Verdi erhöht den Druck und bestreikt den NRW-Nahverkehr in dieser Woche gestaffelt. Auch am Samstag soll es in Köln voraussichtlich zum Streik kommen, am Tag des Derbys.
Wichtige Infos für Fußball-Fans in KölnVoraussichtlich Streik auch am Derby-Samstag

Copyright: imago images/Matthias Koch
Blick auf die Haltestelle am Rheinenergie-Stadion: Auch am Derby-Samstag wird in Köln voraussichtlich gestreikt, Stadtbahnen sollen aber nicht betroffen sein.
Autor
Aktualisiert
Es ist eine Woche des Arbeitskampfes in Nordrhein-Westfalen: Am Montag streikten die Mitarbeitenden in den Kundencentern, Dienstag die Fahrerinnen und Fahrer, am Mittwoch legten die Werkstatt-Mitarbeitenden die Arbeit nieder. Am Donnerstag sollen dann wieder alle Betriebsteile bestreikt werden, dann stehen wieder sämtliche Busse und Bahnen still.
Auch für Freitag hat Verdi zu Streiks aufgerufen, allerdings, so erklärt die KVB, richte sich der Aufruf nur an die Mitarbeitenden eines Teilbereichs. Es könne zwar zu Unregelmäßigkeiten kommen, nicht zuletzt wegen der vorangegangenen Streiks. Busse und Stadtbahnen sollen aber fahren.
So ist die Streik-Lage am Derby-Samstag in Köln
Und wie sieht es am Derby-Samstag aus? Das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in Müngersdorf (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf EXPRESS.de) führt erneut zu einem Großkampftag, sowohl für die Stadt als auch für die Polizei und die KVB.
EXPRESS.de hat bei Verdi nachgefragt: Sind Streiks an diesem Tag ausgeschlossen?
Nicht ganz. Ein Sprecher erklärt auf Nachfrage, dass es auch am Samstag voraussichtlich zu Streiks kommen wird. Aber: „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Stadtbahn betroffen ist“, heißt es.
Das plant die KVB für den Derby-Samstag
Die KVB hat mitgeteilt, den Stadtbahnbetrieb am Samstag zu verstärken: zwischen den Haltestellen „Neumarkt“ und „RheinEnergie-STADION“ sowie „Weiden West“ und „RheinEnergieSTADION“. Drei Stunden vor Anstoß und nach Ende des Spiels setze die KVB zusätzliche Bahnen ein. Auch Busse sollen die Anbindung des Stadions verstärken – ab der Haltestelle „Neumarkt“.
Fans werden zudem gebeten, auch die regulären Stadtbahnen der Linie 1 zu nutzen (hält an den Haltestellen „Alter Militärring“ und „RheinEnergieSTADION“), um eine Entzerrung zu erreichen.
„Wir bemühen uns, die Auswirkungen gering zu halten und Streiks zu verteilen“
Verdi ruft voraussichtlich zu Streiks auf, FC-Fans sollen aber nicht betroffen sein. Die Gewerkschaft sei sich bewusst darüber, dass es sich um ein Hochrisikospiel handle, daher sei man auch an einem möglichst reibungslosen Ablauf interessiert. „Wir wägen das gut ab, wir sind keine blindwütigen Streiker“, so der Sprecher. „Wir schauen sehr genau, was man der Stadt und den Menschen zumuten kann.“
Gleichzeitig habe man großes Verständnis für den Ärger der Bevölkerung, die in den letzten Wochen von den Streiks betroffen war. „Wir bemühen uns, die Auswirkungen gering zu halten und Streiks zu verteilen. Wir können aber nicht vermeiden, dass es immer wieder zu Vollstreiks kommt, die die Bevölkerung belasten“, so der Sprecher. Man sehe keine andere Möglichkeit, um mit dem Arbeitgeber „ernsthaft zu verhandeln“.
Mit den gestaffelten Streiks soll der Druck auf die Arbeitgeberseite hochgehalten werden, ohne die Auswirkungen auf die Fahrgäste weiter zu verschärfen.
Hintergrund für die Streiks sind die laufenden Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen. Auch nach zwei Runden liegt laut Gewerkschaft kein verhandlungsfähiges Angebot vor. Aus Sicht der Gewerkschaft führen die aktuellen Arbeitsbedingungen zu hoher Belastung, da zwischen den Schichten oft kaum Zeit für Erholung bleibe. Gefordert werden unter anderem Entlastungen bei Arbeitszeiten und Schichtdiensten sowie bessere Zuschläge. Ziel sei es, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Nahverkehr langfristig personell zu stabilisieren. Die nächste Verhandlungsrunde ist ab dem 24. März angesetzt.


