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Toter aus Lindenthal identifiziert„Mama, da lebt ein Mann im Wald“

Im Wäldchen hinter dem Spielplatz wurde der Tote gefunden.

Copyright: Ayhan Demirci

Im Wäldchen hinter dem Spielplatz wurde der Tote gefunden.

In Köln-Lindenthal wird am Rande eines Neubaugebietes ein Toter gefunden. Es ist Vatertag. Erst ist unklar, um wen es sich bei dem Mann handelt.

Wochen nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Köln-Lindenthal steht die Identität des Toten fest. Wie die Polizei gegenüber EXPRESS.de mitteilte, handelt es sich um einen 55-jährigen obdachlosen Mann deutscher Staatsbürgerschaft.

Entdeckt worden war der Leichnam am Abend des Vatertags (14. Mai) von einem Spaziergänger in einem kleinen Waldstück nahe der Blandina-Ridder-Straße – nicht weit entfernt vom St. Elisabeth-Krankenhaus in Hohenlind. Der Mann hatte die Polizei um 20.15 Uhr alarmiert.

Der Tote muss bereits seit einiger Zeit dort gelegen haben

Neben Polizeibeamten waren damals auch Kranken- und Feuerwehrwagen vor Ort. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nach Angaben der Polizei nicht – der Mann starb demnach ohne Einwirkung Dritter. Der Zustand des Leichnams deutete bereits zum Zeitpunkt des Fundes darauf hin, dass der Tod schon geraume Zeit zuvor eingetreten sein muss.

Für eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft ging mit der Nachricht eine Erinnerung einher. Ihr Sohn war dem Mann vor einigen Monaten mutmaßlich begegnet - in der Nähe eines Spielplatzes, der sich dort am Rande einer Grünfläche befindet.

Rettungskräfte an einem Waldstück.

Copyright: privat

Rettungskräfte fuhren zum Fundort.

„Er kam ganz aufgeregt nach Hause und sagte: ‚Mama, da ist ein Mann im Wald'“, erinnert sich die Mutter. Daraufhin suchte sie den Unbekannten selbst auf – und gewann einen positiven Eindruck von ihm. „Er war ein netter, höflicher Mann. Ein Aussteiger, der mit niemandem mehr zu tun haben wollte.“

Nach Angaben der Anwohnerin lebte der 55-Jährige schon seit geraumer Zeit in dem Waldstück. Bewusst, wie es scheint: Der Mann habe keine Sozialleistungen beziehen wollen. Dennoch habe er ein kleines Netzwerk gehabt – jemanden, bei dem er gelegentlich duschen und sich verpflegen konnte. Auch im nahe gelegenen Krankenhaus Hohenlind soll er ab und zu gefrühstückt haben. Woher er Geld bezog, ist unklar – irgendeine Einnahmequelle muss er jedoch gehabt haben.

Auf den Fall angesprochen, begab sich der Kölner Streetworker Franco Clemens auf die Spur des Mannes. Clemens, der für den Verein „Heimatlos in Köln“ aktiv ist, hatte zuletzt dokumentiert, dass zahlreiche Menschen in Kölner Randgebieten im Freien leben, viele davon in Zelten. Auf Spuren eines Lagers stieß er bei seiner Recherche, begleitet von seinem Hund (und Fährtenleser), nun nicht. Möglich, dass Habseligkeiten nach dem Fund der Leiche entfernt wurden.

Das Kölner Ordnungsamt versucht, Angehörige zu finden

In Köln fällt der Fall in das Sachgebiet „Gefahrenabwehr/Allgemeine Ordnungsangelegenheiten“. Ein Stadtsprecher erklärt: „Das Bestattungsunternehmen, mit dem die Stadt Köln einen Rahmenvertrag für die ordnungsbehördlichen Bestattungen hat, wurde nach Freigabe des Leichnams durch die Polizei mit den Bestattungsmodalitäten beauftragt. Das Ordnungsamt der Stadt Köln befindet sich aktuell in der Angehörigen-Ermittlung.“

Wenn sich am Ende keine Angehörigen finden, die die Bestattung organisieren bzw. für die Kosten aufkommen, übernimmt die Stadt die Aufgabe. Verstorbene würden in der Regel eingeäschert (Urnenbeisetzung). In Ausnahmefällen finden wegen der Glaubensrichtung Erdbestattungen statt.

Der Sprecher erklärt weiter: „Seitens des Fachbereiches wird monatlich eine Gesamtliste mit Namen von Verstorbenen sowohl an die katholische, als auch an die evangelische Kirche versandt. Die Verstorbenen werden dann in den jeweiligen Gottesdiensten bedacht.“

Ein Polizist mit einer Waffe. (Symbolfoto)
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