Am Kölner Clarenbachkanal hat sich ein Tierdrama abgespielt. Während der Brutzeit wurden zwei Gänse Opfer.
Tierdrama an Kölner KanalWährend sie brüteten – Hunde losgejagt?

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Diese schwer verletzte Kanadagans entdeckte Claudia Scherping von „Schwäne Köln“ am Freitag (24. April 2026) am Clarenbachkanal. Sie musste eingeschläfert werden.

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Zu laut, zu viel Dreck: Wildgänse haben in Köln keine gute Lobby. Doch das, was Claudia Scherping von „Schwäne Köln“ jetzt schildert, macht fassungslos.
Am Clarenbachkanal wurden zwei brütende Kanadagänse offenbar von frei laufenden Hunden totgebissen! Die erschütternden Vorfälle passierten laut Scherping innerhalb weniger Tage.
Zwei totgebissene Kanadagänse in Köln innerhalb weniger Tage
Am Mittwoch (22. April) wurde eine verendete Kanadagans neben ihrem Nest gefunden. „Sie hatte diverse Bisswunden, eine große Wunde unter dem Bauch und leichte Verletzungen auf dem Rücken“, erklärt Claudia Scherping. Die Gans habe versucht, ihre Eier zu schützen.
„Der Partner schwamm vor dem Nest und trauert seitdem. Er hat Frau und Küken verloren“, so die Expertin. Denn Gänse würden, wie auch Schwäne, in monogamen Beziehungen leben.
Zwei Tage später entdeckte Claudia Scherping das nächste Opfer. Ebenfalls eine Kanadagans, die am Clarenbachkanal brütete, und in deren Bauch eine große blutige Wunde klaffte. „Sie hat noch gelebt und ich bin sofort mit ihr zur Tierärztin. Sie hat bestätigt, dass es Bissverletzungen sind“, erklärt sie. Die Verletzungen waren aber zu schwer, die Gans musste eingeschläfert werden.
In diesem Fall fehlten zudem alle Eier im Nest! Zwar führt die Stadt ein Eiermanagement durch, ersetzt alle Eier, bis auf eins, durch Attrappen. Doch, so Claudia Scherping, seien auch die Kunsteier weg gewesen.

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Am Mittwoch (22. April 2026) wurde am Clarenbachkanal eine brütende Kanadagans mit schweren Bissverletzungen tot neben ihrem Nest gefunden.
Zwei totgebissene Gänse kurz hintereinander! Bereits nach der ersten verendeten Gans hat Scherping die Stadt Köln und die Jagdbehörde informiert, mit der Bitte, dort verstärkt zu kontrollieren. Jetzt will sie das wiederholen.
„Brut- und Setzzeit – für viele Hundehalter/-Halterinnen ist das ein Fremdwort – oder ist es einfach nur Ignoranz, Rücksichtslosigkeit, Dummheit oder Absicht, wenn mal wieder Hunde hinter Wildtieren herjagen?“, fragt sie geschockt. Wasservögel und andere Wildtiere seien kein Freiwild für frei laufende Hunde, die ihren Jagdinstinkt oder Spieltrieb ausleben möchten!
Kölnerin prangert Verhalten seit Jahren an
Claudia Scherping prangert das Verhalten seit Jahren an und will Hundehalter und -halterinnen sensibilisieren. Doch oft stößt sie auf Unverständnis und Aggressivität. So hatte sie nach dem Tod eines jungen Schwans, der vor ihren Augen von einem Hund angegriffen, gebissen worden war und letztendlich starb, Plakate aufgehängt. Darauf der Appell, Respekt vor den Wasservögeln und Wildtieren im Park zu haben.
Doch schon kurz darauf, schildert sie, seien die Plakate abgerissen worden. Wer das war, ist unbekannt. Claudia Scherping: „Solche Leute sind das aber, denen ich zutraue, dass sie ihre Hunde auf die Gänse hetzen.“
Ihr Wunsch wäre, erklärt sie, dass Hundehalter/-halterinnen selbst andere, die ihre Hunde frei laufen lassen, ansprechen. „Dann wird der Druck höher“, sagt sie, räumt jedoch direkt ein: „Die meisten trauen sich das nicht wegen der Reaktionen. Man wird angeraunzt und sogar bedroht.“
Freilaufende Hunde, die Gänse, Tauben oder andere Tiere jagen: Habt ihr das auch schon gesehen? Wie reagiert ihr?
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