Nichts geht mehr in Köln! Wegen des Verdi-Streiks platzt dem Oberbürgermeister jetzt der Kragen.
Streik-Zoff in KölnOB Burmester mit deutlicher Ansage an Verdi

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Kölns OB Burmester macht eine deutliche Ansage in Richtung Verdi.
Aktualisiert
Keine Bahnen, genervte Pendler – der tagelange Arbeitskampf bei der KVB bringt die Stadt zum Kochen. Die Verantwortung dafür sieht Kölns Stadtoberhaupt Torsten Burmester (SPD) eindeutig bei der Gewerkschaft Verdi. Dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte er unmissverständlich: „Ursache für den Ausfall weiter Teile unseres Öffentlichen Nahverkehrs ist der von Verdi organisierte Streik.“
Burmester zeigte zwar Verständnis für die Tarifforderungen und unterstrich den Wert des Streikrechts. Jedoch richtete er eine klare Botschaft an die Gewerkschaftsseite: „Gleichzeitig erwarte ich von Verdi bei aller Legitimität des Arbeitskampfes ein hohes Maß an Verantwortung und Augenmaß. Das droht aktuell verloren zu gehen.“
Gewerkschaft weist Vorwürfe von sich
Doch diese Schuldzuweisung will Verdi nicht akzeptieren. Im Gegenteil, die Gewerkschaft erhob selbst massive Anschuldigungen gegen die KVB, speziell wegen der kompletten Betriebseinstellung am Mittwoch. Die KVB hatte dies damit gerechtfertigt, dass ohne die Mitarbeiter in den Werkstätten keine defekten Züge geborgen werden könnten.
„Das entspricht nicht der Wahrheit“, widersprach Frank-Michael Munkler, der als Verdi-Sekretär für Köln zuständig ist und im KVB-Aufsichtsrat die Arbeitnehmer vertritt. Seine Erklärung: „Defekte Fahrzeuge werden grundsätzlich immer reingeholt. Auch an Streiktagen. Dafür gibt es eine Notdienstvereinbarung.“ Er verwies auf das Beispiel Düsseldorf, wo der Bahnverkehr trotz des Ausstands in den Werkstätten normal lief.
KVB bekommt Zuspruch
Die Kölner Verkehrsbetriebe verteidigten ihr Vorgehen. Sprecher Matthias Pesch erklärte, die sehr kurzfristige Ankündigung des Arbeitskampfes habe es unmöglich gemacht, einen sicheren Bahnbetrieb mit genügend Notpersonal zu garantieren.
Rückhalt bekommt der Betrieb ebenfalls von Manfred Richter (Grüne), dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Er hob hervor, dass die KVB stets bemüht sei, an Streiktagen Notfall- oder eingeschränkte Fahrpläne anzubieten, und er die Schwierigkeiten für die Fahrgäste nachvollziehen könne.
Fällt jetzt auch das Hochrisiko-Spiel ins Wasser?
Eine besondere Schärfe erhält die Auseinandersetzung im Hinblick auf das kommende Wochenende. Das emotionsgeladene Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach findet am Samstag um 15.30 Uhr in Müngersdorf statt – und die Angst vor einem totalen Verkehrsinfarkt wird größer.
Burmester richtete daher einen dringenden Appell an die Gewerkschaft, an diesem Spieltag auf Arbeitsniederlegungen zu verzichten: „Insbesondere erwarte ich mit Blick auf den kommenden Samstag ein besonderes Verantwortungsgefühl von Verdi. An einem Samstag mit vielen Veranstaltungen, darunter ein Fußballderby mit den damit verbundenen Sicherheitsbedingungen, würden mir und auch vielen Kölnerinnen und Kölnern das Verständnis für weitreichende Maßnahmen fehlen.“ (red)
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