Der Kölner Türsteher Ramon gibt wichtige Tipps für die jecken Tage. Wer in der Schlange steht ...
Schlangen-Chaos an KarnevalKölner Türsteher packt aus – und warnt vor gefährlichem Trend
Autor
Kaum einer kennt die Kneipen- und Clubszene in Köln so gut wie Ramon Ademes, bekanntester Türsteher Deutschlands.
Auch an Karneval ist der 57-Jährige mit seiner Sicherheitsfirma im Einsatz – unter anderem an der Tür zur Stadthalle in Mülheim und am Tanzbrunnen.
Tipps für Jecke an Karneval: Wann stelle ich mich in die Schlange?
Für viele Jecke beantwortet Ramon die wichtigsten Fragen rund um das Warten in der Schlange. Gleichzeitig warnt er vor einem gefährlichen Trend.
Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich vor einer Karnevalskneipe anstehen muss?
Ramon: Die meisten sind dann schon besoffen und fallen auf. Also am besten immer schön ruhig verhalten und ruhig in der Schlange stehen. Nicht so auffällig. Viele glauben, wenn sie angetrunken sind, sie hätten das noch im Griff, aber wir sind nüchtern und sehen das.
Auf welche Verkleidung sollte man besser verzichten?
Ramon: SWAT, Araber, Polizei und FBI sind ganz ungern gesehen. 90 Prozent davon kommen nicht rein. Solche Kostüme wirken oft zu aggressiv. Auch der Sombrero mit einem Meter Durchmesser ist doof und unpraktisch.
Auch die Kölner Club-Besitzerin Claudia Wecker warnt im Vorfeld der jecken Tage vor bestimmten Kostümen.
Gibt es bestimmte Uhrzeiten, wann ich mich am besten in die Schlange stelle?
Ramon: Es gibt Kneipen, die machen um 10 Uhr auf, da stehen die Jecken schon um 8.30 Uhr vor der Tür. Da stehen dann schon mal 700 Personen in der Schlange. Früh ist immer besser als spät. Oder erst am späten Nachmittag oder am Abend. Dann sind die Chancen gut. Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr ist immer alles rappelvoll. Zudem kommt es auf das Wetter an. Wenn es regnet, dann stehen alle früh vor der Tür.
Wie sieht es mit Taschen oder Rucksäcken aus?
Ramon: Am besten so was gar nicht mitbringen. Taschenkontrollen sind immer nervig.
Auf welchen Spruch sollte ich gegenüber einem Türsteher verzichten?
Ramon: „Ich kenn' den Chef“ oder „XYZ schickt mich“. Das sind die Standardsprüche – die funktionieren bei mir aber nicht.
K.o.-Tropfen sind leider immer noch ein Problem...
Ramon: Das Thema wird immer schlimmer. Ich hatte letztes Jahr auf einer Karnevalsveranstaltung acht Fälle! Wirklich erschreckend. Mir hat jetzt einer gesagt, die Täter würden Wetten abschließen, um zu sehen, wer zuerst umkippt. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Täter kriminelle Dinge im Schilde führen.
In Drogeriemärkten gibt es sogenannte Drink-Check-Armbänder, mit denen man das Getränk prüfen kann. Ein kleiner Tropfen aus dem Getränk reicht zum Testen aus. Bei K.o.-Tropfen verfärbt sich das Testfeld auf dem Armband. Das gibt es auch als Nagellack. Man steckt kurz den Finger in den Drink, dann bekommt man sofort ein Ergebnis.
Und ganz wichtig: Keine Getränke von Leuten annehmen, die man nicht kennt. Auch wenn man schon eine Stunde zusammengestanden hat. Da sollte jeder Jeck vorsichtig sein. So einem, der das macht, sieht man das nicht an.
Kölner Türsteher: Das ist Ramon Ademes
Ramon Ademes ist ein echt kölsches Original, sang als Chorknabe im Dom, absolvierte eine Metzgerlehre und arbeitet seit seinem 18. Lebensjahr als Türsteher und Personenschützer.
Mit Eko Fresh nahm er den Song „Echt Kölsche Kraat“ auf, der ihn am Ballermann bekannt machte. Seit 2013 hat Ademes eine Nebenrolle als Koch in der Daily-Soap „Unter uns“.


