Tarifvertrag als „Meilenstein“ gefeiert Viel mehr Geld für Beschäftigte in Kölns größter Corona-Krisenbranche

Undatiertes Foto von einer Kellnerin, die Geld auf dem Teller hat.

Die Mitarbeiter in der Gastro-Branche sollen von dem neuen Tarifvertrag profitieren. Das undatierte Symbolfoto zeigt eine Kellnerin mit Geld auf dem Teller.

Endlich mal wieder gute Nachrichten aus der Gastro-Branche in Köln: Arbeitgeberverband Dehoha hat sich mit der Gewerkschaft auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, von dem die Beschäftigten profitieren sollen.

Sie gehört zu Kölns großen Verlierern der Corona-Krise: die Gastro-Branche. Durch ständig neue Regeln, Schließungen, 2G oder Lockdowns ging es in Kneipen und Restaurants seit 2020 mächtig bergab. Ein Ende der schweren Zeit ist auch weiter nicht in Sicht, erst am Dienstag (25. Januar) hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erklärt, zunächst keine Lockerungen vornehmen zu wollen.

Doch jetzt gibt es endlich mal wieder gute Nachrichten – und vor allem Köchinnen und Köche, Kellnerinnen und Keller sowie Hotelangestellte sollen profitieren: Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwoch (26. Januar) verkündete, hat sie sich mit dem Arbeitgeberverband Dehoga auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Neuer Tarifvertrag: Dehoga und Gewerkschaft NGG einigen sich

Und der hat es durchaus in sich: Die Löhne der Angestellten steigen ab Mai 2022 auf mindestens 12,50 Euro pro Stunde – 28 Prozent mehr als bislang! Wer eine Ausbildung hat, kommt nach dem ersten Berufsjahr auf ein Plus von 17 Prozent.

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„Die Corona-Pandemie hat das Gastgewerbe so hart getroffen wie kaum eine andere Branche. Mit dem kräftigen Lohn-Plus haben die Beschäftigten nach Lockdowns und Kurzarbeit nun endlich wieder eine Perspektive“, sagt NGG-Regionalchefin Manja Wiesner.

Gastro in Köln: Auch Azubis sollen bald mehr verdienen

Denn bei der kurzfristigen Erhöhung soll es nicht bleiben: Im Mai 2023 steigen die Löhne laut Angaben der NGG erneut deutlich an. Und auch der Nachwuchs profitiert: Die Azubi-Vergütungen erhöhen sich zum August um bis zu 33 Prozent.

„Außerdem zahlt sich die Treue zur Branche mehr aus. Bereits nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit steigt das Einkommen stark“, erklärt Wiesner. Die Geschäftsführerin der NGG-Region Köln bezeichnet den Tarifvertrag als Meilenstein, zumal das Hotel- und Gaststättengewerbe in Köln aktuell rund 26.200 Menschen in 2430 Betrieben beschäftigt (laut Agentur für Arbeit).

Gastro-Branche befürchtet Fachkräftemangel: Mehr Gehalt als neuer Anreiz

Die neuen finanziellen Aussichten können für die Branche auch hilfreich sein, neues Personal an Land zu ziehen. Durch die Maßnahmen in der Coronakrise hatten sich viele Beschäftigte in andere Branchen orientiert, das Gastrogewerbe fürchtet einen Fachkräftemangel. 

„Mit dem starken Einkommensplus gibt es jetzt Licht am Ende des Tunnels. Besonders dann, wenn Cafés, Restaurants, Hotels und Pensionen bald wieder in den Normalbetrieb schalten können – stark sinkende Corona-Zahlen vorausgesetzt“, so Wiesner.

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