Der Rheinpegel in Köln hat einen neuen Tiefststand erreicht. In Bonn verschärft der Ausfall einer Fähre das Verkehrschaos.
Fähre fällt ausKölner Pegel auf neuem Rekord-Tief – Bonn im Chaos

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Der Rhein führt extremes Niedrigwasser, die Trockenheit der letzten Monate sorgt für neue Rekord-Tiefstände. (Archivbild)
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Ein trauriger Rekord am Rhein: Am Samstagmittag erreichte der Wasserstand in Köln einen neuen Tiefpunkt. Die offizielle Messung ergab nur noch 67 Zentimeter, so die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (eine Behörde des Bundes). Damit wurde die bisherige Tiefstmarke aus dem Dürrejahr 2018 um zwei Zentimeter nach unten korrigiert. Schon am Vorabend war die alte Bestmarke gefallen, als um 20 Uhr ein Wert von 68 Zentimetern registriert wurde, bevor der Wasserstand für kurze Zeit wieder leicht zunahm.
Die Situation in Bonn wird durch die Dürre unterdessen immer kritischer. Zum ohnehin schon existierenden Verkehrschaos wegen der gesperrten Nordbrücke kommt ein neues Problem hinzu: Der Fährbetrieb, der Bad Godesberg und Königswinter-Niederdollendorf verbindet, ist gestoppt. Der WDR meldet, dass der niedrige Wasserstand ein Anlegen unmöglich macht. Die Gefahr, auf einer Kiesbank stecken zu bleiben, ist zu groß.
Verkehrs-Kollaps in Bonn wegen Fährausfall
Für Autofahrer und Pendler wird die Lage immer ernster. Wegen der gesperrten Nordbrücke gibt es in Bonn nur noch zwei Rheinbrücken, auf denen der Verkehr sich ohnehin schon oft staut. Dass nun auch die Fährverbindung wegfällt, könnte die Situation weiter zuspitzen. Immerhin gibt es noch eine Ausweichmöglichkeit: die Fähre, die zwischen Bonn-Mehlem und Königswinter verkehrt. Diese legt momentan noch im Acht-Minuten-Takt ab.

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Ein Binnenschiff fährt am 31. Juli bei niedrigem Pegelstand unter der Südbrücke über den Rhein.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeichnet sich ab: Im Laufe des Samstags wird nach Niederschlägen mit einem leichten Anstieg des Wasserstands gerechnet. Oberhalb von Koblenz sind die Pegel schon wieder am Steigen. Am Messpunkt Kaub wurde am Freitag ein historischer Tiefstand von lediglich 25 Zentimetern registriert. Bis zum Samstagmittag kletterte der Pegel dort jedoch wieder auf 30 Zentimeter.
Dürre-Sommer trifft die Wirtschaft hart
Unterhalb von Koblenz fielen die Wasserstände am Samstag allerdings weiter. In der Landeshauptstadt Düsseldorf zeigte die Messung am Mittag einen Pegel von gerade einmal 23 Zentimetern. Dieser Wert entsprach exakt dem Negativrekord aus dem Jahr 2018.
Für die Wirtschaft sind die niedrigen Wasserstände eine Katastrophe. Die Kosten für Transporte steigen enorm und belasten insbesondere Industriezweige, die vom Transport von Massengütern abhängig sind. Frachtschiffe auf dem Rhein können viel weniger Fracht aufnehmen oder müssen ihre Fahrten komplett absagen. Grund für das extreme Niedrigwasser ist die monatelange Dürre in weiten Teilen Deutschlands.
Ministerin Neubaur gegen generelles Ausbaggern
Eine generelle Vertiefung des Rheins durch Ausbaggern, um die Schiffbarkeit zu verbessern, stößt jedoch auf Widerstand. „Eine Vertiefung der Fahrrinne auf der Gesamtstrecke ist nicht die Lösung“, erklärte Mona Neubaur, die Wirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen (Grüne), gegenüber der „Rheinischen Post“. Sie signalisierte aber Bereitschaft für gezielte Maßnahmen an einzelnen Stellen.
Der Rekord-Pegelstand des Rheins rief auch die Grünen in Köln auf den Plan. „2018 hat es fast bis zum Winter gedauert, bis der Fluss so tief stand. Jetzt reicht dafür der Juli. Mitten im Sommer, mit zwei weiteren Monaten, die noch kommen können“, postete die Partei schon am Freitag auf der Social-Media-Plattform Facebook.
Grüne warnen: „Das ist die neue Realität“
Dies sei kein Zufall und auch keine normale Schwankung, sondern die „neue Realität“, betonten die Grünen weiter und verwiesen auf die Klimakrise: „Während bei uns der Fluss verschwindet, brennen anderswo in Europa gerade die Wälder. Der Klimawandel macht genau solche Extreme wahrscheinlicher, und diese Sommer werden nicht die letzten ihrer Art sein.“
Der Meteorologe Karsten Brandt schlägt in die gleiche Kerbe und fordert, den Folgen des Klimawandels ins Auge zu sehen. „Der Sommer 2026 dient hierbei als deutliche Warnung und Blaupause dafür, worauf wir uns am Rhein und in der Region Köln künftig dauerhaft einrichten müssen“, so Brandt in einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. (red)
