Abo

Inferno in der TodeszoneDroht uns jetzt eine neue radioaktive Wolke?

Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl: Wie groß ist jetzt die Gefahr?

Copyright: Ukrainian Emergency Service

Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl: Wie groß ist jetzt die Gefahr?

Aktualisiert:

Flammen-Inferno in der Todeszone! Stehen wir vor einer neuen Strahlen-Katastrophe?

Im Sperrgebiet um Tschernobyl ist ein gewaltiges Feuer ausgebrochen. Auf einer Fläche von 1200 Hektar wütet das Feuer, das am 7. Mai ausbrach. Als Ursache wird ein russischer Angriff mit Drohnen vermutet, denn Wrackteile von zwei Fluggeräten wurden in dem Gebiet entdeckt.

Der Kampf gegen die Flammen ist extrem schwierig und lebensgefährlich. Nicht nur die Trockenheit macht den Einsatzkräften zu schaffen, sondern auch eine tödliche, versteckte Gefahr: Landminen. Wegen der Explosionsgefahr können die Feuerwehrleute manche Waldabschnitte gar nicht betreten. Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung müssen die Areale erst absuchen, bevor Löschfahrzeuge vorrücken können. Das berichtet „Deutsche Welle“.

Angst vor Radioaktivität? Das sagen die Experten

Die brennendste Frage für alle: Droht eine neue radioaktive Wolke? Das zuständige wissenschaftliche Zentrum für nukleare Sicherheit gibt Entwarnung. Für Menschen, die außerhalb des Sperrgebiets leben, gibt es momentan kein Risiko.

Experten beobachten die Situation pausenlos und berechnen, wie sich radioaktive Teilchen verteilen könnten. „Wir überwachen online, in welche Richtung sich die Wolken bewegen“, sagt Jurij Kyrylenko von der zuständigen Behörde. Die höchste Gefahr droht den Helfern direkt vor Ort, die mit dem radioaktiven Staub in Berührung kommen könnten. Diese seien jedoch mit besonderer Schutzausrüstung ausgestattet.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl.

Copyright: AFP

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl.

Besonders im Blick haben die Fachleute das Radionuklid Cäsium-137. Dieser Stoff lagert seit dem Reaktorunglück vor beinahe 40 Jahren im Erdreich. Aber die Berechnungen zeigen: Selbst im allerschlimmsten Szenario blieben die Messwerte klar unter dem zulässigen Grenzwert von 800 Millibecquerel.

Auch Oleh Bondarenko, der früher in der Nationalen Kommission für Strahlenschutz tätig war, gibt Entwarnung: „Solche Brände hat es schon gegeben. Aber selbst in der Hauptstadt lag die Belastung weit unter den zulässigen Grenzwerten. Nach aktuellem Stand besteht kein Grund zur Sorge.“

Drama für die Tier- und Pflanzenwelt

Großflächige Brände in der Region sind keine Seltenheit. Auch in den Jahren 2015, 2018 und 2020 kam es zu ähnlichen Vorfällen, ohne dass eine ernste Gefahr für Menschen außerhalb des Gebiets entstand. Abhängig vom Wetter könnte das aktuelle Feuer noch mehrere Tage oder sogar bis zu zwei Wochen andauern.

Doch auch wenn keine Strahlengefahr droht, schlagen Umweltschützer Alarm wegen der katastrophalen Auswirkungen auf die Natur. Das Areal ist seit 2016 ein besonderes Biosphärenreservat, ein Ort, an dem die Natur sich ungestört vom Menschen entfalten kann.

Oleksij Wasyljuk, Leiter der Ukrainischen Naturschutzgruppe, erklärt: „Die jetzigen Brände zerstören nicht nur Wald, sondern auch den Lebensraum seltener Arten“. Vor allem die Vogelwelt sei stark gefährdet.

Ein Beispiel dafür ist der Seggenrohrsänger, eine der seltensten Vogelarten in ganz Europa. Seine Brutgebiete liegen in den Mooren des Tschernobyl-Gebiets. Wasyljuk befürchtet, dass diese Brutstätten durch die Flammen für lange Zeit zerstört werden könnten.

Das Feuer bei Tschernobyl ist leider kein Einzelfall. Überall in der Ukraine gibt es momentan Waldbrände, angefacht durch den Krieg und zusätzlich verschärft durch Trockenheit und heftigen Wind. Auch im Polissja-Naturschutzgebiet sowie in den Karpaten sind die Feuerwehren im Dauereinsatz gegen die Flammen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Das Kreuzfahrtschiff „Ambition“ der Reederei Ambassador am Hafen von Newcastle.

Horror-Trip auf See

Virus-Alarm auf Kreuzfahrtschiff – 1700 Menschen an Bord gefangen