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„Uns fliegt alles um die Ohren“Stau-Chaos in Köln sorgt im Karneval für Stress – Musiker steckten fest

Die Bläck Fööss posieren fürs Foto.

Die Bläck Fööss starteten am Donnerstag (1. Februar 2024) in der „Lachenden Kölnarena“ in Unterzahl. Das Chaos rund um die Programme hatte Pit Hupperten (M.) eiskalt erwischt.

Köln kollabierte komplett. Stau auf allen Straßen am Donnerstagabend. Mittendrin im Chaos: die Karnevals-Bands, Rednerinnen, Redner und Tanzgruppen. Überall musste deshalb improvisiert werden.

von Marcel Schwamborn (msw)Daniela Decker (dd)

Horst Müller konnte das Handy nicht mehr aus der Hand legen. Aufgeregt lief der umtriebige Chef der großen Künstleragentur Go im Foyer des Pullman-Hotels umher und telefonierte mit den Bands, Rednerninnen und Rednern sowie den Sälen.

„Wir haben heute sieben Sitzungen, die wir betreuen“, sagte er am Donnerstagabend (1. Februar 2024) am Rande des Kölner-Haie-Abends. „Uns fliegt gerade alles um die Ohren. Es ist nur noch Chaos.“ Das Stau-Fiasko in der komplett verstopften Kölner Innenstadt (EXPRESS.de berichtete) wurde zum Albtraum für alle Literaten.

Bläck Fööss starteten Auftritt bei der „Lachenden Kölnarena“ in Unterzahl

Der KEC kam noch einigermaßen glimpflich davon. Das Kölner Dreigestirn war schon so frühzeitig vor Ort, dass sie kurzerhand ihren Auftritt mit dem Traditionskorps der Altstädter tauschten, um sich wieder früher ins Stau-Chaos zu stürzen.

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Auch die Macher der „Lachenden Kölnarena“, Nathalie Drmota und Michael Burgmer, kämpften mit dem Verkehrs-Chaos. „Wir haben zwar pünktlich angefangen, aber da einige Akteure im Stau standen, mussten wir das Programm ein wenig umstricken. Marita Köllner war da, JP Weber etwas zu spät, daher haben wir die beiden getauscht. Nach etwas über einer Stunde lief dann alles wieder nach Plan.“

Kurios auch der Auftritt der Bläck Fööss. „Laut Zeitplan wären wir erst in fünf Minuten dran gewesen, aber durch das ganze Chaos sollten wir früher auf die Bühne, was ich aber nicht mitbekommen habe“, sagte Pit Hupperten zu EXPRESS.de.

Guido Cantz steht auf der Bühne.

Guido Cantz durfte in 32 Jahren als Redner erstmals eine Sitzung der Prinzen-Garde eröffnen, weil der Einmarsch des Elferrats ausfallen musste.

„Auf dem Weg zur Bühne stellte ich fest, dass die anderen schon spielen. In Windeseile habe ich mich fertig gemacht und bin mit gut einer Minute Verspätung auf die Bühne gehechtet. Witzigerweise bekam ich auch noch Sonderapplaus für meine Verspätung. Das ist mir noch nie passiert und war mir absolut peinlich.“

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Durch die Programmverschieberei konnten die Bläck Fööss von der Arena direkt in den Gürzenich fahren. „Wir hätten eigentlich erst in einer Stunde bei der Prinzen-Garde unseren Auftritt, doch wir haben kurzfristig mit der Tanzgruppe Kammerkätzchen und Kammerdiener getauscht, damit die Programme sich nicht noch weiter verschieben“, erklärte Andreas Wegener gegenüber EXPRESS.de. Dadurch wurde der Verzug von 20 Minuten bei der Prinzen-Garde nicht noch größer.

Dennis Hille, seit 2016 Literat der Prinzen-Garde, kam mächtig ins Schwitzen. „Es fing damit an, dass unser Spielmannszug aus Uerdingen verkehrsbedingt eine sehr lange Anfahrt hatte und es nicht rechtzeitig zum Beginn unserer Kostümsitzung im Gürzenich geschafft hat. Selbst unser eigenes Korps steckte im Stau fest. Musiker und Technik unseres Saalorchesters Helmut Blödgen waren auch noch nicht da. Spontan haben wir entschlossen, die Sitzung anders anzufangen.“

Dennis Hille von der Prinzen-Garde telefoniert.

