Drama um die FeldhasenTrotz stabiler Zahlen breitet sich ein tödliches Virus aus

Copyright: Boris Roessler/dpa
Zwei Feldhasen laufen über ein Feld. Meister Lampe breitet sich wieder in Deutschland aus – hat aber auch mit einer neuartigen Krankheit zu kämpfen. (Symbolbild)
Hasen-Alarm in Deutschland: Super Zahlen, aber ein Killer-Virus lauert! Für alle Freunde der Langohren gibt es tolle Neuigkeiten: Die Population der Feldhasen in Deutschland ist weiterhin erfreulich hoch und stabil. Eine Hochrechnung für das Frühjahr 2025 ergab 19 Exemplare je Quadratkilometer auf Feldern und Wiesen, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) verkündete. Dieser Wert entspricht nicht nur den Zahlen der vergangenen beiden Jahre, sondern liegt auch um mehr als ein Viertel über dem Stand von vor zwei Jahrzehnten.
Besonders viele dieser Tiere sind laut den Zähl-Auswertungen im nordwestdeutschen Tiefland unterwegs. Dort leben im Schnitt circa 30 Hasen pro Quadratkilometer. Doch Fachleute sehen trotz der positiven Entwicklung neue Bedrohungen für die Mümmelmänner.
Ein Killer-Virus macht die Runde
Eine relativ neue Krankheit namens Myxomatose bereitet dem Jagdverband sowie der Deutschen Wildtier Stiftung große Sorgen. Wie die dpa meldet, wurde der Erreger im Jahr 2023 erstmalig bei Feldhasen hierzulande festgestellt und hat sich seither auf weitere Bundesländer ausgedehnt.
Welche Auswirkungen dies auf den Gesamtbestand hat, lässt sich laut DJV bisher nicht beziffern. Obwohl die bundesweiten Daten bislang keine negativen Folgen aufzeigen, legen Studien aus Nordrhein-Westfalen nahe, dass sich stark heimgesuchte Populationen noch nicht wieder regeneriert haben. Für Feldhasen und auch für Kaninchen endet die Infektion in den meisten Fällen tödlich.
Warum es den Hasen trotzdem (noch) gut geht
Dass die Bestände sich relativ gut halten, ist auch der Witterung zu verdanken. Die Art profitierte vom milden und trockenen Winter 2024/25 und einem außergewöhnlich trockenen Frühling. Der Feldhase, ursprünglich ein Bewohner von Steppen, liebt offene Landschaften, die mit Brachflächen und Blühstreifen Nahrung sowie Versteckmöglichkeiten bereithalten.
Allerdings werden genau solche Lebensräume immer knapper. „Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem“, erklärt Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Auf Flächen, die intensiv bewirtschaftet werden, mangelt es an Rückzugsorten vor Raubtieren wie dem Fuchs oder dem Waschbären.
Das fordern Experten für den Schutz der Tiere
„Würde jeder Landwirt zumindest sieben Prozent seiner Ackerfläche brach liegen lassen, wäre dem Überlebenskünstler schon sehr geholfen“, meint Hackländer. Hierfür seien jedoch auch finanzielle Anreize in Form von Förderprogrammen für die Landwirte unabdingbar.
Initiativen in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben bewiesen, dass die Verbindung von optimiertem Lebensraum und der Jagd auf Fressfeinde zu großem Erfolg führen kann. In diesen Regionen konnte die Anzahl der Feldhasen binnen drei Jahren bis 2025 verdoppelt werden. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

