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„Er ist kein normaler Mensch“König des Ozeans beeindruckt bei Köln-Premiere

Sebastian Steudtner zeigt sein Surfbrett.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Extremsportler und Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner stellte am Montagabend (2. März 2026) seinen Film „On the Wave“ im Cinedom vor.

Die weltweit größte Welle auf der großen Leinwand. Der Sport-Dokumentarfilm „On the Wave“ erzählt die Geschichte von Sebastian Steudtner. Die Premiere fand im Kölner Cinedom statt.

Er ist ein Grenzgänger, ein Außenseiter, der auf dem Weg zu seinem Traum herbe Rückschläge einstecken musste und auf offener Bühne als „Stiefsohn von Hitler“ bezeichnet wurde.

Sebastian Steudtner ist einer der besten Sportler Deutschlands und dennoch nur Insidern ein Begriff. Dabei hat der 40-Jährige eine beeindruckende Vita und große Erfolge vorzuweisen.

Sebastian Steudtner surfte Rekord-Welle von 26,21 Metern

Im zarten Alter von 16 Jahren kehrte er seiner Heimat Nürnberg den Rücken, um auf Maui sein Glück als Surfer zu suchen. Im portugiesischen Nazaré wurde er schließlich sesshaft. Seit 2022 hält er den Weltrekord für die größte jemals gesurfte Welle von 26,21 Metern.

In der Biografie „On the Wave“ zeichnen die Regisseure Peter Wolf und Axel Gerdau seinen Werdegang nach. Am Montagabend (2. März 2026) fand im Cinedom die Deutschland-Premiere des Dokumentarfilms statt.

Der Kölner Produzent Leopold Hoesch, der schon für Sportler-Dokus über Vitali und Wladimir Klitschko, Dirk Nowitzki und Toni Kroos verantwortlich war, hat sich den spannenden Lebenslauf vorgenommen.

„Das ist eine Figur, die aus einem großen Weltroman abgehauen ist. Als ich Sebastian das erste Mal kennengelernt habe, war mir von der ersten Sekunde an klar, dass diese Welle zu bezwingen ist“, sagt er.

Sebastian Steudtner und Leopold Hoesch auf dem Roten Teppich.

Copyright: Agency People Image

Der Kölner Produzent Leopold Hoesch (l.) zusammen mit Sebastian Steudtner bei der Deutschland-Premiere der Dokumentation „On the Wave“.

Viereinhalb Jahre dauerte das Projekt, ehe die 120 beeindruckenden Minuten nun ab Donnerstag in 120 deutschen Kinos über die Leinwand flimmern können. Der Film bietet spektakuläre Aufnahmen und versucht eine Frage zu ergründen: Was treibt Menschen wie Sebastian Steudtner an, immer wieder ihr Leben zu riskieren, nur um ihrer großen Leidenschaft nachgehen zu können?

In Einzelinterviews kommen die Eltern, seine Schwester und viele Weggefährten zu Wort. Zudem hat der Surf-Freak schon früh seinen Werdegang filmisch festgehalten und akribisch, wie ein Tagebuch sortiert. „Wir haben von Sebastian 40 Terabyte Material bekommen und haben schon ein Jahr vor Drehstart angefangen, alles zu sichten“, sagt Regisseur Wolf.

Sebastian Steudtner surft im Meer.

Copyright: Broadview Pictures

Szene aus „On the Wave“: Sebastian Steudtner reitet eine Welle vor Nazaré.

Das Filmteam begleitete Steudtner nach Hawaii, wo dieser als Teenager in die Familie von Nelson Armitage aufgenommen wurde. Laird Hamilton, eine Legende unter den Big-Wave-Surfern, spricht voller Respekt über den Deutschen, der sich in einer gnadenlosen Branche einen Namen gemacht hat.

Die Kraft der Wellen, die seine brasilianische Kollegin Maya Gabeira, die zeitweise auch seine Partnerin war, fast umgebracht hätte, wird durch gestochen scharfe Aufnahmen bedrückend authentisch dargestellt. „Er will diese Bestie bezwingen, weil er eine noch größere Bestie ist“, sagt Gabeira.

