Nichts ging mehr! Am Sonntagnachmittag steckte ein Frachtschiff auf der Deutzer Platte fest. Und das über mehrere Stunden.
Nichts ging mehrSchiff quer im Kölner Rhein – Entwarnung am späten Abend

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Ein Schiff hatte sich am Sonntag (6. September) auf dem Rhein in Köln festgefahren.
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Am Sonntagnachmittag (6. September) hatte sich erneut ein Schiff auf dem Rhein festgefahren. Es lag zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke. Grund ist der immer noch niedrige Pegel des Rheins, auch in Köln. Verletzt wurde niemand.
Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei gegen 21 Uhr dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, sei die Meldung gegen 17 Uhr am Nachmittag eingegangen. Festgefahren hatte sich ein Gütermotorschiff, genauer gesagt ein Schleppverband, der stromaufwärts unterwegs war. Es lag fast quer im Rhein und befand sich nach Auskunft der Wasserschutzpolizei auf der Deutzer Platte, auf der gerade bei Niedrigwasser immer wieder Schiffe auflaufen. Die „Rettung“ dauerte Stunden.
Schubverband freigeschleppt – Polizei spricht von Manövrier-Fehler
Ein sogenanntes Turn-Schiff sollte am Abend am Schubverband ankommen und ihn freischleppen. Gegen 21 Uhr war dies aber noch nicht erfolgt, die Beamten der Wasserschutzpolizei konnten auch noch nicht an Bord des havarierten Schiffes gehen. Eine Sperrung des Rheins für den Schiffsverkehr sei nicht nötig, hieß es zunächst.
Dies war dann aber doch erforderlich, wie Daniel Kattenbeck, Sprecher der zuständigen Polizei Duisburg, am Montag (7. September) erklärte: „Es wurde eine Schifffahrtssperre auf dem Rhein von 20.20 bis 21.45 Uhr eingerichtet, um 21.45 Uhr war das Schiff freigezogen worden.“ Es habe sich um einen Schubverband – ein Gütermotorschiff mit einem Schubleichter (schwimmender Ladungsbehälter) – gehandelt. Er lag bei Rheinkilometer 687,5, circa 50 Meter vom rechten Ufer entfernt im Bereich der Hafeneinfahrt zum Deutzer Hafen. Polizeisprecher Kattenbeck: „Auf Grund eines Manövrier-Fehlers ist der Güterschubverband außerhalb der Fahrrinne mit dem Heck auf Grund gelaufen.“
Normalerweise entstehen keine Schäden an den festgefahrenen Schiffen, erklärte ein Sprecher. Der Grund der Deutzer Platte sei weich und stelle in der Regel keine Gefahr für stählerne Schiffsböden dar. Dies werde aber von einem Sachverständigen später überprüft.
Der Pegel in Köln liegt derzeit wieder unter 80 Zentimetern. Ende August war er leicht auf über einen Meter angestiegen, zuletzt aber wieder gesunken. Einen historischen Tiefstand hatte der Rheinpegel bei rund 45 Zentimetern Mitte August erreicht.
Deutzer Platte ist Engpass in Köln
Schiffe konnten zwar durchgängig fahren, aber nur mit einem Teil der normalen Fracht. Immer wieder hatten sich in den vergangenen Wochen dennoch Schiffe festgefahren, auch am Abend der Kölner Lichter. Das Flusskreuzfahrtschiff hatte aus Gründen der Sicherheit während des Feuerwerks geräumt werden müssen.
Bei der Deutzer Platte handelt es sich um eine Untiefe im Rhein. Sie erstreckt sich auf einer Länge von etwa 700 Metern zwischen Severinsbrücke und Deutzer Brücke in Höhe des Rheinkilometers 687. Ablagerungen von Sand und Kies werden hier begünstigt. Im Juli wurde hier als Notmaßnahme mit einem Bagger Kies aus dem Flussbett geholt und neben den Pylon der Severinsbrücke gekippt.
Das Niedrigwasser des Rheins hatte sogar die Bundespolitik auf den Plan gerufen. Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger berief eine Krisenkonferenz ein. Er setzte sich für den Ausbau und die Vertiefung von Flüssen ein. Das Niedrigwasser wirkte nicht nur bei den Spritpreisen als Preistreiber. (red)

