ihren Fall verhandelt. Der Gütetermin und die anschließende Verhandlung sind für 13.45 Uhr angesetzt. Bereits ab 13 Uhr wollen Unterstützerinnen und Unterstützer vor dem Gericht demonstrieren – unter dem Motto: „Hände weg von Janettes barrierefreiem Zuhause!“
Der Kölner Wohnungsaktivist Kalle Gerigk, der die Demonstration mitorganisiert, bringt die Absurdität der Situation gegenüber EXPRESS.de auf den Punkt: „Während Touristen dort willkommen sind, soll eine schwerbehinderte Frau ihr Zuhause verlieren. Das ist menschlich kaum zu ertragen.“

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Janette Bongart ist auf einen Rollstuhl angewiesen.
Bongart selbst macht keinen Hehl daraus, was eine Zwangsräumung für sie bedeuten würde: „Ich kann nicht einfach meine Sachen packen und neu anfangen. Ich brauche Hilfe bei jedem Handgriff, ich sitze im Rollstuhl und muss sogar gefüttert werden. Eine Eigenbedarfskündigung nimmt mir nicht nur vier Wände, sie nimmt mir Sicherheit, Würde und die Hoffnung, noch einmal ein neues Zuhause zu finden.“
Vor diesem Hintergrund stößt die Eigenbedarfskündigung gegen die langjährige Mieterin auf Unverständnis. Unterstützer sehen insbesondere die gesundheitliche Situation von Janette Bongart sowie die gleichzeitige touristische Nutzung der größeren Wohnung im Obergeschoss als kritische Aspekte des Verfahrens.
