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Es ist noch nicht vorbeiKölner Gastro-Schock – Kultladen in der Krise

„Maybach“-Inhaber Wolfgang Günther Grätz (65) am Tresen im Biergarten

Copyright: Matthias Trzeciak

„Maybach“-Inhaber Wolfgang Günther Grätz (65) am Tresen im Biergarten

Das bekannte Restaurant „Maybach“ hat Insolvenz angemeldet. Wie soll es jetzt weitergehen?

Ein Hotspot für Kölner Biergartenfans, doch die Nachricht sorgt für Wirbel in der Gastro-Szene.

Das bekannte „Maybach“ an der Maybachstraße, in direkter Nachbarschaft zum Cinedom, hat laut Amtsgericht Köln Insolvenz angemeldet.

Restaurant Maybach hat Insolvenz angemeldet

Seit 25 Jahren betreibt Küchenchef und Inhaber Wolfgang Günther Grätz (65) das Restaurant und den Biergarten. Der gelernte Küchenmeister und Metzger aus Franken, der nach Stationen in den USA, Kanada und Schweden seine Heimat in Köln gefunden hat, kämpft nun um sein Lebenswerk.

Beim angeordneten Verfahren handelt es sich um ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren – ein gerichtliches Sanierungsverfahren, bei dem die Geschäftsführung weiterhin im Amt bleibt und den Betrieb eigenständig fortführt.

„Ziel ist die wirtschaftliche Restrukturierung und der dauerhafte Erhalt des traditionsreichen Restaurants“, erklärt Rechtsanwalt Joscha Stothfang von der Insolvenzverwalterkanzlei „hww“, auf EXPRESS.de-Nachfrage. Er begleitet die „Maybach Gastronomie GmbH“ rechtlich im Eigenverwaltungsverfahren. 

Das „Maybach“ sei kein Einzelfall. Die Gastronomiebranche stehe seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, so Stothfang. Neben den Auswirkungen der vergangenen Krisen würden insbesondere stark gestiegene Energie-, Personal- und Wareneinsatzkosten zahlreiche Betriebe belasten. Hinzu komme eine spürbare Zurückhaltung im Konsumverhalten.

Das „Maybach“ in der Maybachstraße

Copyright: Matthias Trzeciak

Das „Maybach“ in der Maybachstraße

„Zusätzlich kam für das ‚Maybach‘ nach Überstehen der Corona-Zeit hinzu, dass es über einen längeren Zeitraum zu umfangreichen baulichen Maßnahmen am Gebäude kam, wodurch das Restaurant teilweise aus dem öffentlichen Fokus und dem Bewusstsein vieler Gäste geraten ist“, erläutert Stothfang die Gründe für die finanzielle Schieflage.

Das Amtsgericht Köln hat Rechtsanwältin Marion Rodine von der Insolvenzverwalterkanzlei Runkel zur vorläufigen Sachwalterin bestellt. Sie überwacht die wirtschaftliche Lage und wahrt die Interessen der Gläubiger. Rodine darf ab sofort die Geschäftsräume betreten, Nachforschungen anstellen und Auskünfte über die Vermögensverhältnisse bei Dritten einholen.

Betreiber gibt sich kämpferisch: „Gutes Essen, entspannte Atmosphäre“

Das „Maybach“, das sich im historischen Direktionsgebäude des ehemaligen Güterbahnhofs Köln-Gereon befindet, will kämpfen.

„Unsere Gäste sollen künftig genau das bekommen, wofür das ‚Maybach‘ seit Jahrzehnten bekannt ist: gutes Essen, eine entspannte Atmosphäre und einen der schönsten Wein- und Biergärten Kölns – kombiniert mit einem modernen Konzept, das zugleich neue Zielgruppen anspricht“, erklärt Geschäftsführer und Küchenchef Herr Grätz. Heißt: Der Betrieb geht ganz normal weiter.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 16 Uhr bis 24 Uhr, Sonn- und Feiertags geschlossen. Das „Maybach“ bietet Platz für ca. 300 Personen.

Menschen drängen sich auf einem Platz vor mehreren Marktständen.
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