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Nerviger Lärm oder schöne Natur?Gänse-Debatte spaltet Köln

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Geschnatter und Lärm im Fünf-Minuten-Takt und das schon ab fünf Uhr morgens: Die Kölnerin Birte G. (57, Name geändert) ist genervt von den Wildgänsen. Zu Recht oder völlig übertrieben? Das Thema bewegt viele Kölnerinnen und Kölner. 

Abschießen, Eier tauschen: Die Stadt kämpft gegen eine explodierende Zahl an Wildgänsen, die inzwischen mehrere Bereiche in Köln besiedeln – und dabei nicht nur auf Liebe und Verständnis stoßen.

Viel Kot, viel Lärm. Zuletzt machte EXPRESS.de-Leserreporterin Birte G. (57), die am Rautenstrauchkanal wohnt, ihrem Frust Luft. Auf den Bericht sind insgesamt bereits mehr als 1000 Kommentare auf Instagram und Facebook eingegangen, die zeigen, wie emotional das Thema ist.

Lärm durch Wildgänse: Thema spaltet Köln

„Och, die Ärmste... ich glaube, da gibt's in Köln ganz andere Probleme, die einem den Schlaf rauben“, schreibt Björn B. Thomas R. schlägt der Kölnerin mit einem Augenzwinkern vor: „Zieh auf die Kalker Hauptstraße, da ist es schön ruhig ohne Gänse.“ Ein anderer kommentiert: „Und? Ist doch schön im Gegensatz zu Verkehrslärm.“

Gerd S. meint, dass man doch froh sein könne, so was in der Stadt zu haben. Auch Anouck V. hat kein Verständnis: „Man wohnt an einem Kanal und wundert sich über Wasservögel? Überraschung. Ähnlich wie diejenigen, die in die Nachbarschaft einer Kirche ziehen und sich dann über die Glocken beklagen.“ Rita A. postet: „Das ist doch prima, da braucht die Dame keinen Wecker.“

Viele meinen, Birte G. solle doch wegziehen. Andere bieten ihr einen Wohnungstausch an. Wie Bene A., der mit ihr eine Wohnung im Belgischen Viertel tauschen würde und schreibt: „Hier klingt es abends ‚Gans‘ ähnlich.“ 

Andere kommentieren: „Öhm, sorry, das ist Natur. Sie kann doch froh sein, nicht an der Autobahn zu wohnen“, „Augen auf bei der Wohnungsbesichtigung“, „Meine Güte, Natur ist doch schön“ oder „Das Geschnatter mancher Menschen ist schlimmer“. Mehrere schlagen auch Ohrstöpsel vor. 

Auch viel Verständnis für Kölnerin Birte – „diese Vögel stellen ein Problem dar“

Doch viele haben für die lärmgeplagte Birte G. vollstes Verständnis. Wie David K. „Wir hatten früher jede Menge Tiere zu Hause. Einmal Gänse, dann nie wieder. Dagegen ist ein Schäferhund als Wachhund ein Witz. Hätte ich auch keine Lust drauf, Natur hin oder her“, kommentiert er auf Facebook. Ähnlich ein Instagram-Kommentar: „Vögel sind meine Lieblingstiere, aber ich kann die Frau absolut verstehen. Alle fünf Minuten, den ganzen Tag ab fünf Uhr morgens in dieser Lautstärke... das zerrt an den Nerven.“

Vera K., die im Wohnpark „Am Beethovenpark“ in Sülz wohnt, berichtet, dass dort „die Plage ebenfalls aktiv“ sei. „Will heißen, spätestens um fünf Uhr morgens ist die Nacht vorbei. Arbeiten im Homeoffice ist unmöglich, weil die vier bis 13 Viecher den ganzen Tag durch schreien und einem den letzten Nerv rauben“, so ihr Kommentar auf Instagram. Die Lautstärke sei so massiv, dass es auch bei geschlossenen Fenstern nicht auszuhalten sei. 

„Ich wohne am Weißhaus-Schlösschen, dort sind schon seit Jahren Wildgänse, die jede Nacht einen Höllen-Lärm machen, dass man die Fenster schließen muss. Das Schlimme ist, es werden jedes Jahr mehr“, meldet sich ein EXPRESS.de-Leserreporter zu Wort. 

Auch Vera M. kann Birte G. total verstehen. „Diese Gänse sind eine invasive Plage. Sie vertreiben einheimische Tiere. Sogar Badeseen müssen wegen der Gänse gesperrt werden, weil die Gänse alles verdrecken“, schreibt sie. Ein anderer wundert sich über die vielen hämischen Kommentare und stellt klar: „Es handelt sich um invasive Arten, die sich in vielen Städten breitmachen und ein Problem darstellen, wie Kot und Vertreibung heimischer Arten. Ich liebe die Natur, aber diese Vögel stellen ein Problem dar.“

Und Mona kommentiert: „Das würde mich auch nerven. Wenn man das nicht selbst erlebt, kann man große Töne spucken.“ (iri)

Wie steht ihr zu dem Thema Wildgänse? Oder ärgert ihr auch über etwas anderes in Köln? Meldet euch bei uns!

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Der Kölner Dom im Nebel, aufgenommen am 14. April 2026 um 8.44 Uhr.

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