Das Geheimnis ist gelüftet: Martin Kuhlewind ist der neue Schlagzeuger der Rabaue. Nach 25 Jahren hatte sich Gründungsmitglied Albert Detmer in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger debütiert in Hintertux.
Er kommt von einer kölschen BandRabaue präsentieren ihren neuen Schlagzeuger
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Die erste Dienstreise hat es gleich in sich. Die Kölner Kultband Rabaue hat einen neuen Schlagzeuger. Seine Feuertaufe als Nachfolger eines Gründungsmitglieds erlebt er gleich bei der Kölschen Woche in Hintertux, die Urgestein Peter „Funny“ van den Brock organisiert.
Es waren emotionale Szenen, als Albert Detmer nach 25 Jahren an Karnevalssonntag auf der Domplatte von den Kollegen im Schneetreiben verabschiedet wurde. Ein Vierteljahrhundert war er der Herzschlag der Rabaue. Doch nach der Jubiläumssession ging es für ihn in den Ruhestand.
Rabaue: Martin Kuhlewind beerbt Albert Detmer
Sein Erbe an der „Schießbude“ ist Martin Kuhlewind. Der 33-jährige Kölner hat in den vergangenen drei Jahren bei der Ehrenfelder Poprock-Band Pläsier gespielt. „Den Karneval kenne ich deshalb natürlich. Die Schlagzahl, die die Rabaue an den Tag legen, ist natürlich noch einmal eine ganz andere“, sagt er begeistert. Fast 200 Auftritte waren es in der vergangenen Session.
Entstanden ist der Kontakt vor einem Jahr in Afrika. Die Rabaue waren der Hauptact beim Karneval in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Kuhlewind spielte dort in einer Sitzungskapelle. „Wir haben ihn beobachtet und waren von ihm beeindruckt, wussten zu dem Zeitpunkt aber noch gar nicht, dass er aus Weidenpesch kommt“, erinnert sich Frontmann Alex Barth im EXPRESS.de-Gespräch.
Als die Band angekündigt hat, dass Urgestein Detmer nach der Session aussteigt, sind einige Bewerbungen eingegangen. „Letztlich hat uns das erste Gefühl nicht getäuscht. Spielerisch hat es zwischen ihm und uns gepasst. Es war eine Bauchentscheidung. Wir wollten jemanden, der blutjung ist und mit uns die Band weiterentwickelt“, sagt der Sänger.

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Die neue Zusammenstellung der Rabaue: Benjamin Weißert (Bass), Peter „Funny“ van den Brock (Keyboard), Martin Kuhlewind (Schlagzeug), Alex Barth (Sänger) und Christian Barth (Gitarre, v.l.).
„Ich hatte die Rabaue vor ihrem Auftritt in Namibia noch nie live gesehen“, gesteht der Drummer. „Doch dann war ich positiv überrascht.“ Titel wie „Na was“ und „Baila Baila“ haben es ihm besonders angetan. In der vergangenen Woche standen die Proben an. „Ich habe schon rund 20 Titel drauf und bin bereit“, sagt der 33-Jährige. „Die Neugierde ist groß.“
Premiere feiert das neue Bandmitglied im Zillertal. Am 26. März treten die Rabaue in der Hohenhaus-Tenne auf. Tags darauf steigt das große Hintertuxer Gletscher Open Air, wo die Band neben Cat Ballou, den Höhnern und den Klüngelköpp auftritt. „Der Neue muss direkt ins kalte Wasser“, kündigt Barth an. Zusammen mit Gitarrist Christian Barth soll er ein Krätzchen von den Wise Guys singen: „Ich will einmal im Leben Deutscher Meister sein.“

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Im Februar hatte sich Gründungsmitglied Albert Detmer (r.) aus der Band verabschiedet.
Nach der Kölschen Woche stehen die nächsten Höhepunkte für die Rabaue an. Anfang April erscheint das Live-Album „Symphonie und Stars“ mit 26 Titeln, die beim Open-Air auf dem Schlossplatz in Grevenbroich aufgenommen wurden. Dort steigt am 18. Juli wieder ein großes Konzert.
Ende August kommt dann passend zur Kölschen Woche auf Mallorca die neue Sessionssingle auf den Markt. Während viele Gruppen derzeit an neuen Liedern basteln, haben die Rabaue ihren Song schon im Kasten. „Wir bleiben weiter vielfältig und lassen uns keinen Stempel aufdrücken. Von Winnetou bis Eilemann-Trio gibt es alles bei uns“, sagt Alex Barth. „Von uns aus könnte die nächste Session schon wieder beginnen“, sagt Bassist Benjamin Weißert euphorisch.

