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Urteil: Psycho-Knast!Flaschensammler attackiert wahllos Frauen in Köln

Am Gotenring in Deutz wurde eine Frau angegriffen. Es gab drei weitere Opfer.

Copyright: Carsten Rust (Symbolbild)

Am Gotenring in Deutz wurde eine Frau angegriffen. Es gab drei weitere Opfer.

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„Der hätte mich totgetreten“, sagte eine 66-Kölnerin im Prozess vor dem Kölner Landgericht aus, der nun sein Ende gefundet hat.

Politische Unruhen herrschten im Jahr 2007 in Myanmar, bei Massenprotesten starben viele Tausend Menschen. Mohammad Y. (damals 18) wurde von seinem Vater mit 10.000 Pfund in bar ausgestattet und über Umwege nach Europa geschickt, in Sicherheit. „Die Familie hatte die Vorstellung, dass er einen erfolgreichen Beruf erlangt und sie versorgt, doch er hat all das nicht hinbekommen“, sagte sein Strafverteidiger Ingo Lindemann. Mohammad Y. wurde obdachlos, psychisch labil und letztlich gewalttätig. Er griff in Köln wahllos Frauen an – und muss nun für unbestimmte Zeit in die Psychiatrie.

Köln: Erst Küchenhilfe, dann obdachloser Flaschensammler

Die Unruhen im südostasiatischen Land, verbunden mit der Angst vor dem Militärdienst hatten den Vater dazu bewogen, seinen Sohn nach England zu schicken. Über Bangladesch kam Mohammad Y. mit Studentenvisum nach London. Dort arbeitete er als Küchenhilfe; das angestrebte Studium geriet in den Hintergrund. Er setzte mit dem Boot nach Frankreich über und gelangte ohne offizielle Papiere nach Deutschland. „Ich habe gehört, Deutschland ist gut, wenn man kein Geld und keine Wohnung hat“, sagte er. Zehn Jahre lebte er in Wuppertal, lernte Deutsch, die Miete übernahm das Jobcenter.

Dann kam es nach seinen Angaben zum Bruch: Er habe Wohnung und Aufenthaltsstatus verloren. In den letzten Jahren habe er eigenen Angaben zufolge als obdachloser Flaschensammler in Köln gelebt. Hier kam es zu einer ganzen Serie von Angriffen auf Frauen. Im Juli 2025 schlug er einer Passantin am Zülpicher Platz für sie völlig unerwartet mit der flachen Hand gegen den Hals. Sechs Wochen später saß er in der U-Bahn im Bereich des Appellhofplatzes. Beim Verlassen der Bahn störte ihn eine KVB-Kundin. Y. schlug mit einer Flasche in Richtung des Gesichts, die Frau konnte aber ausweichen.

Kölnerin in Deutz attackiert: „Der hätte mich totgetreten.“

Einen Tag später schlug der Mann am Gotenring in Deutz zu. Erst trat Mohammad Y. einer 66-Jährigen, die gerade vom Einkaufen in der Mittagspause kam, gegen den Hals. Als sich die Frau aufrappelte, kam der Angreifer zurück und schlug ihr mit der Faust gegen den Kiefer. „Ich bin umgefallen und lag wie ein Käfer auf dem Rücken“, berichtete die Geschädigte beim Prozess im Zeugenstand. In ihrer Wahrnehmung war der Täter wie von Sinnen. Dem beherzten Eingreifen eines Passanten sei es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert wurde: „Der hätte mich totgetreten.“

Im Oktober 2025 hatte er einer Fußgängerin am Hansaring den Ellbogen mit voller Wucht gegen die Brust gerammt. Nur zwei Tage später fasste der Angeklagte laut den Urteilsfeststellungen einer Frau in der Getränkeabteilung eines Rewe-Marktes am Eigelstein ans Gesäß – ein Vorfall, der das Opfer in Schock und tiefen Ekel versetzte. „Sie spürte die Berührung des Angeklagten noch Stunden nach der Tat“, hieß es in der Anklageschrift. Auf Anraten von Verteidiger Lindemann hatte der Angeklagte zum Prozessbeginn noch zu den Vorwürfen der Körperverletzung und sexuellen Belästigung geschwiegen.

Köln: Beschuldigter muss unbefristet in die Psychiatrie

Bis zuletzt saß der Beschuldigte in der JVA Ossendorf in Untersuchungshaft. Anwalt Lindemann hatte jedoch früh geäußert, dass eine psychiatrische Klinik wohl der geeignetere Aufenthaltsort für seinen Mandanten sei. Eine psychiatrische Gutachterin stellte im Prozessverlauf eine Schizophrenie bei dem Beschuldigten fest. Bei einem ersten Termin zur Exploration habe Mohammad Y. ihr mit einem durchdringend eigenartigen Blick gegenübergessenen. Er habe von Männer- und Frauenstimmen berichtet, die er höre – aber verneint, dass diese ihm Befehle für gewisse Dinge geben würden.

„Ich habe den Eindruck, dass da ein Mann vor mir sitzt, dessen Leben nach dem Verlassen Asiens völlig strukturlos verlaufen ist“, erklärte die psychiatrische Gutachterin zur möglichen Ursache der Psychose. Mohammad Y. sei auf den Wechsel des Kulturraums nicht vorbereitet gewesen. Nun gilt der Mann als Gefahr für die Allgemeinheit. Die Psychiaterin befürwortete die unbefristete Unterbringung des Angeklagten in der forensischen Psychiatrie. Dem folgte das Gericht. Wann und ob der heute 37-Jährige wieder in Freiheit gelangen kann, entscheiden nun vor allem Ärzte.

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