Der Kölner Frühling zeigt seine hässliche Kehrseite.
Geduld am EndeAnwohner platzt der Kragen – Kölner Müllabfuhr mit Neuerung

Copyright: Michael Neumann
Müll am Aachener Weiher. Bemängelt werden die zu kleinen Mülleimer.

Kaum beginnt der Frühling, beginnt auch das altbekannte Kölner Müllproblem. Anwohner Michael Neumann, erster Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz, hat genug und macht seinem Ärger Luft.
Bilder vom 22. März am Aachener Weiher zeigen: überquellende Mülleimer, Abfall, der auf dem Boden liegt. Neumann betont dabei ausdrücklich, dass nicht nur Rücksichtslosigkeit das Problem sei – sondern auch fehlende Kapazitäten.
AWB besorgt jetzt „Papierkorbgaragen“
„Auch da, wo die Menschen versuchen, ihren Müll ordentlich zu entsorgen, ist das nicht möglich, weil die Stadt/AWB nicht bereit ist, größere oder mehr Müllbehälter aufzustellen“, kritisiert Neumann.
Seine Nachfrage bei den Abfallwirtschafts-Betrieben (AWB) brachte eine ernüchternde Antwort: „Das ist die Standardgröße.“ Sinngemäß: war schon immer so.
In einer Stellungnahme verweist das Unternehmen auf ein umfangreiches Entsorgungsnetz: Allein in Kölner Grünanlagen und auf Spielplätzen stünden derzeit rund 7600 Papierkörbe bereit.
Dazu kämen 25 sogenannte Unterflurbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils fünf Kubikmetern in zwölf stark frequentierten Grünanlagen, ergänzt durch 30 Grillaschebehälter sowie 65 Zinkbehälter für Picknickabfälle mit je 1100 Litern.

Copyright: Michael Neumann
Auch dieser Mülleimer am Aachener Weiher ist bereits voll – mit Getränkebechern.
Auch am Aachener Weiher sei man nicht untätig: „Am Aachener Weiher stehen mehrere Unterflur- sowie Grillaschebehälter zur Verfügung. Damit wurden insbesondere an diesem stark frequentierten Standort gezielt zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen“, erklärt eine AWB-Sprecherin.
Und Besserung ist in Sicht: Aktuell würden sogenannte „Papierkorbgaragen“ beschafft, so die AWB-Sprecherin. Dabei handelt es sich um größere Behälter mit breiterem Einwurf. Die sollen allerdings erstmal an Hotspots wie der Altstadt eingesetzt werden.
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Doch Neumann geht es um mehr als nur Behältergrößen. Er sieht ein strukturelles Problem: immer mehr Einwegverpackungen. Vor allem Getränkebecher, seien ein Problem. Seine Forderung ist klar: „Ohne ein Verpackungspfand, nicht Verpackungssteuer, ändert sich daran nichts“, so Neumann.
Die Imbisse oder Kioske würden die Gewinne machen, die Stadt müsse die Kosten für den Müll tragen.
