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Public-Viewing-Wende in Köln!Stadt kippt Verbot für späte WM-Spiele

Im Herbrand’s Biergarten wurde das WM-Spiel der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste gezeigt.

Copyright: Martina Goyert

Im Herbrand’s Biergarten wurde das WM-Spiel der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste gezeigt.

Rolle rückwärts in Köln! Die Stadt kippt das Verbot für späte WM-Spiele und erlaubt Public Viewing nach 22 Uhr.

Rolle rückwärts in der Domstadt! Die späten WM-Partien der DFB-Elf dürfen jetzt doch in den Biergärten laufen, auch nach 22 Uhr. Ein riesiger Jubel für Fans und Gastronomen.

Jetzt ist es offiziell: Kölner Wirte können aufatmen! Sie haben grünes Licht für die Übertragung von WM-Spielen der deutschen Mannschaft unter freiem Himmel, selbst bei einem Start nach 22 Uhr. Diese Entscheidung fällte die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag nach internen Gesprächen, so Sprecher Alexander Vogel. Einen Tag zuvor klang das noch komplett anders: Man wolle eine Regelung des Landesumweltministeriums ignorieren. Dabei hatte genau dieses Ministerium die Städte in einem Schreiben aufgefordert, „bei der Zulassung von Ausnahmen großzügig Gebrauch zu machen.“

Kölns Kehrtwende: Das sind die neuen Regeln

Ganz ohne Bedingungen geht es aber nicht. Die Kehrtwende ist kein Blankoscheck für die Gastronomie, wie Sprecher Vogel klarstellt: „Sollte es zu berechtigten Beschwerden aus der Nachbarschaft kommen, wird im Einzelfall eingegriffen.“ Er fügte hinzu, dass dann auch weitere Vorführungen verboten werden könnten. Einen generellen Rechtsanspruch auf Public Viewing draußen gibt es nämlich nicht. Außerdem gilt die Erlaubnis ausschließlich für die Partien des DFB-Teams.

Im Fokus steht zunächst das erste K.o.-Runden-Spiel der Mannschaft von Julian Nagelsmann, das am Montag um 22.30 Uhr startet. Sollte Deutschland gewinnen, würde das Achtelfinale am Samstag (4. Juli) sogar erst um 23 Uhr beginnen. Falls auch diese Hürde genommen wird, werden Viertelfinale, Halbfinale und das Endspiel wieder zu humaneren Anstoßzeiten ausgetragen.

Josef Rayes, der den Biergarten am Aachener Weiher führt, hatte immer auf ein Einlenken der Stadtverwaltung gehofft. Dementsprechend groß war seine Freude am Dienstag: „Das ist nicht nur gut für uns Gastronomen. Das ist auch förderlich für die ganze Stimmung in der Stadt, vor allem für die jungen Leute.“

Auch bei Micki Pick, der im Rheinauhafen im Open-Air-Kino die Partien der DFB-Elf überträgt, ist die Erleichterung spürbar. „Ich habe schon Anrufe aus Berlin, München und Düsseldorf bekommen, was da in Köln los sei“, berichtete er. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte er zuvor kritisiert: „Andere Städte zeigen uns, wie es geht.“ Die Tickets für die ersten drei Auftritte der deutschen Mannschaft waren rasant vergriffen.

Zuvor hatte auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) seinen Unmut über die Position der Kölner Verwaltung geäußert. Geschäftsführer Christoph Becker erklärte dazu: „Die Menschen freuen sich in diesen Zeiten über jede positive Ablenkung und dazu gehört aktuell die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft.“

Oliver Seeck, der Vorsitzende des Sportausschusses, hatte ebenfalls eine Kurskorrektur verlangt. Eine Weltmeisterschaft sei schließlich mehr als nur ein Sportereignis. Seeck betonte: „Köln ist eine Millionenstadt mit einer lebendigen Sportkultur – da erwarte ich schon, dass wir gemeinsam kreative Lösungen finden, statt einfach die Schranken runterzulassen. Auflagen ja, aber kein pauschales Nein.“ Zum Vergleich: In Leverkusen müssen Gastronomen eine Genehmigung beantragen, worüber dann individuell entschieden wird.

Nicht nur Köln, auch Dortmund hat am Dienstag eingelenkt: Dort dürfen Spiele mit Anstoß bis 23 Uhr im Freien gezeigt werden. Eine große Public-Viewing-Veranstaltung am Hafen unter städtischer Mitwirkung war dort bereits im Vorfeld abgesegnet worden. Ähnliches könnte auch in Köln passieren: Laut Sprecher Vogel wird geprüft, ob reine Public-Viewing-Events abseits von Kneipen und Biergärten mit spätem Beginn möglich sind, falls sich Organisatoren dafür finden. (red)

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