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Obdachlose und JunkiesNeue Dimension in Köln erreicht – „Zustände arten aus“

Obdachlose liegen an der Eigelsteintorburg auf und vor einer Sitzbank.

Copyright: Alexander Schwaiger

Obdachlose liegen am Freitag (14. August 2026) an der Eigelsteintorburg auf und vor der Sitzbank.

Aktualisiert:

Junkies und Obdachlose gibt es schon lange auf Kölns Straßen und Plätzen. Doch jetzt hat die Situation eine neue Dimension bekommen. 

Betrunkene grölen aggressiv herum, verrichten zwischen Autos ihre Notdurft, liegen vor Häusertoren, handeln offen mit Drogen oder setzen sich auf der Straße einen Schuss: Die Lage am Friesenplatz und den umliegenden Wohnstraßen im Belgischen Viertel eskaliert. Kinder und Frauen haben Angst. 

„Wir wohnen seit 20 Jahren hier, aber so etwas gab es noch nie. Irgendwann ist der Friesenplatz verloren“, erklärte Anwohnerin Astrid (58) am Mittwoch (19. August 2026). Auf den EXPRESS.de-Bericht gibt es zahlreiche Reaktionen.

Das sagen Kölnerinnen und Kölner: „Albtraum“, „Hoffnung aufgegeben“, „nur noch weg“

„Es ist wirklich ein Albtraum. Schade, was aus Köln geworden ist“, schreibt Leserreporterin Carina S., die ebenfalls im Belgischen Viertel wohnt.  Heidrun W. bestätigt den Niedergang der Innenstadt im Bereich über die Ringe, Friesenplatz, Rudolfplatz, Mittelstraße. „Dieser Bereich gehört mittlerweile der Drogen- und Obdachenlosenszene. Gedealt und konsumiert wird hier ganztägig. Die Zustände arten aus“, so die Leserreporterin.

Die Grünanlagen, die von der Stadt als Schmuckanlagen ausgewiesen sind, würden mittlerweile von Menschen aus der Drogenszene nicht nur zum Nächtigen, sondern zum ganztägigen Aufenthalt genutzt. „Matratzen werden auf die Grünflächen gelegt, Fahrräder direkt an den Bäumen auf den Grünflächen gelagert. Zwischen den Glascontainern wird am helllichten Tag gekotet“, schildert die Kölnerin weiter.

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Carina K. meint: „Köln ist schon lange verloren! Die geschilderte Situation gibt es schon lange! Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass sich etwas ändert!“

„Ich wohne in Köln-Mülheim und bin so etwas irgendwie gewöhnt, aber auf den Ringen und im Belgischen Viertel ist es schlimmer“, so Leserreporter NC. Er fordert ein härteres Durchgreifen. 

Ein anderer Leserreporter kann den Schilderungen im EXPRESS.de-Bericht nur zustimmen. „Ich wohne seit über zwölf Jahren im Cäcilienveedel, früher ein schönes Veedel, Haubrichhof, St-Peter, Zentralbibliothek – alles war gut, aufgeräumt und man hatte keine Angst. Heute: Drogen wohin das Auge sieht, Obdachlose, die überall ihre Matratzen und ähnliches aufschlagen, Drogen werden selbstverständlich am hellichten Tag verkauft und konsumiert“, berichtet er.

Abends würde er nicht mehr das Haus verlassen, es habe schon drei Einbrüche gegeben. Der Leserreporter: „Plötzlich schlafen und konsumieren Leute bei uns im Treppenhaus. Ich will nur noch weg aus der Innenstadt.“

Roman: „Sicher fühlt man sich schon lange nicht mehr“

Roman schreibt, er wohne in der Maximienstraße direkt am Breslauer Platz: „Hier werden die Obdachlosen und die Drogenkonsumenten immer weiter Richtung Domstraße und Brandenburger Straße zum Lagern oder Konsum ermutigt. Unrat, Kot, Matratzen und starke Vermüllung werden einfach hinterlassen. Sicher fühlt man sich schon lange nicht mehr.“ 

Auf der anderen Seite am Eigelstein würden verwahrloste Menschen herumliegen. „Alkoholisierte, aggressive und benommene Menschen sind hier jeden Tag zu jeder Uhrzeit anzutreffen“, schildert Roman. „Diese Menschen brauchen Hilfe und zwar sofort – die Stadt braucht eine neue Strategie. So kann Köln nicht weitermachen. Es scheint, als wird sich vor Bettlern, Drogenabhängigen und Obdachlosen ergeben.“ Er habe schon mehrfach an die Stadt geschrieben, aber geändert habe sich nichts.

Ein Mann liegt schlafend auf dem Gehweg vor einem Haus.

Copyright: privat

Auf der Brüsseler Straße hat am Dienstag (18. August 2026) ein Obdachloser sein Lager direkt an einem Wohnhaus eingerichtet.

„Das ist in Nippes leider nicht anders“, berichtet Tina. In der Poststation würden Menschen schlafen, neben Netto sei alles vermüllt. Lager würden aufgeschlagen, so dass Hausbewohner wegen des Gestanks nicht mehr ihre Balkontüren öffnen können. „Oder man möchte morgens in sein Auto steigen und neben dem Auto liegt jemand, der dort auch noch sein Notdurft verrichtet hat“, erzählt die Leserreporterin. Auch der nahe Losepark würde jeden Morgen wie ein Schlachtfeld aussehen. Tina: „Und die arme AWB räumt diesen Dreck weg.“ 

Ihr Appell an die Stadt: „Gebt den Menschen in Köln das Gefühl zurück, dass es hier sicher ist – vor allem der älteren Generation und den Kindern. Unternehmt mal was!“ 

Jens B. meint: „Man kann diesen kranken Obdachlosen leider oft gar nicht mehr helfen, aber wenn, dann muss das in dementsprechenden Einrichtungen geschehen, mit geschultem Personal, zur Not zwangsweise. Zum Schutz der Anwohner, aber allen voran zum Schutz der Schüler und Kinder müssen diese Leute von der Straße geholt werden, konsequent. Auch wenn sich das sehr hart anhört, muss ein Umdenken stattfinden, wenn es nicht schon zu spät ist. Wie immer werden die schützenswerten Personen ganz hintenan gestellt, furchtbar. Aber solche klaren Positionen traut sich niemand durchzusetzen, obwohl das der einzige Weg sein kann, die rechten Parteien klein zu halten.“

Jeder sei froh, dass es nicht in seiner unmittelbaren Nachbarschaft auf offener Straße zu solchen Dingen komme. Leserreporter G.H. fordert: „Herr Burmester, nicht nur labern, handeln. Hilfebedürftigen helfen, alle anderen wegsperren oder ausweisen.“ (iri)

Peter Brings mit Cat Ballou auf seiner Terrasse.
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