Endlich gibt es einen Fahrplan für die umstrittenen Häuser in Klettenberg. Der Abriss ist beschlossen, doch bis neuer Wohnraum entsteht, vergehen noch Jahre.
Kölner Veedel im WandelGeisbergstraße: Das passiert jetzt mit den „Sozialhäusern“

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Einige Fenster und Türen der Sozialhäuser an der Geisbergstraße sind geöffnet.
An der Geisbergstraße 47c bis 53c wirkt alles ganz normal. Offene Fenster, Räder vor der Tür, im Garten wachsen sogar Sonnenblumen, die „Sülzer Riesen“. Doch der Schein trügt. Bereits vor sieben Jahren verkündete die Stadtverwaltung, dass der Wohnkomplex aus den 1960er-Jahren weg muss, da er baulich nicht mehr den Standards entspricht. Die damaligen Bewohner, viele seit Generationen dort zu Hause, mussten ihre Koffer packen. Als Empfänger staatlicher Hilfe wurden sie nicht als Mieter behandelt, sondern im Amtsdeutsch in andere Stadtteile „verlegt“.
Doch die angekündigte Maßnahme, sei es Sanierung oder Neubau, ließ auf sich warten. Jahrelang geschah nichts. Diese Verzögerung veranlasste die Linke in der Bezirksvertretung Lindenthal, bei der Verwaltung nach dem aktuellen Stand der Dinge und der derzeitigen Nutzung der Gebäude zu fragen.
Überraschende Wende: Geflüchtete leben jetzt in den Abriss-Häusern
Die Antwort der Stadtverwaltung brachte Licht ins Dunkel: Seit März 2023 sind die Gebäude wieder bewohnt, rund 100 geflüchtete Menschen fanden hier eine Bleibe. Allerdings ist dies nur eine Zwischenlösung. Ein Ratsbeschluss von 2022 besiegelt das Schicksal des Areals: Die Sozialhäuser und die benachbarte Kita werden abgerissen, um Platz für vier neue Mehrfamilienhäuser und eine moderne Kita zu schaffen.
Der Zeitplan dafür ist lang: In diesem Jahr werden Pläne und Kosten kalkuliert, 2028 soll der Rat den Bau absegnen. Die Baugenehmigung folgt danach. Der Abriss startet etappenweise: 2029 bis 2031 werden drei Häuser und eine provisorische Kita errichtet. 2032 folgen das vierte Haus und die alte Kita, bevor 2033 die Übergangs-Kita zu Wohnraum wird.
Durch das Vorhaben entstehen 63 Wohnungen mit insgesamt rund 5000 Quadratmetern Fläche für maximal 176 Personen. Diese sind für Menschen vorgesehen, denen Wohnungslosigkeit droht. Der Mix umfasst Wohnungen für Singles, Paare sowie Familien. Alle Einheiten werden barrierefrei sein und über Aufzüge verfügen. Die Gebäude erhalten Keller, Serviceräume und ausreichend Platz für Fahrräder, Lastenräder und Autos. Die geplante Kita wird sechs Gruppen haben.
Für die Außenbereiche sind ein Spielplatz und zusätzliche Fahrradstellplätze geplant. Wenn in einigen Jahren die Baumaschinen tatsächlich anrücken, werden die ursprünglichen Bewohner schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr dort leben. (red)

