Powerbank, E-Scooter-Akku, Bluetooth-Lautsprecher: In Köln sorgen falsch entsorgte Lithiumbatterien für immer mehr Brände in Tonnen, Müllwagen und Sortieranlagen. AWB und AVG schlagen jetzt Alarm.
Kölner AWB warntGefahr wird immer größer: „Können Explosionen verursachen“

Copyright: Arton Krasniqi
In Köln sorgen falsch entsorgte Lithiumbatterien für immer mehr Brände.
Aktualisiert:
Ein Knall im Müllwagen, dann Rauch. Was eben noch harmlos wirkte, eine Powerbank vielleicht, ein alter Akku aus dem E-Scooter, hat sich in eine kleine Bombe verwandelt – mitten im Kölner Straßenverkehr. Vor solchen Szenen warnen jetzt die Kölner Entsorger.
Lithiumbatterien verursachen im zunehmenden Maße Brände in Müllbehältern, Müllfahrzeugen sowie Abfallsortieranlagen und gefährden Mitarbeitende der Entsorgungsunternehmen. Die AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH und die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG Köln) appellieren deshalb an die Kölnerinnen und Kölner: Lithiumbatterien gehören unter keinen Umständen in die Hausmüll- und Wertstofftonne. Gebrauchte Batterien sind stattdessen im Handel sowie an den Wertstoff-Centern oder Schadstoffmobilen abzugeben.
Warum die Gefahr gerade jetzt so groß ist
Sommerzeit ist auch Akku-Zeit. Denn beliebte Freizeitgeräte wie E-Bikes oder Scooter, Powerbanks, Bluetooth-Lautsprecher, Drohnen oder elektrische Kühlboxen enthalten oft leistungsstarke Lithiumzellen. Immer mehr Menschen nutzen diese Geräte, damit steigt auch das Entsorgungsrisiko immer weiter.

Copyright: Iffland
In Köln-Ehrenfeld ist Mitte Juli ein Müllwagen des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) in Brand geraten.
Mehr News für dich
Echt clever!
Kölner Start-up mit genialer Strategie für Schrottklamotten
Das Problem: Sind die Lithium-Ionen-Akkus beschädigt, „können sie durch Hitze, Druck oder Stoßeinwirkung Kurzschlüsse und Explosionen verursachen“, heißt es von den Entsorgern. Da reichen selbst kleine Batterien aus, um Brände auf den Recyclinghöfen zu verursachen. Im E-Schrott könnte es zu Funkenflug kommen, so könnten auch Entsorgungsfahrzeuge in Brand geraten – auch während sie im Stadtgebiet unterwegs sind.
Erst Mitte Juli kam es zu einem Brand in einem Müllwagen: Zunächst bemerkte der Fahrer Rauch aus dem Heck seines Fahrzeugs. Er versuchte, das Feuer selbst zu löschen, was ihm jedoch nicht gelang. Er musste die Feuerwehr rufen. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Dabei sind die Regeln für die Entsorgung eindeutig: Batterien sollten niemals in die Restmüll- oder Wertstofftonne oder in öffentliche Papierkörbe geworfen werden.Sie gehören in Wertstoff-Center, können bei den Schadstoffmobilen oder auch im Handel selbst abgegeben werden.
Wichtig sei laut den Entsorgern auch die Vorbereitung zu Hause: Pole abkleben und Akkus einzeln verpacken, entweder in einem Beutel oder in der Originalverpackung. Einfache Handgriffe, die im Zweifel vor einem verheerenden Brand schützen.
Früher war die heiße Asche das Problem
Ein Blick zurück zeigt, wie sehr sich die Gefahrenlage verschoben hat. Als die AWB vor 25 Jahren auf den Straßen Kölns unterwegs war, war der häufigste Brandauslöser heiße Asche. Damals stand die Warnung „Asche vorher abkühlen lassen“ im Mittelpunkt – ein heute vergleichsweise seltenes Problem.
Neben den Akkus sind es vor allem Gaskartuschen, die aktuell für Probleme sorgen – Gefahren, die unberechenbarer sind und gleichzeitig heftigere Konsequenzen nach sich ziehen können. Die Kölner Entsorger setzen deshalb darauf, dass jeder mehr mitdenkt. (mg)

