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Pegel-PrognoseRhein in Köln erneut vor historischem Tiefstand

Ein Negativrekord folgt auf den nächsten. So lautet die Prognose für einige Pegel des Rheins in NRW. Die Aufzeichnungen reichen dabei deutlich mehr als 100 und zum Teil mehr als 200 Jahre zurück.

„Ich hab den Vater Rhein in seinem Bett gesehen. Ja der hat’s wunderschön...“ – in diesen Tagen hat der Klassiker von Kurt-Adolf Thelen ausgedient. Denn der Rhein ist kaum noch zu sehen. Der mächtige Strom schwächelt, nicht nur in Köln.

In den kommenden Tagen wird der vielbefahrene Fluss voraussichtlich an mehreren Stellen in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände erreichen. Dabei reichen die Aufzeichnungen der Pegeldaten nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein jeweils deutlich mehr als 100 Jahre zurück.

Pegelstand wird seit 1816 aufgezeichnet

Der aktualisierten Prognose zufolge wird am Freitag in Köln wieder ein Pegelstand von 67 Zentimetern erreicht. Damit würde der hier erst am vergangenen Samstag gemessene Negativrekord eingestellt. Aktuell ist der Wasserstand so niedrig wie noch nie seit Beginn der Pegelaufzeichnungen an mehreren Orten in NRW.

Der Pegelstand wird seit 1816 aufgezeichnet. Anfang dieser Woche waren noch 63 Zentimeter für Freitag prognostiziert. Um Berechnungsmodelle für Wasserstände und Strömungsverhältnisse zu überprüfen, wird der Rhein neu vermessen.

Besonders am Niederrhein kommt laut aktueller Prognose immer weniger Wasser an. Ein Überblick über die Pegel:

Pegel Emmerich

Der Pegelstand bewegt sich bereits seit Tagen im negativen Bereich und der Schwimmer des Pegels liegt trocken. Eine Sonde liefert die Daten. Am Samstag war hier ein historischer Tiefstand von minus 2 Zentimeter festgestellt worden. Am Mittwoch lag der Pegelstand bereits bei minus 4. In den kommenden Tagen soll der Wasserstand des Rheins noch weiter absinken.

Für Donnerstag werden Pegelstände von minus 6, für Freitag von minus 8 und für Samstag von minus 9 Zentimeter vorhergesagt. Die Prognose ist für die Messstelle unverändert geblieben. Die Aufzeichnungen der vergleichbaren Pegelstände gehen hier nach Angaben des Amtes bis ins Jahr 1900 zurück.

Pegel Duisburg-Ruhrort

Für Freitag wird abermals ein historischer Tiefstand von 147 Zentimeter vorhergesagt. Der Negativrekord von 148 Zentimeter am Sonntag wäre damit unterschritten. Für Samstag werden nur 145 Zentimeter erwartet. Befürchtet wurden ursprünglich 144 Zentimeter für Donnerstag und Freitag. Die Aufzeichnungen der Pegelstände reichen auch hier bis 1900 zurück.

Pegel Düsseldorf

Auch für Düsseldorf fällt die neue Vorhersage nicht mehr ganz so extrem aus. Hier werden jetzt 22 statt 17 Zentimeter am Freitag erwartet. Am Sonntag war am Pegel Düsseldorf ein historischer Tiefstand von 20 Zentimetern registriert worden. Dieser historische Tiefstand hätte damit zunächst noch weiter Bestand. Die Aufzeichnungen der Pegelstände reichen hier bis 1872 zurück.

Die Fahrrinne im Rhein ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. In Köln etwa sind es 1,11 Meter mehr. Das variiert aber von Standort zu Standort. Schiffe können auch im Niedrigwasser fahren, aber nur mit deutlich weniger Fracht als sonst. Das Transportgut muss auf mehr Schiffe verteilt werden.

Auch wenn der Wasserstand um ein paar Zentimeter schwankt oder die Prognose leicht verändert wird, eine grundlegende Besserung ist nach Einschätzung des Amtes für den Rhein in NRW nicht in Sicht. „Von einer Trendwende kann nicht die Rede sein“, sagte Sprecher Moritz Axt. (dpa)

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