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TV-Sitzung im GürzenichHöhner sorgen für Ekstase – Überraschung für Kasalla

Patrick Lück von den Höhnern liegt auf der Bühne.

Höhner-Frontmann Patrick Lück haute die Stimmung bei der ARD-Sitzung im Gürzenich am Mittwochabend (4. Februar 2026) regelrecht um.

Die erste von zwei Aufzeichnungen der ARD-Fernsehsitzung „Karneval in Köln“ hat im Gürzenich stattgefunden. Marcus Gottschalk führte wieder durch das Programm. Eine besondere Ehre gab es für die Band Kasalla.

Diese Sitzung gehört für viele Jecke zum Rosenmontag wie der Zoch. Seit 1954 wird der höchste Feiertag aller Karnevalisten abends durch die Übertragung der ARD-Sitzung gekrönt. „Karneval in Köln“ wird auch am 16. Februar 2026 wieder den Abschluss eines bunten Tages bilden.

Am Mittwochabend (4. Februar) fand die erste von zwei Aufzeichnungen für die TV-Sitzung im Gürzenich statt. Am Freitagabend werden die Kameras erneut auf die Bühne und das Publikum gerichtet sein. Danach beginnt die Arbeit für die Fernsehmacher.

„Karneval in Köln“: Ausstrahlung an Rosenmontag in der ARD

Denn aus insgesamt elf Stunden Programm muss eine Sendung zusammengeschnitten werden, die an Rosenmontag von 20.15 bis 23.30 Uhr im Ersten zu sehen sein wird. 22 Programmpunkte stehen an den beiden Aufzeichnungsabenden an – längst nicht jeder davon wird am Ende auch zu sehen sein.

Zum dritten Mal führt Marcus Gottschalk als Sitzungsleiter durch das Programm. Der hatte wenige Tage vor der Aufzeichnung noch mit einer arg lädierten Stimme zu kämpfen. Doch Brigitte Dick, die Leibärztin des Dreigestirns, griff noch in ihren „Zauberkoffer“.

„Sie hat mir ein paar Tipps und Mittelchen gegeben, damit ich fit für die Sendung bin“, sagte Gottschalk zu EXPRESS.de. Beim Einzug in den Saal mit der Nippeser Bürgerwehr rief er glücklich: „Die Stimme hält. Es kann losgehen.“ In jecken Kreisen trägt der Ex-Prinz, der seit Jahren auch zahlreiche Orden und Spangen entwirft, den Namen „Glitzi“.

Marcus Gottschalk als Sitzungsleiter im Gürzenich.

Moderiert wurde die Fernsehsitzung erneut von Marcus Gottschalk.

Um die rund 1400 kostümierten Gäste auf den Abend einzustimmen, hatte er zuvor beim Warm-up drei wichtige Regeln verkündet. „Wir werden den Kölner Karneval in der ganzen Republik repräsentieren. Daher gilt: Bei Rednern auf der Bühne herrscht absolute Ruhe im Saal. Bei Tanzgruppen rastet ihr alle aus. Und bei Musikgruppen herrscht absolutes Sitzverbot.“

JP Weber ging als Eisbrecher in den Saal und lobte den Moderator überschwänglich: „Marcus ist ne Jode. Er ist die Gegenwart und Zukunft des Kölner Karnevals. Vertrauen Sie mir. Der Mann ist großartig. Schade, dass er bei der Prinzen-Garde ist.“

JP Weber beim Auftritt auf der Bühne.

JP Weber präsentierte einen gewohnt bissigen Vortrag und stimmte am Ende Lieder auf seiner Flitsch an.

Es folgte ein gewohnt bissiger Vortrag, bei dem er auch nicht scheute, Kritik am Verhalten einiger Gäste zu üben. „Da stehen Männer im Foyer an der Theke, während ein Tanzkorps auf der Bühne steht, und sagen: Ich will die kölschen Stars sehen. Denen sage ich: Auf der Bühne steht deine Zukunft, die deine Werte repräsentiert. Die trainieren drei- bis viermal die Woche und du stehst im Foyer und trinkst warmes Kölsch. Herzlichen Glückwunsch.“

Die Höhner sorgten anschließend für völlige Ekstase im Saal. „Das war eine enorme Stimmung“, freuten sich die Musiker nach ihrem Auftritt. Gleiches galt für Kasalla. Die Band durfte sich vor ihrem Auftritt aufgrund des 15-jährigen Jubiläums noch ins Gästebuch von Koelncongress eintragen. Die Kölschrocker blätterten stolz durch die Seiten, auf denen sich auch schon die Bläck Fööss, die Höhner sowie zahlreiche Traditionskorps zum Jubiläum verewigt hatten.

Die Band Kasalla beim Eintrag ins Gästebuch.

Zum 15-jährigen Bandbestehen durfte sich Kasalla ins Gästebuch von Koelcongress eintragen: Flo Peil, Basti Campmann, Objektleiter Thomas Leder, „Ena“ Schwiers, Geschäftsführer Ralf Nüsser, Sebi Wagner und Simon Scheibel.

Bernd Stelter, Druckluft, Volker Weininger und die Bläck Fööss traten ebenfalls auf. Das Kölner Dreigestirn schaute vorbei, De Höppemötzjer tanzten. Das Literarische Komitee gab der Newcomer-Band Zesamm’ die Gelegenheit, ebenfalls auf der großen Gürzenich-Bühne Erfahrungen zu sammeln.

Die Band Zesamm’ beim Auftritt im Gürzenich.

Die Newcomer-Band Zesamm’ durfte auf Einladung des Literarischen Komitees ebenfalls auf der Gürzenich-Bühne singen.

In der TV-Ausstrahlung wird der Auftritt nicht zu sehen sein. Was letztlich gesendet wird, entscheidet sich erst im Nachgang. „Der WDR schaut, wie die beiden Sitzungen laufen, und entscheidet dann, was an Rosenmontag zu sehen ist. Ich erfahre das auch erst, wenn ich die fertige Sendung schaue“, sagt Gottschalk. „Es werden sicher nur ein Korpsaufzug und eine Tanzgruppe zu sehen sein. In früheren Jahren wurden schon zwei Auftritte des Dreigestirns zusammengeschnitten.“

Der Moderator wird sich die Sendung erst später in der Mediathek anschauen. „Rosenmontag feiern wir nach dem Zoch immer noch mit der Prinzen-Garde. Da komme ich erst später nach Hause. Bis dahin habe ich aber immer schon viele WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy. Dann weiß ich oft schon, wie die Sitzung rübergekommen ist.“

Das Kölner Kinderdreigestirn auf der Bühne.

Jecke Ecke

Erkältungswelle: Junges Dreigestirn liegt flach