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Preis-Wut im FastelovendAuch Stephan Brings schlägt Alarm: Kölner Karneval nur noch für Reiche?

06.09.2025, Köln: Stephan Brings. Berivan Aymaz, Kandidatin der Partei Bündnis 90/Die Grünen, bei ihrem Wahlkampfhöhepunkt unter dem Motto "Musik – Kultur – Politik. Für die Stadt mit Herz" auf dem Neptunplatz. Foto: Uwe Weiser

Copyright: Uwe Weiser

Stephan Brings mit klaren Worten

Stephan Brings findet deutliche Worte für die Kosten-Explosion im Kölner Karneval.

Der Grundgedanke des Kölner Karnevals ist es, Menschen zu verbinden. Doch Stephan Brings, Gitarrist der berühmten Band Brings, sieht das Fest auf einem gefährlichen Irrweg. Mit großer Sorge beobachtet er in seiner Kolumne auf „t-online“, dass immer mehr Leute wegen der hohen Kosten vom Feiern ausgeschlossen werden. Insbesondere junge Menschen und Familien müssen ganz genau rechnen, was sie sich in der finalen Sessionswoche noch erlauben können. Wenn die Fixkosten wie Miete und der Wocheneinkauf bezahlt sind, ist das Portemonnaie oft leer und für die große Sause bleibt nichts mehr übrig.

Der Ärger ist riesig, denn schon der Einlass in Gaststätten, Clubs oder Säle stellt eine massive finanzielle Hürde dar. Die Preise dafür sind teilweise sogar teurer als ein Konzertbesuch – und da hat man noch keinen einzigen Schluck Kölsch gehabt. Das Phänomen betrifft laut Brings auch Lokale, die man vor ein paar Jahren noch problemlos betreten konnte. Das berichtet 

Gesalzene Preise an der Tür und am Tresen

Für den Musiker sind diese gesalzenen Preise an der Tür und am Tresen eine brutale Form der Selektion. Dies steht im krassen Widerspruch zum eigentlichen Sinn des Fastelovends, der doch gemeinschaftlich und verbindend wirken soll. In der kurzen Karnevalswoche soll die Welt eigentlich auf den Kopf gestellt werden, wenn die Narren symbolisch die Macht in den Rathäusern an sich reißen. Wer aber vor und nach den tollen Tagen jeden Cent zweimal umdrehen muss, der fühlt sich alles andere als mächtig. Diese Tendenz ist für Brings schlichtweg „bitter und völlig unkölsch“.

Zwar bemühen sich viele Karnevalsgesellschaften, auch Programme für den schmalen Geldbeutel anzubieten, doch auf der Straße und in den Kneipen herrscht ab Weiberfastnacht ein anderes, raueres Klima. Der Künstler sieht hier eine Verbindung zur heiß diskutierten „Ballermannisierung“. Dieses Phänomen greift auf der Zülpicher Straße und neuerdings auch am Chlodwigplatz um sich. Die Bierflasche vom Kiosk ist dort, selbst mit Karnevalsaufschlag, oft die deutlich billigere Wahl. Auch wenn zahlreiche Wirte seit der Corona-Krise ums Überleben kämpfen: Der Versuch, alle Verluste während des Karnevals wieder wettzumachen, trifft so manchen Jecken mit voller Härte. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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