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Kölner Horror-Haltestelle„Als Frau ist es gruselig, dort entlangzulaufen“

Eine Person liegt in einem Gang einer Haltestelle auf dem Boden, zwei weitere sitzen neben ihm.

Copyright: Arton Krasniqi

Sabine M. (57) empfindet die aktuelle Situation an der KVB-Haltestelle (hier am 7. April 2026) als unzumutbar. Vorallem für eine Frau. 

Die Kölnerin Sabine M. (57) ist geschockt über den Zustand an einer KVB-Haltestelle. Sie berichtet von herumliegenden Junkies, Erbrochenem und Blutlachen. 

Der Weg zur Arbeit bedeutet für Sabine M. (57) erst mal eins: Angst. Die Kölnerin fährt fast täglich mit der Bahn bis zur KVB-Haltestelle Appellhofplatz. „Was da wieder abgeht zurzeit, ist mehr als schlimm“, schildert sie.

Als sie dort um 6.30 Uhr die Treppe hochgekommen sei, habe sie „über Junkies steigen“ müssen. „Als Frau ist es gruselig, dort entlangzulaufen“, erzählt sie fassungslos. 

Kölner Haltestelle: Junkies neben Blutlachen und Spritzen

Sabine M. berichtet: „Alles ist voller Müll, Dreck, Erbrochenem, Kot.“ Dutzende drogenabhängige Menschen würden auf dem Boden liegen, einige laut schreien. Daneben Blutlachen und Spritzen. 

„Unglaublich, was ich als Steuerzahlerin ertragen muss, um zur Arbeit zu kommen“, so die 57-Jährige. Auch für das Reinigungsteam, das bereits parat stand, empfinde sie die Situation als eine Zumutung. Selbst im Bereich des Verwaltungsgerichts, das sich am Appellhofplatz befindet, würden Drogenabhängige und Obdachlose immer wieder ihre Geschäfte verrichten. 

Die Kölnerin, die nach eigenen Angaben bereits Stadt und KVB angeschrieben hat, fordert: „Die Verantwortlichen müssen dringend reagieren.“ Zuletzt hatte sich Sven S. wegen eines Obdachlosen-Lagers an den Hallen Kalk bei EXPRESS.de gemeldet.

EXPRESS.de hat Stadt, KVB und AWB um Stellungnahme gebeten. Können sie die Situation bestätigen? Was wird unternommen?

Stadt Köln: überwiegend suchtkranke Personen

„Der öffentliche Raum der U-Bahnhaltestelle Appellhofplatz wird unter anderem von einer gemischten Szene von überwiegend suchtkranken Personen sowie einigen Personen aus der Obdachlosenszene genutzt, die den Streetwork-Teams bekannt sind“, erklärt Katja Reuter vom städtischen Presseamt auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Zwei Personen sitzen zusammengesunken auf einem Treppenabsatz beziehungsweise einer Treppenstufe.

Copyright: Arton Krasniqi

Zwei Personen sitzen zusammengesunken in der U-Bahn-Haltestelle Appellhofplatz. Das Foto wurde am Dienstag (7. April 2026) gemacht.

Es gäbe regelmäßige Hilfsangebote sowie nahezu tägliche Kontrollen zu verschiedenen Uhrzeiten. „Ordnungswidriges Verhalten ahndet das Ordnungsamt konsequent“, sagt sie. So seien bei Kontrollen rund um das Osterwochenende vier Bußgeldverfahren wegen Drogenkonsums eingeleitet worden.  

KVB-Sprecherin: Situation hat sich aktuell wieder zugespitzt

Laut KVB-Sprecherin Gudrun Meyer wird die Haltestelle Appellhofplatz regelmäßig zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten durch Service- und Sicherheitspersonal bestreift. Auch die Kooperationstreife (Polizei, KVB, Ordnungsamt) sei dort zusätzlich regelmäßig im Einsatz.

„Personen, die dort lagern, werden der Haltestelle verwiesen – es sei denn, dass dies aufgrund von Minustemperaturen nicht zu verantworten wäre“, erklärt sie und fügt aber hinzu: „Sobald die Aufsicht die Haltestelle verlassen hat, kehren die obdachlosen beziehungsweise drogenabhängigen Personen zurück.“  

Zwischenzeitlich hätte sich die Problematik am Appellhofplatz deutlich verbessert, nun aber ganz aktuell wieder zugespitzt. So werde die Haltestelle zwar dreimal täglich gereinigt, einmal davon nass. „Aber bereits nach ein bis zwei Stunden ist sie wieder genauso stark verschmutzt wie zuvor“, so die KVB-Sprecherin. 

AWB setzt Duftwasser ein

Auch AWB-Sprecher Jörg Daniel bestätigt, dass es im Umfeld der KVB-Haltestelle Appellhofplatz immer wieder zu starken Verschmutzungen kommt. Der öffentliche Bereich rund um den Platz werde derzeit sechsmal wöchentlich von montags bis samstags gereinigt.

Daniel: „Zusätzlich kümmern sich unsere Mitarbeitenden gezielt um sogenannte Nischenbereiche und Fäkalienecken, unter anderem mithilfe eines Straßenwaschwagens. Bei Bedarf setzen wir dort auch Duftwasser ein, um Geruchsbelästigungen zu reduzieren.“ 

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Die Reinigung der eigentlichen Haltestelle sowie der Zugänge liegt jedoch im Zuständigkeitsbereich der KVB.

„Uns ist bewusst, dass die geschilderten Zustände für Passantinnen und Passanten belastend sein können. Gleichzeitig möchten wir betonen, dass es sich bei den dort anwesenden Menschen häufig um besonders vulnerable Personen handelt, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden“, so der AWB-Sprecher.  

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