„Nicht zu gebrauchen“ Online-Petition schießt scharf gegen Kölner Kardinal Woelki

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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich gegen die Offenlegung eines Gutachtens zum sexuellen Missbrauch entschieden. Dies sei fehlerhaft, so die Begründung.

Köln – Protest gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (63)! Der ehemalige WDR-Journalist und Moderator des WDR2-Mittagsmagazin Kurt Gerhardt hat eine Online-Petition gestartet, um Woelki zu zeigen: So nicht!

Die Petition spricht die „niederschmetternde“ Zahl an Kirchenaustritten an und wirft Woelki vor Signale auszusenden, „die die Sache schlimmer machen“, statt dringende Reformen voranzutreiben. 

Köln: Petition spricht Woelki Missbilligung aus 

Wie aus der Zeit gefallen wirke etwa Woelkis seine Kritik daran, dass bei der Synodalversammlung Ende Januar in Frankfurt Bischöfe und Laien gemeinsam – und nicht in hierarchischer Ordnung – in den Dom eingezogen seien und damit zum Ausdruck gebracht hätten, „dass da jeder gleich ist“. Auch die alphabetische – und nicht hierarchische – Sitzordnung in diesem „quasi protestantischen Kirchenparlament“ sei „äußerst bedenklich“. 

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Dann wird der Initiator der Petition deutlich: „Wer so redet, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Es geht uns nicht nur um Kardinal Woelkis Worte, sondern mehr noch um den Geist, der aus ihnen spricht. Er ist das Letzte, was wir in dieser so schwierigen Lage unserer Kirche gebrauchen können. Die Haltung des Kardinals ist nicht die unsrige. Wir Katholiken im Erzbistum Köln distanzieren uns davon und sprechen ihm unsere Missbilligung aus.“ 

Petition gegen Woelki hat schon 866 Unterstüzer 

Stand Donnerstag 10 Uhr hatten sich schon 866 Unterstützer auf der Seite, https://www.openpetition.de/petition/online/kritik-an-kardinal-woelki, gefunden. Hier wird auch munter und kontrovers diskutiert. „Das Interview von Herrn Woelki hat mich verletzt und erneut betroffen gemacht. Als engagierte Christin, über Jahrzehnte ehrenamtlich tätig, sehe ich mit großer Besorgnis, dass die Hauptamtlichen von uns an der Basis Veränderung und Bewegung erwarten“, schreibt eine Userin. 

Eine weitere Userin hält dagegen: „Niemand ist gezwungen, in der katholischen Kirche zu bleiben. Es ist auch niemand gezwungen, zölibatär zu leben (denn niemand ist gezwungen, römisch-katholischer Priester zu werden oder in einen Orden einzutreten). Wenn jemand die römisch-katholische Kirche nicht mag, aber partout in einer Kirche sein will, dann steht ihm die Liste christlicher Konfessionen auf Wikipedia zur Verfügung. Es steht ihm sogar frei, die Bogumilen, Monotheleten oder Katharer zu neuem Leben zu erwecken.“ 

Kölner Kardinal Woelki äußert sich zu Kritik 

Woelki hat sich zwischenzeitlich zur Kritik an seiner Person geäußert. Zur Kritik, er habe mit der Bezeichnung „protestantisches Kirchenparlament“ für den Synodalen Weg die Evangelische Kirche herabgesetzt, sagte er der „Katholischen Nachrichtenagentur“: „Die Gemeinschaften der Reformation haben ein anderes Kirchenverständnis als wir Katholiken. Mein Gegenüber in der Evangelischen Kirche im Rheinland trägt den Titel "Präses", weil er den Vorsitz in der Landessynode innehat, dem obersten Leitungsgremium der Landeskirche. 

Zwar kennt und praktiziert auch die katholische Kirche synodale Elemente. Die Leitung aber, der eigentliche Hirtendienst, ist den Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Papst übertragen. Diesen Hinweis hat man mir entgegen meiner tatsächlichen Intention als Abwertung oder gar Beschimpfung ausgelegt.“

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