2

+++ EILMELDUNG +++ Wohnung in Flammen Kölner Feuerwehr mit Großaufgebot im Einsatz

+++ EILMELDUNG +++ Wohnung in Flammen Kölner Feuerwehr mit Großaufgebot im Einsatz

Angst in Kölner Park„Sehr aggressive Stimmung mit lautem Gepöbel und Geschrei“

Mehrere Männer stehen oder sitzen im Volksgarten.

Copyright: privat

Menschen campieren im Kölner Volksgarten. 

Aktualisiert:

Angst statt Erholung: Die Kölnerin Julia berichtet von einer aggressiven Stimmung im Volksgarten.

Der Volksgarten soll Erholung bieten. Eine grüne Oase mit großem Teich und Biergarten. Toll. Das fand auch Julia H. (31) viele Jahre lang. Doch jetzt hat die Kölnerin dort fast nur noch eins: Angst. 

„In den vergangenen Wochen hat sich die Situation aus meiner Sicht massiv verändert“, sagt sie gegenüber EXPRESS.de. „Der Volksgarten ist für mich zum Angstraum geworden, ich fühle mich dort unsicher und teilweise sogar bedroht.“ 

Kölnerin (31) erlebt im Volksgarten oft eine  aggressive Stimmung

Seit ihrer Kindheit verbringe sie viel Zeit im Volksgarten, wohne seit sieben Jahren auch direkt am Park, erklärt die 31-Jährige, die morgens und abends mit ihrem Boston Terrier Pablo dort spazieren geht. Bis vor Kurzem sei sie sogar nachts dort durchgelaufen, habe sich immer sicher gefühlt. Das hat sich schlagartig geändert. 

In nahezu allen Bereichen des Parks würden mittlerweile Gruppen, meist Männer, campieren. „Es sind nicht mehr nur einzelne Schlafplätze, sondern teilweise richtige Lager mit Möbeln und persönlichem Hausrat entstanden. Überall bleibt Müll zurück“, schildert Julia H.

Mehr News für dich

Lange Schlange an der Volkssternwarte in Köln.

Ansturm wegen Sonnenfinsternis

Volkssternwarte Köln „überrannt“ – Polizei muss anrücken

Morgens erlebe sie häufig eine „sehr aggressive Stimmung mit lautem Gepöbel und Geschrei“. „Bereits ab dem Nachmittag sind viele stark alkoholisiert oder stehen offensichtlich unter Drogeneinfluss“, so die Kölnerin. Die 31-Jährige beschreibt die Atmosphäre im Volksgarten, in dem sie sich bis vor Kurzem immer sicher gefühlt hat, als zunehmend angespannt und einschüchternd. 

„Die Stimmung ist aufgeladen. Man nimmt Abstand, man weiß nie, wie die reagieren“, sagt sie. „Ich habe mit anderen, die ich auf der Hundewiese treffe, darüber gesprochen. Sie empfinden es genauso. Auch Freunde und Bekannte.“

Kölnerin: „Ich möchte mir das nicht nehmen lassen“

Was ihr außerdem auffalle, so Julia H.: „Bis vor einiger Zeit waren regelmäßig Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizeistreifen im Volksgarten präsent. Seit Wochen sehe ich dort jedoch kaum noch jemanden. Mein Eindruck ist, dass die Präsenz deutlich reduziert wurde oder ganz weggefallen ist.“

Eine Person hockt neben einem Einkaufswagen an einem Weg im Kölner Volksgarten.

Copyright: privat

Eine Person hockt neben einem Einkaufswagen an einem Weg im Kölner Volksgarten.

Ihr sei bewusst, dass die betroffenen Menschen oft selbst in schwierigen Lebenssituationen seien und dass das Problem komplex sei. „Dennoch darf das nicht dazu führen, dass ein öffentlicher Park, der für Familien, Spaziergänger, Sportler und Anwohner ein wichtiger Erholungsort ist, für viele Menschen zu einem Ort wird, den sie meiden oder nur noch mit Angst betreten“, meint die gebürtige Kölnerin. 

Der Park ihrer Kindheit... Julia H.: „Ich möchte mir das nicht nehmen lassen und hoffe, dass sich dort etwas ändert.“

Zustand in Kölner Park: Das sagen Stadt und Polizei

Die beschriebene Situation im Volksgarten sei dem Ordnungsamt grundsätzlich bekannt, erklärt Robert Baumanns vom städtischen Presseamt auf EXPRESS.de-Nachfrage. Bei einer Kontrolle am Montagabend (10. August) sei die Lage aber ruhig gewesen, auch habe es keine Hinweise auf Lager oder Vermüllung gegeben.

Eine Reduzierung der Präsenz des Ordnungsamtes im Volksgarten könne man nicht bestätigen, sagt er. Baumanns: „Der Volksgarten wird im Rahmen eines bestehenden Dauerauftrags mehrmals täglich durch das Ordnungsamt kontrolliert. Bekannte Hinweise und Bürgerbeschwerden werden bei der Einsatzplanung berücksichtigt und im Rahmen der Kontrollen überprüft. Festgestellte Verstöße, insbesondere im Zusammenhang mit Drogenkonsum, Lagern etc., werden entsprechend aufgenommen und geahndet.“

Gleichzeitig werden betroffene Personen über bestehende Hilfsangebote und Unterbringungsmöglichkeiten informiert. Dafür arbeite das Ordnungsamt eng mit Streetworkern zusammen.

Das Ordnungsamt nehme zudem regelmäßig an „Anwohnendensprechstunden“ teil und stehe dort im direkten Austausch mit Anwohnerinnen und Anwohnern. „Werden bei den Kontrollen Vermüllungen/Zelte oder ähnliches festgestellt, werden diese regelmäßig an die AWB weitergegeben. Die Zusammenarbeit funktioniert aus Sicht des Ordnungsamtes reibungslos“, erklärt Robert Baumanns. 

Laut Polizei gibt es im Volksgarten keinen Anstieg der Einsatz- sowie Kriminalitätsfallzahlen. „Die zuständige Bezirksdienstbeamtin bestreift den Bereich und nimmt keine Steigerung der Aggressivität wahr“, so Sprecher Benno Groß. „Wir nehmen allerdings auch wahr, dass sich dort Personen schlafend oder sogar kochend aufhalten.“ 

Wie empfindet ihr die Situation im Kölner Volksgarten? Gibt es andere Stellen in Köln, wo ihr Angst habt?

Hau raus!

Werde Leserreporter/in

Du hast Fragen zu unserem Leserreporter-Programm?

Hier geht's zu den F.A.Q.
Ein Fahrrad liegt unter einer Straßenbahn.
Unfall in Köln
Radler (50) von Straßenbahn erfasst – Zeugen mit Hinweis