Max von der Groeben und Louise Farina mit Sebastian Steudtner.

Copyright: Agency People Image

Unter den Gästen der Premiere waren auch Max von der Groeben (r.) und Freundin Louisa Farina.

Für Steudtner ist dieser Film nur ein Zwischenschritt seiner Reise. „Das Abenteuer hört nicht auf und bleibt faszinierend. Wenn die großen Wellen kommen, gehen wir immer wieder in ein Stück Neuland“, sagt er.

„Mir ging es nie um die Rekorde. Die Liebe zum Wasser hört einfach nicht auf, weil ich ein paar Rekorde aufgestellt habe. Ich suche jetzt global nach großen Wellen und möchte sie den Menschen näherbringen. Der Ozean ist das Wichtigste auf der Erde, und deshalb müssen wir uns gut darum kümmern. Ich mache das, indem ich meine Erlebnisse teile und meine Erkenntnisse für die Wissenschaft zur Verfügung stelle.“

Sebastian Steudtner mit Nelvie Tiafack
im Cinedom.

Copyright: Agency People Image

Boxer Nelvie Tiafack (r.) sah einige Parallelen zu seinem Leben in der Dokumentation.

Jürgen Klopp hat den Big-Wave-Surfer im Sommer 2019 ins Trainingslager des FC Liverpool eingeladen, um den Fußballprofis Atemtechniken und den Umgang mit extremem Stress zu vermitteln. Daraus entstand eine Freundschaft.

„Außergewöhnliche Menschen haben immer eine außergewöhnliche Geschichte. Du wirst nicht über Nacht außergewöhnlich. Er ist kein normaler Mensch, sondern ein außergewöhnlicher Typ“, sagt der Erfolgstrainer. Eigentlich wollte er auch zur Premiere kommen, musste aber kurzfristig absagen.

Dafür saß Sky-Moderator Sebastian Hellmann im Kino. „Ich bin bisher nur eine Welle auf einem Brett auf dem Bauch liegend heruntergerutscht“, sagte er zu EXPRESS.de. „Die Bilder des Films sind beeindruckend. Die Menschen, die diesen Sport betreiben, sind bereit, für ihre Leidenschaft zu sterben.“

Ulrike Nasse-Meyfarth auf dem Roten Teppich im Cinedom.

Copyright: Agency People Image

Die zweimalige deutsche Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth schaute sich „On the Wave“ ebenfalls an.

Steudtner liebt den Nervenkitzel in den gigantischen Wassermassen. „Meine Sichtweise auf Angst ist positiv. Ich mag das, weil sie dem Gehirn signalisiert, aufzupassen. Wenn wir generell als Gesellschaft und Menschen lernen, Angst als etwas Positives zu sehen, geht’s uns allen besser.“

Viele Olympia-Sportler wie Hochspringerin Ulrike Nasse-Meyfarth, Zehnkämpfer Jürgen Hingsen und Boxer Nelvie Tiafack gehörten zu den Gästen der Premiere. „Man muss an seine Träume glauben, kein Traum ist zu groß“, sagte der Bronze-Medaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von Paris. „Ich habe auch eine weite Reise hinter mir, bin mit acht Jahren nach Deutschland gekommen. Da sehe ich Parallelen.“

Blick in den Kinosaal des Cinedoms.

Copyright: Agency People Image

Über 700 Gäste erlebten die Premiere der Sport-Dokumentation im Saal 4 des Cinedoms.

Dem konnte der Big-Wave-Surfer nur zustimmen. „Meine Geschichte zeigt, dass man alles erreichen kann, was man möchte, wenn man Mut hat und nie aufgibt. Köln ist eine legendäre Stadt mit legendären Menschen. Da passt es perfekt, einen legendären Film hier zu starten.“

Für Produzent Hoesch blieb am Ende nur ein Wunsch. „Mich würde es besonders freuen, wenn die Kölnerinnen und Kölner dafür abstimmen, die Olympischen Spiele einmal hier auszutragen. Diese Form von modernem Märchen, die Sportler mit sich bringen, wird dadurch erst möglich. Köln ist prädestiniert dafür wie keine andere Stadt.“

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