Die Kölner Kult-Kneipe im Zülpicher Viertel gibt es schon seit 1971 – jetzt ist eine besondere Getränkekarte aufgetaucht.
„Billigste Art, voll zu werden“Leser-Fund aus Kölner Kult-Kneipe – total gaga

Copyright: Torsten Schulz
Gilbert's Pinte am Zülpicher Platz – Kölns älteste Studentenkneipe im Kwartier Latäng.

Köln zu D-Mark-Preisen: Zigaretten für 3 Mark, ein Paket Kaffee für 9 Mark – unsere Erinnerungen an die alte Währung haben euch bewegt.
Jetzt meldete sich ein EXPRESS.de-Leser Robert Schubert mit einem ganz besonderen Fund: einer Getränkekarte von Gilbert's Pinte – Kölns ältester Studentenkneipe im Kwartier Latäng.
Alte Getränkekarte aus Gilbert's Pinte aufgetaucht
Kölsch für 1,10 Mark. Jägermeister für 1,50. Und ein Café mit Calvados oder Cognac für 4 Mark.
Wer die alte Getränkekarte von Gilbert's Pinte in den Händen hält, traut seinen Augen kaum. Das gute Stück stammt aus einer Zeit, als in Köln noch mit D-Mark bezahlt wurde – und es zeigt, dass die urige Eckkneipe an der Engelbertstraße, Ecke Zülpicher Straße schon damals eine Institution war.
Die Karte wirbt selbstbewusst mit dem Motto „Stil und Musik“ – und der Witz springt einem auf jeder Zeile entgegen.
Unter den „Scharfen Sachen“ heißt es zum Scotch, Bourbon, Canadian und Irish Whiskey: „Fragen Sie den Typ hinter der Theke nach den diversen Sorten, ist zwar immer derselbe Fusel, aber aus verschiedenen Flaschen – 3 Mark“.

Copyright: EXPRESS.de-Leserfoto Robert Schubert
Das Cover der Getränkekarte von Gilbert's Pinte ...
Auch der Rest lässt keine Langeweile aufkommen: Apfelkorn wird als „billigste Art, voll zu werden“ angepriesen (1,10 DM), der Saure Fritz „macht spitz – Vorsicht!“ (1,50 DM) und die Cuba Libre heißt kurzerhand „Castros on the rocks“ (4 DM).
Für Vernünftige gibt es die Rubrik „Für Volleulen und Autofahrer“ – mit Tomatensaft für 2,50 DM und Sangrita für 2 DM.
Ebenfalls ohne Alkohol werden verschiedene „Rülpswässerchen“ angeboten: Cola „super sexy“ für 1,50 DM oder Mineralwasser „einfach, aber geschmacklos“ für 1,20 DM.

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Blick auf die alte Getränkekarte von Gilbert's Pinte
Und auf dem Cover der alten Karte? Da steht – mit einem Augenzwinkern – „Diese Karte ist geklaut in Gilbert's Pinte“. Na dann, Prost!
Die Geschichte von Gilbert's Pinte beginnt im Mai 1971. Ein gewisser Gilbert, gebürtig aus Siegburg, eröffnete die Kneipe damals als Jazzkneipe. Gilbert war Sänger – und so begeistert von seinem neuen Laden, dass er kurzerhand ein eigenes Lied über die Pinte schrieb und sang.
Die Getränkekarte, die der EXPRESS.de-Leser jetzt eingeschickt hat, stammt tatsächlich noch aus dieser Gründerzeit. „Eine der allerersten Karten, die Gilbert damals drucken ließ“, erklärt Betreiber Torsten Schulz auf EXPRESS.de-Nachfrage.
Der unverwechselbare Stil der Karte – verspielt, witzig, voller Eigensinn – sei von allen späteren Betreibern bewusst beibehalten worden. Ein Stück Köln, das sich nicht verbiegen lässt.
Gilbert's Pinte ist täglich von 18 bis 2 Uhr geöffnet. Freitags bis 3 Uhr und samstags geht's ab 14 Uhr los. Feierabend ist dann um 3 Uhr.
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