Abo

Von wegen IdylleKölnerin genervt: „Jede Nacht werde ich um 5 Uhr geweckt“

Kölns Gänse-Problem hat längst die Wohngebiete erreicht – am Rautenstrauchkanal in Köln-Lindenthal macht eine Anwohnerin ihrem Frust Luft.

Von wegen Idylle am Rautenstrauchkanal in Köln-Lindenthal: Was für ein Geschnatter, was für ein Lärm – rund um die Uhr.

Während die Stadt Köln bereits stadtweit gegen die explodierende Gänsepopulation vorgeht, spitzt sich die Lage in Lindenthal dramatisch zu.

Eine Dauertortur: Nil- und Kanadagänse am Rautenstrauchkanal

Britta G. wohnt an der Ecke zum Rautenstrauchkanal und ist ziemlich genervt. „Jede Nacht werde ich ab circa 5 Uhr geweckt und muss das Fenster schließen“, klagt die Kölnerin, die seit 2009 dort wohnt.

Seit etwa 2020 hätten sich Nil- und Kanadagänse am Rautenstrauchkanal niedergelassen – und seitdem sei kein ruhiger Moment mehr möglich. „Tagsüber gibt es im Fünf-Minuten-Takt Alarm, und auf dem Balkon ist es kaum auszuhalten“, erzählt die 57-Jährige im Gespräch mit EXPRESS.de.

Was G. beschreibt, klingt wie eine Dauertortur: Der Lärmpegel sei vergleichbar mit lautem Hupen – und das direkt neben einem dicht besiedelten Wohngebiet.

Am Samstagmorgen filmte sie das Lärmchaos von ihrem Balkon: Das Video (siehe oben) wurde gegen 6.30 Uhr aufgenommen und zeigt, wie unablässig der Lärm ist. „Pausen der Beschallung gibt es kaum – höchstens mal für zwei bis drei Sekunden“, beschreibt G. die Situation am frühen Morgen.

Neben dem Lärm gibt es ein weiteres Problem: Immer wieder würden die Tiere von Passanten gefüttert – das würde die Situation massiv verschlimmern. „Hier am Rautenstrauchkanal sind es immer dieselben Personen, die füttern. Für Argumente sind sie leider taub“, sagt die genervte Anwohnerin.

Ihr Appell an die Stadt ist klar: „Das Ordnungsamt sollte Personen, die die Tiere füttern, mit Geldstrafen belegen.“ Außerdem fordert sie, die Tiere aktiv zu vergrämen – etwa durch den Einsatz von Hunden.

Stadt kämpft mit harten Mitteln – doch die Lage bleibt verzwickt

Dass das Problem stadtweit eskaliert, ist längst bekannt. Die Population der Nilgänse ist regelrecht explodiert: von 33 Tieren im Jahr 2023 über 77 im Jahr 2024 auf bereits 115 im Jahr 2025. Die Kanadagänse stagnieren in ähnlichen Größenordnungen.

Die Stadt Köln hat bereits reagiert: Jäger werden am Stadtrand eingesetzt, Mitarbeiter des Grünflächenamts sammeln Gänseeier ein.

Habt ihr auch Probleme mit Nil- und Kanadagänsen? Meldet euch bei uns! Fotos, Videos und Infos jetzt hier gratis, schnell und einfach hochladen.

Hau raus!

Werde Leserreporter/in

Doch ausgerechnet das Schießen am Rand hat einen kuriosen Effekt – die Gänse weichen in die Innenstadt aus. Eine Stadtsprecherin bestätigte: „Durch die notwendige Bejagung an den Stadträndern erhöht sich also die Population im innerstädtischen Bereich.“

Im befriedeten Stadtgebiet – also dort, wo Menschen wie Britta G. wohnen – gilt generelles Jagdverbot. Die klare Ansage der Stadt: „Dass Tiere koten und schnattern, stellt keinen Grund für eine Ausnahmegenehmigung zur Bejagung im befriedeten Bezirk dar.“

Für Anwohner am Rautenstrauchkanal ist das eine bittere Botschaft. Die nächste schaflose Nacht kommt bestimmt – pünktlich um 5 Uhr morgens.

Ein Polizeiwagen ist nachts mit Blaulicht unterwegs (Symbolfoto)

Raser in der Südstadt

Polizei stoppt 19-Jährigen im Mercedes