Dennis Hille, der Literat der Prinzen-Garde, stand permanent mit den Künstlern telefonisch in Kontakt.

Kurzerhand wurde der rote Bühnenvorhang geschlossen. Der Elferrat nahm sofort Platz, anstatt durch den Saal einzuziehen – es fehlte ja die Musik. Die Techniker konnten so unsichtbar für die Gäste alles aufbauen. Währenddessen begrüßte Sitzungspräsident Marcus Gottschalk die Gäste vor dem geschlossenen Vorhang: „Ihr habt alle mitbekommen, was heute rund um den Gürzenich und ganz Köln los ist. Es ist eine Katastrophe, aber ich verspreche euch, ihr werdet Zeuge einer Sitzung werden, die ein Programm auf Zuruf haben wird. Anstatt mit dem Einzug unseres Korps starten wir mit Guido Cantz, quasi als Prolog.“

Stau-Chaos macht's möglich: Guido Cantz durfte Sitzung eröffnen

Der ging spontan auf die Stau-Situation ein: „Zoobrücke gegen 17 Uhr. Viele sprechen ja von Rushhour, ich finde so rasch geht das gar nicht. Da stand alles. Um die Fahrspur zu wechseln, musste man das Auto vom Nebenmann kaufen.“

Cantz weiter: „Für meinen ersten Auftritt mussten wir nach Bonn fahren, das war eine totale Katastrophe. Die Rückfahrt war auch nicht ganz unproblematisch, aber man merkte, dass sich das Chaos langsam auflöste, und so sind wir einigermaßen gut im Gürzenich angekommen. Und dann durfte ich als Redner eine Sitzung der Prinzen-Garde eröffnen. Das ist mir in 32 Jahren auch noch nicht passiert.“

Sitzung der Treuen Husaren.

Die „Husaren-Pänz“ stürmten den Saal und stoppte den Präsidenten, damit sie ihren Auftritt noch präsentieren konnten.

Ebenfalls nicht verschont blieb die Nostalgiesitzung des Treuen Husaren im Lindner-Hotel. Eigentlich wollte Präsident Markus Simonian bereits die Gäste begrüßen, wurde aber von den „Husaren-Pänz“ gestoppt. Wegen der Stau-Situation war die Kinder- und Jugendtanzgruppe vom Auto auf die Straßenbahn umgestiegen. Die Pänz wollten nämlich auf keinen Fall ihren Auftritt verpassen.

Stau-Probleme trafen auch die Sitzung der Treuen Husaren und Rocholomäus

Und so ließ Simonian dem Nachwuchs selbstverständlich den Vortritt: „Ich will ja nicht Schuld sein, dass sie nachher wegen der Uhrzeit nicht mehr auf der Bühne stehen dürfen.“

Ludwig Sebus auf der Bühne.

Die Luftflotte verkürzte ihren Auftritt, damit Ludwig Sebus und der Jugendchor St. Rochus auftreten konnten. Und auch Boris Müller als „Doof Nuss“ verkürzte und bedankte sich bei der Luftflotte.

Auch das Programm der großen Kostümsitzung zum 75-jährigen Jubiläum der KG Rocholomäus im Sartory geriet schwer durcheinander. Eigentlich wollte die KG mit einem musikalischen Leckerbissen, der Kunst, Karneval und Kirche verbinden sollte, zum Jubiläum starten. Doch die „Overtüre 75 Jahre Rocholomäus“ mit dem Bariton Wolfgang Schwaiger (Oper Köln), Ludwig Sebus und dem Jugendchor St. Rochus platzte wegen der Stau-Situation.

Kurzerhand sang Wolfgang Schwaiger allein. Damit Ludwig Sebus und der Jugendchor St. Rochus dennoch auf die Bühne kamen, verkürzte die Luftflotte ihren Auftritt und holte Sebus und Chor mit auf die Bühne. Abgerundet wurde das nostalgische Treffen von Boris Müller und seiner Hommage an die „Doof Nuss“. Damit die folgenden Künstler nicht noch mehr in Zeitverzug gerieten, kürzte er seinen Vortrag: „An solch einem Tag müssen wir alle zusammenhalten und einander helfen“, betonte Müller.